03. Juni 2021 / 18:22 Uhr

Edemissen setzt auf einheimische Spieler und will in die Oberliga

Edemissen setzt auf einheimische Spieler und will in die Oberliga

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Pressewart Hannes Kühn (rechts) belegte mit dem Herrenteam beim Heimspieltag Platz zwei. Den Aufstieg hat die Mannschaft aus Edemissen aber weiterhin im Blick. Ebenso die Damen: Silke Ehlert und Co. gewannen ihr Wettspiel.
Pressewart Hannes Kühn (rechts) belegte mit dem Herrenteam beim Heimspieltag Platz zwei. Den Aufstieg hat die Mannschaft aus Edemissen aber weiterhin im Blick. Ebenso die Damen: Silke Ehlert und Co. gewannen ihr Wettspiel. © Ralf Büchler
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Der Golfclub Peine-Edemissen möchte mit seinen beiden Teams zurück in die Oberliga. Dafür legten vor allem die Damen am Heimspieltag den Grundstein. Die Herren verbleiben nach ihrem zweiten Platz hinter dem Golfclub Sieben-Berge – haben den Aufstieg aber weiterhin im Blick.

Der Heimspieltag ist für die Sportler des Golfclubs Peine-Edemissen immer das „Highlight des Jahres“. Für gewöhnlich warten mehr als 100 Mitglieder am 18. Loch darauf, dass die Mannschaften das letzte Mal in diesem Wettkampfspiel den kleinen weißen Ball versenken. „Das pusht uns immer enorm“, berichtet Hannes Kühn, Pressewart des Golfclubs und Spieler im Herren-Team, das in der Landesliga aktiv ist. Unter Corona-Bedingungen waren die Spielerinnen und Spieler auf sich allein gestellt, sind aber trotzdem froh, dass die Ligen nach dem Ausfall im Vorjahr wieder ausgespielt werden. Vor allem mit heimischen Spielern möchte sich der Golfclub in Zukunft mit beiden Teams – den Damen und den Herren – in der Oberliga etablieren.

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Die besseren Chancen haben zweifelsohne die Damen, die in der Gruppenliga spielen und als Tabellenerster direkt in die Oberliga aufrücken würden – eine Landesliga als Zwischenstufe gibt es bei den Damen nämlich nicht. „Sie sind der absolute Favorit und sind dieser Rolle an ihrem ersten Spieltag auch gerecht geworden“, lobt Hannes Kühn. Um 54 Schläge ließ Edemissen den Verfolger vom Golfclub Rittergut Hedwigsburg (Kissenbrück bei Wolfenbüttel) hinter sich. Das beste Ergebnis lieferte Christina Winkler ab (75 Schläge), dicht gefolgt von Gabriela Kraus (76) – Par beträgt in Edemissen 72.

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Dass die Edemisser Damen Favorit auf den Oberliga-Aufstieg sind, das zeigen bereits die Handicaps, also der Wert für die Spielstärke, der alle Golferinnen und Golfer vergleichbar macht. Mit ihrem 0,9er-Handicap ist Christina Winkler die Top-Spielerin der Ost-Staffel in der Gruppenliga. Lediglich die Spitzenfrau des Golfclubs Wolfsburg (Handicap 2) kann da mithalten. Und auch sonst sind die Peiner Frauen ihrer Konkurrenz auf den anderen Positionen überlegen. Während Carolyn Michell-Auli mit 10,0 den höchsten Wert der Peinerinnen hat, spielen in den anderen Teams Frauen mit zum teil deutlich höheren Handicaps. „Zum Vergleich: 14 ist das doppelte von 7. Im Golf liegen aber Welten zwischen diesen beiden Handicaps“, erklärt Hannes Kühn.

Sportlich sind die beiden Wettkampf-Mannschaften die Aushängeschilder des Golfclubs. „Dann will man zu Hause natürlich auch gewinnen“, sagt der Pressewart, der mit den Herren knapp den Sieg verpasst hat. „Leider. Die Jungs waren nicht alle zufrieden.“ Gerade einmal fünf Schläge trennten die Hausherren vom Golfclub Sieben-Berge, der sein Heimspiel im kleinen Rheden bei Hildesheim vor zwei Wochen gewonnen hatte. „Wir sind insgesamt nur 31 Schläge hinter denen zurück. Das klingt nach viel, durch ist das aber noch lange nicht“, erklärt Kühn. Nur der Tabellenerste steigt auf, drei Spieltage gibt es noch.

Wichtig sind nicht die Gesamtschläge, sondern die Tabellenpunkte. Für den ersten Platz bei einem Spieltag erhält die Sieger-Mannschaft fünf Punkte. Die weiteren Ränge erhalten abstufend jeweils einen Punkt weniger, wodurch Edemissen nach zwei zweiten Plätzen nun bei acht Zählern und die Hildesheimer bei nun zehn Punkten stehen. „Wir haben mittlerweile eine gesunde Rivalität mit dem Golfclub Sieben-Berge“, berichtet Kühn. In den vergangenen Jahren hatten sich die Wege der beiden Teams häufig gekreuzt. „2019 sind wir zusammen aus der Oberliga abgestiegen.“

Da möchten die Edemisser bestmöglich mit ihren beiden Mannschaften wieder hin. „Das Niveau dort ist schon sehr gut. Unser Ziel ist es uns auf diesem Niveau zu etablieren“, erklärt Hannes Kühn. Der Fokus liege derweil ganz klar auf den heimischen Spielern und Talenten. „Wir haben bei 950 Mitgliedern auch 150 Jugendliche im Verein. Denen wollen wir auch guten Wettkampfsport anbieten. Viele der aktuellen Spieler sind aus der Jugend hochgekommen“, berichtet Kühn, dem eine enge Bindung der Spieler zum Verein wichtig ist. Vereine in der Oberliga würden sogar schon Spieler einkaufen, sagt er.


Selber wohnt der gebürtige Sievershausener mittlerweile in Berlin und reist noch für die Spiele in den Kreis Peine. Auch der Top-Spieler der Herren, Tobias Hense, wohnt und arbeitet mittlerweile in Frankfurt. „Dieses Engagement zeichnet die Mannschaften aus.“ In dieser Woche starten die Teams auch wieder in das gemeinsame Training mit ihren Coaches. „Das ist lange nicht möglich gewesen“, sagt Kühn der auf einen „Jetzt-erst-recht“-Effekt hofft – den Aufstieg haben die Edemisser weiterhin im Blick.

Christina Winkler ist die Top-Spielerin der Edemisser Damen.
Christina Winkler ist die Top-Spielerin der Edemisser Damen. © Ralf Büchler

Ergebnisse: Spieltag in Edemissen

Edemissens Damen, Gruppenliga: Christina Winkler 75 (+3), Gabriela Kraus 76 (+4), Silke Ehlert 80 (+8), Beate Kahlert 80 (+8), Carolyn Michell-Auli 87 (+15), Wiebke Kleinschmidt 91 (+19).

Teams: 1. GC Peine-Edemissen (398 Schläge, 38 über Par), 2. GC Hedwigsburg (452 Schläge, 92 über Par), 3. GC Wolfsburg (479 Schläge, 119 über Par), 4. GC Am Deister (508 Schläge, 148 über Par).

Edemissens Herren, Landesliga: Tobias Hense 72 (+0), Jan Keutel 77 (+5), Jan Reineck 81 (+9), Yves Tamborini 84 (+12), Max Langer 84 (+12), Lasse Schneidereit 84 (+12), Hauke Kühn 88 (+16), Mark Oberbremer 91 (+19).

Teams: 1. GC Sieben-Berge (565 Schläge, 61 über Par), 2. GC Peine-Edemissen (570 Schläge, 66 über Par), 3. GC Gifhorn (589 Schläge, 85 über Par), 4. GC Schaumburg (600 Schläge, 96 über Par), 5. GC Bad Salzdetfurth (630 Schläge, 126 über Par).

Kühn: „Vorher gab es quasi nur einen richtigen Spieltag im Jahr“

Erst seit 2013 besteht die Deutsche Golf-Liga als Wettkampfsystem für Mannschaften mit seiner heutigen Struktur. „Vorher gab es quasi nur einen richtigen Spieltag im Jahr“, berichtet Hannes Kühn, Pressewart des Golfclubs Peine-Edemissen. Mittlerweile gibt es in allen Ligastufen – von der 1. Bundesliga bis zur Landesliga – fünf Spieltage pro Saison. An jedem nehmen etwa 3380 Spieler aus 320 Golfclubs an 92 Wettspielen im ganzen Land teil. Hinzu kommen die Wettkämpfe in den Gruppenligen, in denen die Edemisser Damen aktiv sind. „Durch die Einführung der Deutschen Golf-Liga ist der Wettkampf viel kontinuierlicher geworden“, freut sich Hannes Kühn.

Im Jahr 2009 wurde Golf bei einer Sitzung des Internationalen Olympischen Komitee nach 112 Jahren der Abstinenz wieder in das olympische Programm aufgenommen, 2016 gab es in Rio de Janeiro wieder die ersten Turniere bei Sommerspielen. In Deutschland war diese Entwicklung der Anstoß für die Deutsche Golf-Liga. „Das war damals eine Vorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes, dass der Golfverband einen Ligabetrieb auf die Beine stellen sollte“, berichtet Hannes Kühn. Im Mai 2013 fand dann der erste Spieltag statt.

Für den Edemisser Pressewart ist der Ligabetrieb das, was im Wettkampfsport zählt. „Da misst man sich mit den anderen Golfclubs“, sagt Hannes Kühn. „Außerdem hat es die Konkurrenz beflügelt.“