04. Februar 2022 / 10:41 Uhr

Liebling der Massen: Ehemaliger Chemie-Verteidiger Bernd Dobermann verstorben

Liebling der Massen: Ehemaliger Chemie-Verteidiger Bernd Dobermann verstorben

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Bernd Dobermann mit Offensivdrang am Ball im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg. Gegner: Jörg Ohm (r.).
Bernd Dobermann mit Offensivdrang am Ball im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg. Gegner: Jörg Ohm (r.). © Archiv/Frank Müller
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„Dobermann geh‘ Du voran“: Bernd Dobermann war bei Chemie Leipzig der Liebling der Fans und war zu seiner Zeit einer der ersten offensiven Außenverteidiger. Am Mittwoch ist der Ex-DDR-Nationalspieler im Alter von 77 Jahren verstorben.

Leipzig. Am Mittwoch ist der ehemalige DDR-Oberliga-Fußballer Bernd Dobermann im Alter von 77 Jahren verstorben. Dobermann war von der BSG Medizin Leipzig über den Nachwuchs des SC Lok, dann Lok Ost Leipzig und Aktivist Böhlen 1967 zur BSG Chemie Leipzig gekommen.

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"Ganz feiner Kerl"

Dort funktionierte ihn Trainer Otto Tschirner mit Erfolg vom schnellen Stürmer zum nicht minder flinken Rechtsverteidiger um. Dobermann avancierte als einer der ersten offensiven Außenverteidiger zum Liebling der Massen, was häufig im Ruf „Dobermann geh‘ Du voran“ gipfelte. So schaffte er es 1969 als 25-Jähriger sogar kurz in die DDR-Nationalmannschaft, für die er zwei Spiele, jeweils gegen Ägypten (7:0-Sieg in Rostock und 3:1-Sieg in Kairo) als Rechtsverteidiger bestritt.

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Kurz darauf musste Dobermann seinen Armeedienst antreten, wodurch er über Vorwärts Cottbus zum Oberliga-Club der Armee, zu Vorwärts Frankfurt/Oder kam. Danach kehrte er 1973 zwar nach Leipzig zurück, schloss sich aber, nun mittlerweile 29 Jahre alt, Zweitliga-Aufsteiger Rotation 1950 an, mit dem er jedoch wieder in die Bezirksliga abstieg. Fast 34-jährig beendete „Matzi“, so sein Spitzname, 1978 seine aktive Laufbahn.

Danach arbeitete er noch einige Jahre als Nachwuchstrainer bei Chemie Leipzig, ehe er Teams auf Stadtebene wie Stahl Südwest und etliche Jahre auch den SV 1910 coachte. Dobermanns Mitspieler und Kapitän bei Chemie, Nationalspieler Manfred Walter, sagt über ihn: „Matzis“ Umstellung zum Verteidiger hat sofort geklappt. Er war ein richtig guter Offensivverteidiger, ähnlich wie der damals sehr populäre Otto Fräßdorf. Auch menschlich war Bernd ein ganz feiner Kerl.“

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