01. November 2020 / 23:44 Uhr

Effenberg kritisiert Vertragspoker in Corona-Krise am Beispiel Alaba: "Appelliere an Demut"

Effenberg kritisiert Vertragspoker in Corona-Krise am Beispiel Alaba: "Appelliere an Demut"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg hat am Beispiel David Alaba die Summen im Fußball kritisiert.
Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg hat am Beispiel David Alaba die Summen im Fußball kritisiert. © imago images/Getty
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Hat der Fußball aus der Corona-Krise nichts gelernt? Im Sommer-Transferfenster wurden trotz der Pandemie wieder hohe Summen für Spieler gezahlt. Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg fordert die Szene am Beispiel des Vertragspokers von David Alaba mit dem FC Bayern München zum Umdenken auf.

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Elf Millionen Euro Grundgehalt, das durch Prämien auf maximal 17 Millionen Euro ansteigen könnte - und das für fünf Jahre: Das soll der FC Bayern München seinem Abwehr-Chef David Alaba nach Informationen der Sport Bild angeboten haben, um den zum Saisonende auslaufenden Vertrag des Österreichers zu verlängern. Die Alaba-Seite soll das Angebot mit Verweis auf das zu niedrige Grundgehalt allerdings abgelehnt haben - das bestätigte am Sonntagabend Bayern-Präsident Herbert Hainer, der zudem erklärte, dass der FCB das Vertragsangebot zurückgezogen habe. Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg bringt das Feilschen um Millionen auf die Palme. "Woran ich appellieren würde, ist an die Vernunft und Demut der Spieler", sagte der ehemalige Weltklasse-Spieler am Sonntag im "Doppelpass" bei Sport1 in Bezug auf die Corona-Pandemie.

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So kritisierte Effenberg zunächst allgemein die Fußball-Szene: "Es gibt Spieler bei Topklubs, die in Verhandlungen stehen, die aber nachwievor irgendwelche Dinge erwarten oder verlangen, die gar nicht mehr in der heutigen Zeit im Verhältnis stehen", sagte der Champions-League-Sieger von 2001. Dies werfe "kein gutes Licht" auf den Sport. Als Beispiel führte er eben den Vertragspoker von Alaba an: Dort rede man nicht von "500.000 Euro, einer Million oder drei Millionen, sondern wir reden von ganz ganz viel Geld. Davon müssen wir uns mal verabschieden", führte Effenberg aus. Der Millionen-Poker passe einfach nicht in die heutige Zeit, so der ehemalige Nationalspieler: "Andere leiden zutiefst mit Kurzarbeit oder haben ihren Job verloren. Die wissen nicht, wie die Zukunft aussieht."

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Seit Monaten verhandeln der deutsche Rekordmeister mit dem 28-jährigen Alaba und dessen Berater um die Verlängerung des 2021 auslaufenden Vertrages. Der Österreicher war im Sommer 2008 zu den Münchnern gewechselt und hat sich zum Abwehr-Chef entwickelt. Nun, wo der FC Bayern das Angebot "komplett vom Tisch" (Zitat Hainer) genommen hat, droht Alaba das endgültige Bayern-Aus.

Effenberg hofft derweil, dass die Diskussionen um solche Monster-Verträge einfach bald beendet werden. "Ich hoffe diese Pandemie, in der wir gerade stecken, ist eine Säuberung im Fußball, dass wir nicht mehr diskutieren über 80, 100 oder 120 Millionen Euro Ablöse."