18. Mai 2017 / 11:54 Uhr

Dynamo-Ultras äußern sich zu Vorfällen in Karlsruhe

Dynamo-Ultras äußern sich zu Vorfällen in Karlsruhe

Stephan Lohse
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Fans in Karlsruhe Ausschreitungen
In Karlsruhe kam es nicht nur innerhalb des Dynamo-Fanblocks zu Vorfällen. © Imago
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Die Ultra-Szene der SG Dynamo Dresden hat sich zu den Vorfällen in Karlsruhe geäußert. Doch statt Selbstkritik finden sich darin vor allem Forderungen an den DFB.

Dresden. Die Ultras der SG Dynamo haben sich zu den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Karlsruhe geäußert. Ihre Lesart ist: Die Aktion sei ein Aufruf an den DFB gewesen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir hatten einen Schuss frei und genau dieser Schuss musste sitzen“, schreiben die organisierten Fans. Die im Stadion präsentierte Formulierung „Krieg dem DFB“ sei „die Überspitzung, die es benötigt, damit unsere Situation wahrgenommen wird, als das was sie ist. Ein Kampf“.

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Keine rechtsextremen Tendenzen

Das Auftreten der rund 2000 Fans hatte das Sportliche massiv in den Hintergrund treten lassen. Die Dynamo-Fans hatten sich fast komplett in Militär-Outfit verhüllt, viele hatten sich zudem vermummt oder das Gesicht mit Tarnfarbe geschminkt. Bereits auf dem Weg zum Stadion wurde die Polizei mit Pyrotechnik beworfen. Anschließend wurde ein Stadioneingang gestürmt. Auch ein Imbisstand wurde Opfer der Fans. Es gab mehr als 30 Leichtverletzte.

Darauf gehen die Dynamo-Fans allerdings kaum ein. „Unsere Mottofahrt hatte niemals das Ziel, Menschen zu verletzen. Wir legen Wert auf eine Trennung zwischen dem Auftritt im Camouflage-Muster und unserer Provokation gegenüber dem DFB einerseits und dem Vorfällen am Eingang des Stadions“, heißt es. „Genauso deutlich möchten wir all denen eine Absage erteilen, die in unserem Marsch irgendwelche rechtsextremen Tendenzen sehen“, schreiben die Dynamo-Ultras weiter.

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Der Trabi, der den Fanmarsch anführte, hat ein Nummernschild mit dem rechtsextremen Szenecode „88“. Ob das Kennzeichen Zufall oder Absicht ist, ist unklar. Im Internet war am Dienstag zudem ein Video aufgetaucht, in dem Dynamo-Fans einen schwarzen Passanten mit rechtsextremem Liedgut beleidigen.

DFB-Sportgericht wird abgelehnt

Durchklicken: Dynamo-Fanrandale in Karlsruhe

Vor dem Anpfiff: Fans von Dynamo Dresden zünden Pyrotechnik Zur Galerie
Vor dem Anpfiff: "Fans" von Dynamo Dresden zünden Pyrotechnik ©

Mehr gibt es dazu nicht. Stattdessen wird mit vielen Worten der DFB kritisiert. Der verweigere den Kontakt zur Basis, wolle lediglich Millionen scheffeln. „Mittlerweile befindet sich die Fußballszene in einer Diktatur“ heißt es. Die Ultras bräuchten „Luft zum Atmen“, schreiben sie und schießen vor allem gegen das DFB-Sportgericht, von dem nun die nächste harte Strafe droht. „Wir sprechen diesem Gericht jede Legitimation ab. Der DFB ist ein Staat im Staat mit seinen eigenen Regeln und Gesetzen, die er nach Herzenslust selber umgeht, bricht oder einfach ignoriert“, so die Ultras.

„Es muss wieder Vernunft einkehren und miteinander statt übereinander geredet werden“, heißt es. Von neuen Strafen werde man sich nicht abschrecken lassen. Das werde die Fans nicht aufhalten.