03. Juni 2021 / 07:01 Uhr

Echte Heimspiele: Dieser Kapitän wohnt direkt am Fußballplatz

Echte Heimspiele: Dieser Kapitän wohnt direkt am Fußballplatz

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat's nicht weit: Eischotts Kapitän Niklas Bruchmann lebt mit Ehefrau Sina und Söhnchen Karl in der Nähe des Sportplatzes.
Hat's nicht weit: Eischotts Kapitän Niklas Bruchmann lebt mit Ehefrau Sina und Söhnchen Karl in der Nähe des Sportplatzes. © SV Eischott Homepage/Privat/Photowerk
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

Wolfsburg, Hehlingen, Fallersleben, Eischott: Der Karriere-Weg von Niklas Bruchmann scheint ungewöhnlich. Für den Kapitän des SV Eischott aus der 1. Kreisklasse Gifhorn machte er aber viel Sinn - nicht zuletzt, weil seine Frau Sina 1. Vorsitzende des SVE ist. Seit fünf Jahren ist der Offensiv-Mann nun schon an der Wipperbude zu Hause.

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Nach der Jugend beim VfL Wolfsburg ging es für Bruchmann erst zum TSV Hehlingen, dann zum VfB Fallersleben und zurück nach Hehlingen. Von dort aus folgte der Wechsel nach Eischott. „Ich war damals länger verletzt, wollte danach aber noch ein wenig kicken“, erinnert sich Bruchmann. Nach dem Umzug nach Eischott lag der SVE deshalb auf der Hand, „zum Sportplatz muss ich nur 150 Meter geradeaus laufen“, so Bruchmann mit einem Schmunzeln.

Mehr Kapitäne

Seit 2018 ist er nun Kapitän, „das wurde von der Mannschaft so gewählt“, erzählt Bruchmann, der danach jedes Jahr im Amt bestätigt wurde. „Ich bin also seit fast drei Jahren Kapitän, aber eigentlich nur eine Saison lang – die beiden abgebrochenen zählen für mich nicht richtig.“ Wie viele seiner Amts-Kollegen hat es Bruchmann nicht leicht, die Mannschaft bei Laune zu halten, „Man kann ja nicht viel machen, außer mal zu schreiben.“

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Bis zuletzt jedenfalls. Nachdem die Saison nur unterbrochen war, versuchte sich auch Eischott an einer Lauf-Challenge, „als abgebrochen wurde, sollte jeder erstmal machen, was er will“, so Bruchmann. Aber: Am Pfingstmontag sahen sich die Eischotter erstmals auf dem Platz wieder. „Wir haben mit 18 Mann trainiert, natürlich in Gruppen und mit den richtigen Abständen. Aber es hat trotzdem gut getan, mal wieder ein bisschen zu kicken, den Kopf auszuschalten“, freut sich Bruchmann.

Interessant: Mit Lukas Heider als Trainer kamen 2019 viele junge Spieler, die Heider in der Jugend des SSV Kästorf/Warmenau trainiert hatte, nach Eischott. Im Team herrscht also ein großer Altersunterschied, „aber den merkt man kaum“, betont Bruchmann. „Es passt gut.“ So gut, dass das Team zusammenbleiben will, „mit den jungen Spielern haben wir ja leider noch keine ganze Saison spielen können.“

Neben dem Platz ist Bruchmann im VW-Werk tätig, arbeitet dort in der Versorgungsbetreuung im Wasserwerk. „Ansonsten fahre ich gern Rad, meist mache ich aber viel mit meiner Familie“, so der 31-Jährige. Neben Frau Sina ist das Söhnchen Karl, gerade elf Monate alt. „Überwiegend verbringen wir also Zeit miteinander.“ Familie ist eben das Stichwort – schließlich brachte sie Bruchmann ursprünglich ja überhaupt nach Eischott.

Die Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit:

Zeit-Tipp: "Im Moment haben die meisten wohl deutlich mehr Zeit für ihre Familie. Das sollte man nutzen."

Entertainment-Tipp: "Einen Film schauen oder zocken. Zuletzt waren es bei mir die Harry-Potter-Filme und Der Hobbit, und ich habe öfter Counter Strike gespielt."

Sport-Tipp: "Viel Fahrrad fahren oder laufen gehen."