05. Mai 2021 / 19:48 Uhr

Eden Hazard trifft auf Ex-Klub Chelsea: Wie er vom Weltstar zum Sorgenkind von Real Madrid wurde

Eden Hazard trifft auf Ex-Klub Chelsea: Wie er vom Weltstar zum Sorgenkind von Real Madrid wurde

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eden Hazard entwickelte sich beim FC Chelsea zum Superstar. Bei Real Madrid bleibt der Belgier noch weit hinter den Erwartungen zurück.
Eden Hazard entwickelte sich beim FC Chelsea zum Superstar. Bei Real Madrid bleibt der Belgier noch weit hinter den Erwartungen zurück. © IMAGO/Sportimage/Getty (Montage)
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Am Mittwoch kehrt Eden Hazard zu seinem langjährigen Verein FC Chelsea zurück - wo der Belgier einst seine großen Erfolge feierte. Bei Real Madrid ist er zwei Jahre nach seinem 115-Millionen-Euro-Figur nur ein Mitläufer.

Es ist nicht lange her, da galt Eden Hazard noch als einer der besten Spieler der Welt. Der Linksaußen war beim FC Chelsea ein absoluter Leistungsträger, ein Publikumsliebling. "An seinen besten Tagen kann ihn niemand stoppen, er hat so eine großartige Qualität am Ball", adelte ihn einst Ex-Weltstar Thierry Henry. Hazard könne "aus dem Nichts etwas kreieren, und das ist es, was einen besonderen Spieler auszeichnet." Seit langer Zeit gibt es für Spieler eines solchen Kalibers langfristig nur ein Ziel - und das war bei Hazard nicht anders: 2019 wechselte er nach 352 Spielen, 110 Toren, zwei Meistertiteln, zwei Europa-League-Erfolgen und zwei nationalen Pokalen zu Real Madrid - dem Nonplusultra im Weltfußball. Für 115 Millionen Euro Ablöse.

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Im Santiago Bernabeu sollte er Nachfolger von Cristiano Ronaldo werden. Doch die Wette ging schief. Denn bei Real klappt für den mittlerweile 30 Jahre alten Hazard so gut wie gar nichts mehr, sein Marktwert sank in den zurückliegenden zwei Jahren laut transfermarkt.de von 150 auf nur noch 40 Millionen Euro. Am Mittwoch kehrt er mit den Königlichen im Halbfinal-Rückspiel der Champions League (21 Uhr, so könnt ihr das Spiel live sehen!) in sein altes Wohnzimmer zurück - die Londoner Stamford Bridge. Doch er ist nicht Leistungsträger der Madrilenen, sondern bestenfalls Mitläufer und schlimmstenfalls ein großes Sorgenkind, über das in seiner früheren Wahlheimat inzwischen vor allem gespottet wird. In seinen zwei Real-Jahren absolvierte er bisher erst 39 Spiele, schoss für einen Spieler seiner Klasse mickrige vier Törchen und machte wahlweise mit Übergewicht oder langwierigen Verletzungssorgen von sich reden.

"Man muss sich Sorgen für die Zukunft machen. Er ist 30, verlässt sich auf seine Schärfe, seine Schnelligkeit als Dribbler. Wir alle wissen, dass es ab 30 bergab geht", sagte der frühere Chelsea-Profi Damien Duff dem irischen Sender RTE. "Er hatte elf Verletzungen, und von elf Verletzungen zurückzukommen, zumal er in den letzten zwei Jahren selten gespielt hat - da brauchst du den Drive, du musst ein Vollprofi sein." Wäre Hazard dies gewesen, so Duff weiter, würde man ihn heute in einem Atemzug mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo nennen.

Immerhin: Vor dem Gastspiel bei seinem langjährigen Verein (von 2012 bis 2019 spielte Hazard für Chelsea) ist der Bruder von BVB-Spieler Thorgan Hazard endlich mal wieder richtig fit. Beim 2:0 am Wochenende gegen Osasuna stand er erstmals seit drei Monaten wieder in der Startformation, bereits im Hinspiel war er eingewechselt worden. Wie wichtig die Partie in London für den sensiblen Linksfuß ist, weiß auch sein Trainer, der ihn Medienberichten zufolge wieder in die Anfangself berufen soll. "Es ist ein großer Moment für ihn und er ist bereit. Wir wissen alle, was für ein guter Spieler Eden ist. Wir kennen seine Qualität und ich bin sicher, dass er ready ist, Einfluss auf das Spiel zu nehmen", sagte Zinedine Zidane, der schon von Hazard schwärmte, als der 19 Jahre alte war und noch für Lille in der Ligue 1 spielte.

Damals konnte er unbeschwert aufspielen, war austrainiert, topfit und so explosiv, dass er bei sämtlichen großen Klubs Europas auf dem Zettel stand. Inzwischen ist von dem Hazard, der bei Lille zum Shootingstar und bei Chelsea zur Legende reifte, nicht mehr allzu viel übrig - vor allem wegen seines Verletzungspechs. Allein in dieser Saison verpasste er mehr Spiele (28) als er bestritt (17). Längst gilt er trotz eines noch bis 2024 laufenden Vertrages als einer der größten Flops der Real-Geschichte - ein Makel, den Eden Hazard wohl nur mindern kann, sollte er Madrid mit einer Gala gegen seinen Ex-Klub ins Finale der Champions League führen. Es wäre zumindest ein großer erster Schritt für den nach wie vor hochtalentierten, aber allzu oft glücklosen Tempodribbler.