15. Juli 2020 / 17:28 Uhr

Edemisser Malte Donker unterschreibt seinen ersten Profivertrag

Edemisser Malte Donker unterschreibt seinen ersten Profivertrag

Jürgen Hansen
Peiner Allgemeine Zeitung
Malte Donker (am Ball) im Einsatz für den TSV Hannover-Burgdorf II. Hier setzt er sich im Drittligaspiel gegen die Schweriner Abwehr durch.
Malte Donker (am Ball) im Einsatz für den TSV Hannover-Burgdorf II. Hier setzt er sich im Drittligaspiel gegen die Schweriner Abwehr durch. © Thomas Bork
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Vertrauensvorschuss für Malte Donker: Der gebürtige Edemisser unterschrieb nach mehrmonatiger Verletzungspause einen Profi-Vertrag beim Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. Das Handballspielen lernte er bei der HSG Nord.

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Er durchlief seit der C-Jugend alle Handball-Nachwuchsmannschaften der TSV Burgdorf, wurde im Laufe der Jahre immer besser und hat nun sein Ziel erreicht: Malte Donker läuft in der kommenden Saison als Profi für den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf auf. Bei den „Recken“ erhält der ehemalige Spieler der HSG Nord Edemissen einen Einjahres-Vertrag, was gleichbedeutend mit einem Vertrauensvorschuss ist. Denn Donker hatte im Januar eine schwere Schulterverletzung erlitten, die er erst kürzlich auskuriert hat.

„Diese Woche hatten wir das erste Mal richtiges Training. Und es lief gut bei mir, ich hatte keinerlei Probleme mit der Schulter“, freut sich Donker, für den mit der Vertrags-Unterzeichnung ein Traum in Erfüllung ging. „Vor vier Jahren half ich einmal bei den Profis aus, hatte meinen ersten Bundesliga-Einsatz. Das war ein super Gefühl. Und wenn man einmal an der höchsten Spielklasse geschnuppert hat, will man mehr, will dauerhaft dabei sein.“

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Bereits vergangene Saison stand der gebürtiger Edemisser, der seit fünf Jahren in Hannover lebt, während der Hinrunde fast immer im Aufgebot der Recken. „Meistens kam ich auch zum Einsatz. Aber nur in der Abwehr, damit die Rückraum-Stammkräfte Ivan Martinovic und Nejc Cehte Erholungspausen bekommen“, erläutert Donker. In der Recken-Deckung zu spielen, daran musste sich der damalige Amateur-Vertragsspieler allerdings erst gewöhnen. „Es ist etwas kompliziert. Unser Trainer Carlos Ortega lässt hinten bevorzugt sehr offensiv agieren, es gibt viele Eins-gegen-Eins-Situationen. Jeder hat seinen festen Platz, zur Seite hin wird sich wenig bewegt. Wir treten meist nur nach vorn raus.“

Seine ersten Handball-Schritte machte der Linkshänder bei der HSG Nord, ehe er im Alter von 13 Jahren bei der TSV Burgdorf ein Sichtungstraining absolvierte. „Dabei habe ich wohl überzeugt, denn die Burgdorfer fragten mich kurze Zeit später, ob ich bleiben möchte. Nach Rücksprache mit meiner Mutter und meinem Vater, entschieden wir uns dann, dass ich den Schritt wage.“ Fortan verkürzte sich die Freizeit des Rückraumspielers, der seinerzeit bis 15.30 Uhr Unterricht an der IGS in Vöhrum hatte, enorm. Denn nun stand für ihn deutlich öfter als zuvor Training auf dem Programm. Hinzu kam die Fahrerei. „Meistens haben mich damals meine Eltern mit dem Auto nach Burgdorf gebracht.“

Mit dem U17-Nationalteam gewann Malte Donker (rechts neben dem Trainer) beim European Youth Olympic Festival in der georgischen Hauptstadt Tiflis die Bronzemedaille.
Mit dem U17-Nationalteam gewann Malte Donker (rechts neben dem Trainer) beim European Youth Olympic Festival in der georgischen Hauptstadt Tiflis die Bronzemedaille. © donkey donker
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Vor vier Jahren hatte Donker mit dem U17-Nationalteam Bronze beim European Youth Olympic Festival in der georgischen Hauptstadt Tiflis gewonnen. In den folgenden drei Jahren war er mit einem Amateur-Vertrag ausgestattet, gehörte nominell zu Burgdorfs Reserve, die in der 3. Liga angesiedelt ist. Die Ungewissheit, ob der Sprung ins Profiteam gelingt, bewog ihn dazu, ein Fernstudium – Fachrichtung Sport-Management – aufzunehmen. „Dabei bleibt es auch“, versichert der 22-Jährige, dessen Hauptaugenmerk jedoch klar auf der Handball-Bundesliga liegt. Für seine Mannschaft erwartet er eine schwere Saison. „Uns verließen einige Leistungsträger, wir haben insgesamt fünf Abgänge und nur zwei Zugänge. Ich denke, mit einem Mittelfeldplatz könnte man am Ende zufrieden sein.“

Ebenfalls in den Sternen steht, wieviel Spielanteile Donker selbst kommende Serie erhält. „Meine Stärken liegen in der Abwehr. Ich vermute daher, hinten oft zum Einsatz zu kommen. Im Angriff dürfte es schwerer werden, meine Wurfvarianten sind ausbaufähig. Da muss ich besser werden“, betont der 22-Jährige, dessen jüngerer Bruder Ayke ebenfalls den Sprung in den höherklassigen Handball geschafft hat. Denn der Kreisläufer, der in der zurückliegenden Spielzeit als Jugendlicher für Landesligist HSG Nord Edemissen auf Torejagd gegangen war, gehört nun zum Aufgebot des Herren-Drittligisten TSV Anderten.

Von Jürgen Hansen