19. August 2020 / 08:26 Uhr

"Verunsichert die Fans": Fans der Indians vor Lizenz-Entscheidung in großer Sorge

"Verunsichert die Fans": Fans der Indians vor Lizenz-Entscheidung in großer Sorge

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Indians-Fanbeauftragter Frank Schmidt hofft und bangt - wie wohl alle Fans des ECH.
Indians-Fanbeauftragter Frank Schmidt hofft und bangt - wie wohl alle Fans des ECH. © Maike Lobback/privat
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Am Donnerstag fällt die Entscheidung, ob die Hannover Indians weiter in der Oberliga spielen oder aus wirtschaftlichen Gründen in die Regionalliga runter müssen. Fanbeauftragter Frank Schmidt berichtet von verunsicherten Anhängern und dem Wunsch nach mehr Kommunikation seitens des Vereins. 

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Noch ein Tag bis zur Verhandlung vor dem Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): Am Donnerstag entscheidet sich, ob die Hannover Indians die Lizenz für die Oberliga erhalten oder die Saison in der viertklassigen Regionalliga bestreiten müssen.

"Schwierige und turbulente Zeiten"

Spieler und Verantwortliche hoffen und bangen – und die Fans erst recht. „Es sind schwierige und turbulente Zeiten“, sagt Frank Schmidt. Er ist der offizielle Fanbeauftragte der Indians und weiß daher, wie die aktuelle Stimmungslage unter den Anhängern ist.

Schmidt ist das Sprachrohr von einem Dutzend organisierten Indians-Fanklubs. „Niemand weiß, woran die vorläufige Lizenzverweigerung genau gelegen hat – und das verunsichert die Fans“, sagt Schmidt und hätte sich „mehr Transparenz vonseiten der Ge­schäfts­füh­rung und eine bessere Kommunikation mit den Fans gewünscht“.

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So werde nur die Gerüchteküche angeheizt, „weil jeder mal irgendwo was gehört haben will und dann in sozialen Medien oder Foren jede Menge los ist“. Weil der DEB die Wirtschaftlichkeit infrage gestellt habe, herrsche unter vielen Fans „nachvollziehbare Angst, dass eine Insolvenz wie in den vergangenen Jahrzehnten droht“.

Auf der anderen Seite kann Frank Schmidt auch verstehen, wenn sich die Geschäftsführung, zu der er einen guten Draht pflegt, eher zurückhält mit Informationen und auch Geschäftsgeheimnisse hat. „Schließlich handelt es sich um ein laufendes Verfahren, zu viel Informationen könnten das DEB-Spielgericht negativ beeinflussen“, sagt der Beauftragte, der zuletzt zusammen mit dem Fanprojekt am Pferdeturm viele Anfragen gestellt hatte.

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Und wie ist der Tenor unter den Fans bezüglich der Spielklasse? „Die ganze Bandbreite ist dabei.“ Viele Fans wollten Oberliga-Eishockey sehen, weil das eben viel attraktiver ist als Regionalliga, sagt Schmidt und zitiert auch die Gegenposition: „Man muss sich fragen, ob die Oberliga nicht wirtschaftlich viel zu riskant ist, wenn man jetzt schon zum zweiten Mal in Folge nicht sofort die Lizenz aus Gründen der Wirtschaftlichkeit erhalten hat und nun unter Corona-Bedingungen gar nicht um die mögliche Zuschauerzahl weiß.“

Schmidt hat "große Sorge ums Eishockey"

Aus eigener Sicht ist es für den Fanbeauftragten so, dass er allgemein um seinen Lieblingssport wegen der Corona-Zeit zittert. „Natürlich habe ich große Sorge ums Eishockey. Zumal es in der Liga Probleme gibt, die nicht nur die Indians betreffen“, sagt Schmidt, der mit den Fanbeauftragten anderer Vereine in Kontakt steht: „Meines Wissens gibt es in Herford praktisch gar keine Sitzplätze in der Eishalle. Dort wird es schwer, Eishockey mit einer nötigen Zuschauerzahl zu spielen.“