02. Februar 2020 / 15:25 Uhr

Ehre, wem Ehre gebührt: SC DHfK Leipzig stellt die Trainer in den Mittelpunkt

Ehre, wem Ehre gebührt: SC DHfK Leipzig stellt die Trainer in den Mittelpunkt

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Von links: DHfK-Präsident Bernd Merbitz mit den geehrten Lutz Riemann, Elena Poschart, Felix Groß und Dietmar Junker.
Von links: DHfK-Präsident Bernd Merbitz mit den geehrten Lutz Riemann, Elena Poschart, Felix Groß und Dietmar Junker. © Florian Pappert
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Der größte Sportverein der Messestadt ehrte am Sonntag seine besten Sportler und Trainer des Jahres 2019. Präsident Bernd Merbitz richtete dabei einen Appell an die Politik, den Beruf des Trainers nachhaltig zu stärken

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Leipzig. Leipzigs größter Sportverein SC DHfK hat am Sonntag in einer gut zweistündigen Zeremonie vor zahlreichen Ehrengästen seine besten Sportler und Trainer des vergangenen Jahr geehrt. Präsident Bernd Merbitz startete seine Worte gegen 11.30 Uhr im Mediencampus in Gohlis in Bezug auf die OBM-Wahl mit dem Gag: "Ich verspreche, dass wir bis 18 Uhr fertig sind - nicht dass uns Wahlbeeinflussung vorgehalten wird."

"Sportler des Jahres" im Verein wurde ein Radsportler: Felix Groß hatte im Januar sämtliche Ehrungenund Bälle verpasst, weil er auf Mallorca Kilometer ohne Ende schrubbte, um in vier Wochen bei der Bahnrad-WM in Berlin zu glänzen. Vor 48 Stunden war er von der "Radsport-Insel" heimgekehrt, am Mittwoch beginnt der Bahn-Feinschliff in Frankfurt/Oder. Bei der Leipziger Wahl vor Wochenfrist hatte der 21-Jährige das Podium noch verpasst. Apropos: Leipzigs "Sportler des Jahres" Martin Schulz belegte im Verein wie auch zuvor im Freistaat Platz zwei. Der Paratriathlon-Europameister kehrt am Montag aus Südafrika zurück.

Sportlerin des Jahres: Flossenschwimmerin Elena Poschart

Seit Jahren erfolgreich sind Sachsens Flossenschwimmer. Elena Poschart lebt und trainiert zwar seit Jahren in Leipzig, doch erst vor zwölf Monaten war sie vom TC Nemo Plauen zum SC DHfK gewechselt. 2019 wiederholte die Langstreckenspezialistin ihren EM-Titel - erstmals errang sie Gold für Deutschland und Leipzig, inzwischen hat sie ihre Karriere beendet. Der Umfrage-Sieg der aus Russland stammenden Biochemie-Studentin zeigt, wie wichtig dem Verein auch die Athleten der nichtolympischen Disziplinen sind.

Zwei "Sportler des Jahres" kamen also aus zwei Sportarten. Da lag es auf der Hand, nicht nur einen, sondern zwei "Trainer des Jahres" zu küren. Überhaupt will der SC DHfK die Trainer in diesem Jahr verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken. Nachdem sich der Präsident im Herbst mit erfolgreichen Athleten in lockerer Runde bei einem Getränk ausgetauscht hatte, sind in dieser Woche im Ratskeller die Trainer an der Reihe. An die Politik gewandt sagte Merbitz unter Beifall: "Das sind Leute mit toller Ausbildung, meist Hochschulstudium. Wann schaffen wir es endlich, aus dem Trainer einen anerkannten Beruf zu machen?"

Geehrt wurde zunächst Radsport-Professor Dietmar Junker, der seit 59 Jahren DHfK-Vereinsmitglied ist und die Gunst der Stunde für die Bemerkung nutzte: "Es wäre fantastisch, wenn beim nächsten Leipziger Sporthallen-Neubau eine moderne 250-Meter-Bahn für den Radsport integriert wird." Der zweite "Trainer des Jahres" ist der langjährige Finswimming-Bundestrainer Lutz Riemann, der von seinen Athleten besonders verehrt wird und seine Arbeit am Beckenrand seit einigen Monaten ehrenamtlich fortsetzt. Ergänzend zu seiner Laudatio sagte Merbitz mit Nachdruck: "Danke Lutz! Es kann nicht wahr sein, dass er als einer der besten Trainer vor einem Jahr abserviert werden sollte."

Ehrennadel in Silber für Peter Strauß

Die besten Nachwuchs-Asse nach einer internen Abstimmung aller 17 Abteilungen kommen vom Rudern und Handball: U23-Vizeweltmeisterin Johanna Reichardt bereitet sich gerade in Aserbaidschan auf die nationale Olympia-Qualifikation vor. In vier Wochen tritt die Leichtgewichts-Skullerin in Portugal mit Zwillingsschwester Marion im leichten Doppelzweier an. "Ich ruhe mich nicht auf dem Lorbeer des vergangenen Jahres aus", sagte sie in ihrer Videobotschaft. Bei den Junioren siegte Handballer Julius Meyer-Siebert, der nicht dabei sein konnte, weil er mit beiden DHfK-Teams um Drittliga-und Erstliga-Punkte kämpfte. "Warum rudert er eigentlich nicht", fragte Vizepräsidentin Angelika Noack in ihrer Laudatio in Anspielung auf das Gardemaß des aus Bayern stammenden Junioren-Vizeeuropameisters. Dieser misst stolze 2,06 Meter. Apropos Nachwuchs: Der SC DHfK berief am Sonntag mit Blick auf die kommenden Olympiazyklen ein 20-köpfiges Junior-Team.

Die erste Ehrung des Tages galt einem verdienstvollen Ehrenamtlichen: SPORTBUZZER-Mitarbeiter Peter Strauß erhielt einen speziellen Dank und die Ehrennadel in Silber für seine jahrzehntelange Tätigkeit als Sprecher bei Leichtathletik-Veranstaltungen und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.