09. Oktober 2021 / 23:39 Uhr

Eckernförder SV qualifiziert sich für Lotto Masters

Eckernförder SV qualifiziert sich für Lotto Masters

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Matchwinner Henrik Stöterau präsentiert stolz das Hallenmasters-Shirt des ESV.
Matchwinner Henrik Stöterau präsentiert stolz das Hallenmasters-Shirt des ESV. © Jan-Phillip Wottge
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Der Eckernförder SV qualifiziert sich durch ein 1:1 beim TSV Altenholz für das Lotto Masters 2022 in der Kieler Wunderino Arena. Zusätzlich sicherten sich die Haberlag-Schützlinge den inoffiziellen Herbstmeistertitel in der Nordstaffel der Fußball-Oberliga.

Um 15.53 Uhr herrschte endgültig Gewissheit, der Jubel bahnte sich seinen Weg: Der Eckernförder SV ist durch das 1:1-Unentschieden beim TSV Altenholz nicht nur Herbstmeister in der Nordstaffel der Fußball-Oberliga, sondern löste gleichzeitig auch das Ticket zum Lotto Masters. Am 8. Januar 2022 daten die Haberlag-Schützlinge in der Kieler Wunderino Arena Schleswig-Holsteins Fußballelite.

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„Das ist irgendwie ganz groß und fühlt sich sehr gut an. Damit konnte vor Wochen ja noch keiner rechnen“, erklärt Henrik Stöterau. Der 26-jährige Mittelfeldspieler ebnete dem ESV mit einer verunglückten Flanke, die sich hinter TSVA-Keeper Jan Detlefsen zum 1:0 ins Netz senkte, den Weg nach Kiel. „Es wäre vermessen zu sagen, dass das so geplant war“, klärt „Henne“ auf und ergänzt: „Vielleicht brauchten wir heute genau so ein Tor.“

Die Eckernförder taten sich bei herrlichen Herbstsonnenschein in Altenholz merklich schwer. Die Last womöglich gewinnen zu müssen, lastete auf den schwarzen-weißen Schultern. „Eigentlich hatten wir ja gar nichts zu verlieren. Trotzdem war der Druck spürbar, auch wenn es ein positiver war“, bekannte ESV-Coach Maik Haberlag. Die Lockerheit, das Unbekümmerte der vergangenen Wochen, es fehlte an diesem Sonnabend.

Mit Geduld sollte das Matchglück gezwungen werden. Doch die Altenholzer, die auf neun verletzte Spieler verzichten mussten, erwiesen sich zunächst als Spielverderber. Sollten der TSV punktgleiche TSV Bordesholm bei TSB Flensburg gewinnen, war ein ESV-Sieg ebenfalls Pflicht. Die Eckernförder starteten lediglich mit dem um drei Treffer besseren Torverhältnis in den Spieltag.

Schnell machte die frühe 2:0-Führung der Bordesholmer bei TSB Flensburg im hohen Norden die Runde und setzte den ESV unter Zugzwang. Zaghaft näherte sich der Ligaprimus dem Altenholzer Tor an, doch der Altenholzer Kevin Bodendorf klärte gesickt gegen Malte Eggers (15.), der zwei Minuten später freistehend vor TSVA-Keeper Detlefsen vergab. Die Altenholzer gefielen sich indes in der Rolle des Underdogs und kamen durch Jakob Mathea ebenfalls gefährlich zum Abschluss (27.).

Die Spannung wuchs. In Flensburg verkürzte der TSB auf 1:2. Und wie aus dem Nichts hatten der ESV urplötzlich einen weiteren Trumpf in der Hand, als Detlefsen die Stöterau-Bogenlampe kolossal unterschätze und den Gästen die 1:0-Führung (39.) servierte. Nach dem Abpfiff brachte es ESV-Keeper Lauritz Sievers treffsicher auf den Punkt: „Heute war der Fußballgott auf unser Seite!“


Doch den mussten die Eckernförder noch weitere 51 Minuten bemühen, weil ihnen an diesem Tage die Durchschlagskraft fehlte. Und weil der TSV Altenholz sich mit einem Sonntagsschuss von Justin Petersen zum 1:1 zurück ins Spiel katapultierte (72.). Balsam für das Eckernförder Gemüt wurde aus Flensburg gereicht: Der Ex-Holsteiner Tayfun Can glich per Foulelfmeter zum 2:2 aus. Fast zeitgleich dezimierten sich die Altenholzer, als Bodendorf den Antritt des Eckernförder Malte Clausen nur mit einer Notbremse stoppen konnte (77.).

Balsam ja, Ruhe nein: Die Blicke auf der Auswechselspieler auf der ESV-Bank wanderten vom Handydisplay auf das Spielfeld und zurück. Dort hatte zwischenzeitlich auch Torschütze Henrik Stöterau Platz genommen und fieberte dem Abpfiff entgegen. Mittlerweile war klar, dem ESV genügt ein Remis, weil Bordesholm in Flensburg nur 2:2 gespielt hatte. Drei lange Minuten ließ Schiedsrichter Steffen Schulze nachspielen, dann war die Zitterpartie beendet. Der ESV darf nach Kiel als Herbstmeister. Coach Haberlag gab mit zitternder Stimme zu: „Das ist das Ergebnis der Arbeit von drei Jahren. Wir haben heute sicherlich kein gutes Spiel abgeliefert und die Hallenmasters-Qualifikation ist nur ein Nebenprodukt. Aber immerhin das einer Hinrunde ohne Niederlage. Wir sind immer noch ungeschlagen.“