13. Januar 2021 / 15:28 Uhr

Edelreservist statt Torjäger: Breier kämpft um seine Form

Edelreservist statt Torjäger: Breier kämpft um seine Form

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Pascal Breier (28, l.) hat seinen Platz in Hansas Sturmzentrum an John Verhoek (31, r.) verloren.
Pascal Breier (28, l.) hat seinen Platz in Hansas Sturmzentrum an John Verhoek (31, r.) verloren. © foto: Lutz Bongarts
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15 Mal traf der Stürmer in der vergangenen Saison – mehr hat noch kein Hansa-Profi in einer Drittliga-Spielzeit geschafft. Derzeit geht nicht viel beim 28-Jährigen, der kaum auf seiner bevorzugten Position spielen darf.

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Was ist eigentlich mit Pascal Breier los? Hansas einstiger Topschütze spielt in dieser Saison bisher nur eine Nebenrolle – statt auf Torejagd zu gehen, schmort der 28-Jährige auf der Bank. Rostocks Edelreservist kämpft um seine Form und gegen den Frust an.„Ich hoffe, dass ich mehr Spielzeit bekomme“, sagt der Angreifer am Ende einer für ihn enttäuschenden Hinrunde, in der Jens Härtel kaum auf ihn gesetzt hat. Immerhin: Im neuen Jahr sieht der Trainer den Stürmer auf einem guten Weg („Er hat jetzt eine andere Präsenz, auch von der Physis her“), auch Breier selbst ist zuversichtlich, aus dem Tief herauszukommen.

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„Ich bin fitter als vor der Winterpause, das hat sich auch im Training schon bemerkbar gemacht. Ich glaube, ich bin jetzt wieder näher dran“, sagt Breier vor dem Auswärtsspiel gegen Aufsteiger VfB Lübeck. Seine mittlerweile vierte Saison in Rostock ist seine schwerste. „Natürlich ist man unzufrieden, wenn man wenig spielt. Es bringt aber nichts rumzuschmollen. Ich muss Gas geben und versuchen, wieder die Form vom letzten Jahr zu bekommen.“ 2019/20 war der Angreifer eine tragende Säule in Härtels Mannschaft: Breier spielte fast immer und erzielte 15 Tore. Häufiger hat noch kein Stürmer für Hansa in einer Drittliga-Saison getroffen.

Von einer solchen Ausbeute ist der gebürtige Nürtinger derzeit weit entfernt. Nur in zwei Spielen war Breier erfolgreich: Beim Saisonauftakt gegen Duisburg (5:1) schnürte er einen Doppelpack, sein drittes und bislang letztes Tor gelang ihm im November gegen Dynamo Dresden (1:3). Vielsagend: Alle drei Treffer erzielte der Linksfuß als Mittelstürmer. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mich im Zentrum wohler fühle. Da kann ich mehr Torgefahr ausstrahlen und bekomme mehr Chancen.“

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Doch im Sturmzentrum setzt Härtel auf John Verhoek (sechs Saisontore), Breier muss oft auf die ungeliebte Außenposition ausweichen. Mit der fremdelte er schon, als der Hansa-Trainer noch Pavel Dotchev hieß. „Es wissen alle, dass es nicht meine Wunschposition ist und ich mich dort schwerer tue, als wenn ich vorne spiele“, erklärt der Offensivmann: „Auf Außen habe ich Probleme, gefährlich vors Tor zu kommen. Ich mache viel für die Mannschaft, ich laufe viel, arbeite viel nach hinten, aber nach vorne fehlt mir dann manchmal etwas die Kraft, um in die gefährliche Räume zu kommen.“

Sein Verhältnis zu Verhoek hat durch die veränderte Hierarchie im Sturm nicht gelitten, sagt Breier: „Das war letztes Jahr entspannt, das ist dieses Jahr auch entspannt. Letztes Jahr habe ich gespielt, dieses Jahr spielt er mehr. Wir sind ganz normale Teamkollegen und haben kein Problem miteinander.“

Dennoch: Mit der Reservistenrolle will sich der Stürmer, der vor drei Jahren vom VfB Stuttgart II zu Hansa gekommen ist und hier bis zum 30. Juni 2023 unter Vertrag steht, auf Dauer nicht zufriedengeben. „Ich hoffe, dass ich von hinten wieder mehr Druck aufbauen kann. Es ist gut für mich, aber auch gut für die Mannschaft, wenn der Konkurrenzkampf größer ist.“