20. November 2022 / 18:59 Uhr

Enner Valencia führt Ecuador zum Sieg im Eröffnungsspiel - Katar-Pleite sorgt für Novum in WM-Geschichte

Enner Valencia führt Ecuador zum Sieg im Eröffnungsspiel - Katar-Pleite sorgt für Novum in WM-Geschichte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Enner Valencia (Mitte) hat Ecuador zum Sieg geführt.
Enner Valencia (Mitte) hat Ecuador zum Sieg geführt. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto
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Mit einem Doppelpack hat Ecuadors Kapitän Enner Valencia das Eröffnungsspiel der WM in Katar entschieden. Die Turnier-Gastgeber sorgten mit ihrer Pleite für ein Novum in der Weltmeisterschafts-Geschichte.

Ecuador hat dem umstrittenen WM-Gastgeber Katar zum Turnier-Auftakt die sportlichen Grenzen aufgezeigt. Im Al-Bait Stadion nördlich von Doha gewannen die Südamerikaner die erste der bis zum 18. Dezember insgesamt 64 angesetzten Partien mit 2:0 (2:0) und sorgten damit für eine Premiere: Noch nie zuvor in der Weltmeisterschafts-Geschichte hatte ein Ausrichter das Eröffnungsspiel verloren. Zum Helden für Ecuador wurde am Sonntagabend Mannschaftskapitän Enner Valencia, der den Sieg seiner Mannschaft mit einem Doppelpack vor der Pause einleitete (16., Foulelfmeter und 31.). Im zweiten Spiel der Gruppe A stehen sich am Montag (17 Uhr) der Senegal und die Niederlande gegenüber.

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Vor der Begegnung war das Turnier mit einer bunten und lichtstarken Show offiziell eröffnet worden. Bei der Ankunft von Staatsoberhaupt Tamim bin Hamad Al Thani gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino war lauter Applaus zu hören. "Endlich ist der Tag da, auf den wir so lange gewartet haben. Menschen unterschiedlicher Religionen und Ansichten werden sich hier versammeln. Ihre Diversität bringt sie zusammen", sagte Tamim bin Hamad Al Thani zum Abschluss der Feier. Bei vielen Beobachtern bleiben jedoch Zweifel.

"Ich habe darin ziemlich viel Heuchelei gesehen. Es wurde Diversität angesprochen, es wurde Inklusion gezeigt, es wurde über Toleranz gesprochen - aber von einem Land und von Menschen, die das nicht leben", meinte Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, im ZDF über die Eröffnungsfeier: "Und so lange ist es eine hohle und kitschige Aussage, die wir da gesehen haben."

Zum Sportlichen: Ecuador startete schwungvoll in die Auftaktpartie und setzte die Gastgeber von Beginn an unter Druck. Schon in der dritten Minute zappelte der Ball erstmals im Netz. Nach einer Freistoß-Hereingabe herrschte ausgelöst von Torhüter Saad Al-Sheeb mächtig Konfusion in Katars Strafraum, der Ball erreichte schließlich Valencia der zur vermeintlichen Führung einköpfte. Schiedsrichter Daniele Orsato pfiff den Treffer nach Rücksprache mit dem VAR jedoch wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung zurück. Ecuador ließ sich von dieser Entscheidung nicht aus dem Konzept bringen und lief weiter an.

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Nach einer Viertelstunde standen erneut Valencia und Al-Sheeb im Fokus. Ecuadors Stürmer wurde von dem Keeper im Strafraum zu Fall gebracht und Orsato zeigte auf den Punkt. Valencia ließ sich die Chance nicht entgehen und schraubte sein WM-Konto nach drei Treffern 2014 in Brasilien auf vier Tore. Doch der 33 Jahre alte Mittelstürmer von Fenerbahce Istanbul hatte noch nicht genug und verwertete eine feine Flanke von Angelo Preciado per Kopf zum 2:0.

Die WM hatte folglich schnell ihren ersten Star, der allerdings wenig später Anlass zur Sorge bereitete. Nach einem Zweikampf hielt sich Valencia mit schmerzverzerrtem Gesicht das Knie und schien sogar vom Platz getragen werden zu müssen. Der Angreifer verweigerte dies jedoch und schleppte sich lädiert an die Seitenlinie (44.). Ecuador musste den drohenden Verlust des Torjägers offenbar erst einmal verarbeiten und ließ die erste Chance Katars zu. Der Kopfball von Almoez Ali segelte am Tor vorbei (45.+5).

Mit Beginn des zweiten Durchgangs kehrte auch der in der Pause behandelte Valencia auf das Feld zurück. Ecuador ließ es nun etwas ruhiger angehen, blieb aber dennoch gefährlicher als die Gastgeber. Romario Ibarra fand in der 55. Minute in Al-Sheeb seinen Meister. In der Folgezeit plätscherte die Begegnung über weite Strecken ereignislos dahin. Für den entscheidenden Mann war die Begegnung nach 76 Minuten beendet. Offenbar doch von der Blessur aus dem ersten Durchgang beeinträchtigt, humpelte Valencia in Richtung der Ersatzbank.

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