12. August 2020 / 07:52 Uhr

Indians stellen ihr Hygienekonzept vor: "Je nach Szenario 2000 bis 3500 Zuschauer"

Indians stellen ihr Hygienekonzept vor: "Je nach Szenario 2000 bis 3500 Zuschauer"

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
So gut wird die Nordkurve der Indians sicherlich nicht so schnell wieder gefüllt sein, dennoch hofft Geschäftsführer Andy Gysau auf Spiele vor vielen Zuschauern.
So gut wird die Nordkurve der Indians sicherlich nicht so schnell wieder gefüllt sein, dennoch hofft Geschäftsführer Andy Gysau auf Spiele vor vielen Zuschauern. © Florian Petrow/privat
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Ohne Zuschauer geht nichts: Die Hannover Indians haben beim Gesundheitsamt ein 73-seitiges Hygienekonzept für Heimspiele in Zeiten der Corona-Pandemie eingereicht. Geschäftsführer Andy Gysau hofft, dass - je nach Lage bei den Infektionszahlen - 2000 bis 3500 Fans zum Turm kommen dürfen.

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Sie kämpfen um jeden Zuschauer. Die Hannover Indians haben ein Corona-Hygienekonzept erstellt und beim Gesundheitsamt der Region eingereicht. Der Eishockey-Oberligist kann nur mit der Zulassung von Besuchern überleben.

"Natürlich gehen wir nicht von einer vollen Auslastung aus"

Das Konzept beinhaltet 73 Seiten, das auf das Eisstadion am Pferdeturm zugeschnitten ist, wie Indians-Geschäftsführer Andy Gysau sagt. Insgesamt sei er nach einer Woche Arbeit zufrieden mit dem Werk. Er wurde unterstützt von Vanessa Casper aus dem ECH-Medienteam, sie konnte viele aussagekräftige Grafiken hinzufügen.

Das Konzept sieht vor, dass möglichst viele Zuschauer ins Stadion dürfen. „Natürlich gehen wir nicht von einer vollen Auslastung mit 4608 Zuschauern aus, das ist unrealistisch. Möglich wären aber, je nach Szenario, 2000 bis 3500 Zuschauer“, sagt Gysau.

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Bei den Szenarien haben die Indians jeweils unterschiedlich starke Corona-Infektionszahlen zum Zeitpunkt von Heimspielen angenommen – und die dann in Relation gesetzt zum Faktor „Infizierte pro 100 000 Einwohner“ in einem Landkreis.

Nach aktuellem Stand mit den aktuellen Werten in der Region Hannover könnte man demnach 3000 Menschen ins Eisstadion lassen, sagt Gysau: „Aber wenn es nur 2000 Zuschauer sind, wären wir schon happy.“ Das sei eine wichtige Schallmauer, sagt er und betont, „dass wir auch damit leben könnten, wenn wir erst mal bis Ende Oktober nur 1000 Leute reinlassen dürfen, es in den Wochen danach aber sukzessive mehr werden“. Unter all diesen Voraussetzungen wäre ein Spielbetrieb in der Oberliga möglich.

Stadion zu drei Seiten offen + Querlüftung

Auch wenn eine Masse von 3000 Menschen im Eisstadion unter Corona-Bedingungen gar nicht vorstellbar ist – hier haben die Indians ihr Konzept so aufgebaut, dass es das Gesundheitsamt überzeugen könnte. „Unser Vorteil: Das Stadion ist zu drei Seiten offen. Darüber hinaus haben wir eine durchgehende Querlüftung und könnten zudem weitere Rotoren einsetzen, die wir sonst nur nutzen, wenn wegen hoher Luftfeuchtigkeit viel Nebel auf dem Eis ist“, sagt der Geschäftsführer.

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Sven Hoppe macht es sich in der Pause mit einem Bier auf der Tribüne gemütlich. Zur Galerie
Sven Hoppe macht es sich in der Pause mit einem Bier auf der Tribüne gemütlich. ©

So weit also das Indians-Konzept zur Verteilung von Aerosolen. Vorgesehen ist auch, die Zuschauer über verschiedene Eingänge ins Stadion zu lassen – dann wären Abstände ge­wahrt und enge Begegnungen vermieden. In kleineren Fan-Gruppen, die zusammenstehen dürften, könnte dann in der Nordkurve gejubelt werden. „Wenn wir 50 abgeklebte Flächen bilden dürfen à zehn Personen, hätten wir dort schon 500 Fans untergebracht“, rechnet der Geschäftsführer vor. Für alle Zuschauer im Stadion gilt eine Maskenpflicht.

"Die Lizenz möchten wir haben"

Mit einer Entscheidung des Ge­sund­heits­am­tes inklusive möglicher Stadionbegehung dürfte nicht vor dem 20. August zu rechnen sein, wenn für die Indians die Gerichtsverhandlung für die Erteilung der Oberliga-Lizenz ansteht. „Da besteht kein Zusammenhang. Die Lizenz möchten wir haben, nehmen den Termin auf jeden Fall wahr“, sagt der Indians-Geschäftsführer. Sollte das Gesundheitsamt das Konzept ablehnen, wären nur 500 Sitzplatzbesucher möglich.