01. März 2021 / 17:51 Uhr

eFootball: SG Lenglern/Harste holt Titel im NFV-Kreis Göttingen-Osterode

eFootball: SG Lenglern/Harste holt Titel im NFV-Kreis Göttingen-Osterode

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Bleron Pergjegjaj bei der Siegerehrung der eFootball-Kreisliga 2020, als Tom Werner noch sein Gegner war.
Bleron Pergjegjaj bei der Siegerehrung der eFootball-Kreisliga 2020, als Tom Werner noch sein Gegner war. © Swen Pförtner
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Bleron Pergjegjaj und Tom Werner haben es geschafft: Nach dem Erfolg bei der Niedersachsenmeisterschaft haben die Zocker der SG Lenglern/Harste nun auch durch einen 5:3-Finalsieg gegen den SV Rotenberg den eFootball-Titel im NFV-Kreis Göttingen-Osterode geholt.

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Die SG Lenglern/Harste ist an der Konsole kaum zu schlagen: Die eFootballer des Klubs haben sich am Sonntag durch einen 5:3 (1:3)-Erfolg gegen den Eichsfeld-Vertreter SV Rotenberg den Sieg in der Winterrunde der eFootball-Kreisklasse des NFV-Kreises Göttingen-Osterode gesichert. Zuvor hatten sich die SG-Zocker Bleron Pergjegjaj und Tom Werner Mitte Februar als Niedersachsen-Champion für die DFB-Hauptrunde der bundesweit besten 64 Teams qualifiziert.

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Im Kreis-Endspiel am Sonntagabend sah es zunächst nach einem Erfolg des SV Rotenberg aus: Die Rotenberger mit Mattis Mühlhaus und Jonas Degener waren in den parallel geführten Begegnungen mit 3:0 in Führung gegangen – Mühlhaus erzielte gegen Pergjegjaj den Führungstreffer, Degener schlug gegen Werner sogar zweimal zu. „Vielleicht haben wir uns zu sehr gefreut und schon einen Haken hinter das Spiel gemacht“, sagt Mühlhaus selbstkritisch.

Werner bereitet sich ein schönes Geburtstagsgeschenk

Noch vor der Pause gelang Pergjegjaj der Ausgleich, und in der zweiten Hälfte drehte die SG das Spiel dann um. Pergjegjaj machte seinen 3:1-Erfolg kurz vor Schluss perfekt, Werner glich zum 2:2 aus und spielte dann die Zeit clever runter. Auf dem Feld ist er für die SG Settmarshausen/Mengershausen am Ball, an der Konsole bereitete sich Werner am Sonntagabend ein schönes Geburtstagsgeschenk: Am Montag feierte er seinen 25. Geburtstag.

Tom Werner
Tom Werner © R

Während sich die Eichsfelder bei der Finalpartie gegenübersaßen, zockten der 20 Jahre alte Pergjegjaj, der beim Bezirksligisten SG Lenglern in der Innenverteidigung spielt, und sein Mitspieler Werner jeder für sich von zu Hause aus. Überhaupt pflegen die Meister-eFootballer der SG eine erfolgreiche sportliche Fernbeziehung: Seitdem Pergjegjaj und Werner zusammenspielen, haben sie sich noch nie getroffen und sind trotzdem Niedersachsen- sowie Kreisklassen-Champion geworden.

DFB-Hauptrunde steigt im Mai

Für Bleron Pergjegjaj und Tom Werner geht die gemeinsam-getrennte Zockerei im Mai weiter, wenn die beiden für die SG Lenglern/Harste in der DFB-Hauptrunde der bundesweit besten 64 eFootball-Teams antreten.  Einen Gegner gibt es noch nicht, der wird ihnen in den nächsten Tagen zugelost. Pergjegjaj und Werner spielen regelmäßig gegeneinander, eine Woche vor der Begegnung wolle man sich etwas intensiver vorbereiten, verrät Pergjegjaj. Er und Werner hatten sich in der Qualifikationsrunde mit zwei souveränen Siegen gegen den FC Kutzhof aus dem Saarland durchgesetzt. Auch der Bühler SV aus dem NFV-Kreis Northeim-Einbeck ist nach einem 2:1 gegen Tasmania Berlin weiter mit dabei.

Das bisher einzige Mal sind sich die beiden bei der Siegerehrung der NFV-Sommerrunde im vergangenen Jahr über den Weg gelaufen. „Damals hatte ich noch einen anderen Mitspieler, der später keine Zeit mehr hatte, und habe Tom knapp geschlagen. Als dann die Niedersachsenmeisterschaft anstand, habe ich ihn gefragt, ob er mit mir spielen will“, berichtet Pergjegjaj – beim eFootball muss mindestens einer der beiden Akteure aus dem Klub kommen, unter dessen Namen gespielt wird. „Es ist schon echt komisch, dass daraus eine Freundschaft entstanden ist“, sagt Werner.

Mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Duo. „Tom spielt sehr konzentriert und sehr ruhig, und auch im Finale sind wir ruhig geblieben“, sagt Pergjegjaj. Er weiß: „Wenn du beim eFootball mit 0:3 zurückliegst, sagt das gar nichts, und im Halbfinale und Finale kommt es auch auf die Nerven an.“ Der SG-Abwehrspieler, der aus Holtensen kommt, glaubt, dass die Ausgeglichenheit zu den Stärken des Teams zählt: „Von 100 Partien gewinnt der eine 51 und der andere 49.“ Das sieht auch Werner so: „Bleron ist vielleicht einen Tick besser, aber im Prinzip verlaufen unsere direkten Duelle ziemlich ausgeglichen.“

Die eFootball-Kreisklasse ist „eine geile Ablenkung“

Der 19-jährige Mühlhaus und der 20-jährige Degener hatten sich vorgenommen, das Halbfinale zu erreichen. Dass es nun das Finale geworden ist, sei umso schöner, auch wenn am Ende eine Niederlage stand. „Für uns war es auf jeden Fall ein Erfolg, zumal es in diesen Zeiten eine geile Ablenkung war“, sagt Mühlhaus. Pergjegjaj schätzt an der eFootball-Kreisklasse, „dass es ein Wettkampf ist und man Kontakt zu anderen Leuten hat. Aber ich vermisse es schon sehr, auf den Platz zu gehen.“ Für die SG sei eFootball auch eine Möglichkeit, junge Menschen an den Verein zu binden, die nicht Fußball, sondern eFootball spielen wollen“, sagt der Sportliche Leiter Jens Schiele.

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Pergjegjaj ist Bayern-Fan, Werner ist Braunschweig-Anhänger. Wenn sie für die SG Lenglern/Harste an der Konsole antreten, suchen sie sich regelmäßig den Hamburger SV als Team aus – beim eFootball holt der HSV dank zweier Zocker aus Südniedersachsen einen Titel nach dem anderen.