28. Februar 2020 / 20:30 Uhr

Ehrung: Das sind Wolfsburgs Sportler des Jahres 2019

Ehrung: Das sind Wolfsburgs Sportler des Jahres 2019

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfsburgs Sportler des Jahres
Wolfsburgs Sportler des Jahres © dpa
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Wolfsburgs Sportler und Sportlerinnen des Jahres stehen fest. Die Ehrung der Stadt gab's am Freitagabend im Vorsfelder Schützenhaus.

Die Judoka Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde), Leichtathlet Phil Grolla (VfL Wolfsburg) und die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg – das sind Wolfsburgs Sportler des Jahres 2019. Am Freitagabend wurden sie im Vorsfelder Schützenhaus geehrt.

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Monika Müller (Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Klinikum und Sport) moderierte die Veranstaltung mit mehr als 100 Gästen - und mahnte in ihrem Begrüßungswort: "Wir hören immer wieder, dass mehr Schiedsrichter beschimpft werden und Eltern überengagiert sind. Wir alle wollen Sorge dafür tragen, dass sportliche Werte vermittelt werden." Sie erinnerte dabei an den Abbruch eines Fußball-Kreisliga-Spiels in Wolfsburg: "Auch wenn wir in Wolfsburg auf einem guten Weg sind, ist im letzten Jahr einiges vorgefallen."

Außerdem gab es nach der Überreichung der Ehrengaben wieder zahlreiche Auszeichnungen für Wolfsburger Sportler: Über die Sportmedaille in Gold durften sich Maikel Vottchel (AKBC) für seine Teilnahme an der Kickbox-WM, Ingo Kubenka (Pfeilflug 1998) für seinen DM- und Vize-EM-Titel und seine Teilnahme an der WM im 3D-Bogenschießen und Yavuz Ögüt (VfL Wolfsburg) für seine WM-Titel im Brazilian Jiu Jitsu (Gi und No Gi) freuen.

Silber gab's für Crossminton-Spieler Robin Joop (VfR Eintracht Nord). Mit Bronze wurden Leichtathlet Deniz Almas (VfL Wolfsburg), Rollkunstläuferin Chantal Märtens (VfL Wolfsburg), Para-Leichtathlet Lukas Schwechheimer (VfL Wolfsburg) sowie die Crossminton-Spieler Jonas Jöhnk und Christoph Kuwert-Behrenz (beide VfR Eintracht Nord) ausgezeichnet.

Außerdem wurden noch die Ehrenamtlichen Helmut Bruchmann, Hans Hahn (beide TSV Ehmen), Peter Henze, Tinny Mann (beide TV Jahn), Udo Eggerstedt (Post-SV), Siegfried Funke (Schützenbrüderschaft Vorsfelde) und Werner Reimer (MTV Vorsfelde) führ ihre Vereinsarbeit geehrt.

Wolfsburgs Meister des Sports: Ehrung im Schützenhaus Vorsfelde

Schützenheim Vorsfelde, Sportler des Jahres Ehrungen Zur Galerie
Schützenheim Vorsfelde, Sportler des Jahres Ehrungen ©

Mohrs: "Das kann den Sport kaputtmachen"

Oberbürgermeister Klaus Mohr betonte in seiner Rede: "Wir ehren heute 18 Einzelsportler und fünf Mannschaften, die Spitzenleistungen in 14 Disziplinen gebracht haben - das zeigt uns, wie breit der Leistungs- und Spitzensport in Wolfsburg aufgestellt ist. Ihre Leistungen werden in der Stadtgesellschaft wahrgenommen." Er pflichtete Müller in Sachen Fairplay bei: "Wir sehen, dass gerade Kritik an Schiedsrichtern und Punktrichtern, also an denen, ohne die Sport nicht möglich ist, wirklich Überhand nimmt. Das kann den Sport kaputtmachen, das wollen wir angehen."


Finanziell sei das Engagement für den Sport durch die öffentliche Hand nicht immer leicht. "Gerade in Zeiten der schwierigen Haushaltslage schauen wir genau hin, was wir im Sport investieren müssen", so Mohrs. "Deswegen dauern manche Dinge - das wissen wir - länger. Wir hoffen, dass wir die Opfer, die wir allen zumuten, gleichermaßen verteilen."

Wolfsburgs Sportler des Jahres: Phil Grolla

Premiere für Phil Grolla: Erstmals in seiner noch jungen Karriere ist der Para-Leichtathlet des VfL Wolfsburg zum Sportler des Jahres gewählt worden. Durch starke Leistungen hat sich der 19-Jährige, der ohne linken Unterarm geboren wurde, diese Auszeichnung verdient.

„Das Jahr war ziemlich erfolgreich“, sagt Grolla. Und das belegen seine Erfolge: Bei der Junioren-WM glänzte er in der U20 im schweizerischen Nottwil. Über seine Paradedisziplin, den 100-Meter-Sprint, holte er mit 11,27 Sekunden Gold, über 200 Meter Silber. In seiner Schaden-Klasse T47 verbesserte er den deutschen Rekord damals von 23,32 auf 22,61 Sekunden. Aber: „Seitdem bin ich die 200 Meter gar nicht mehr gelaufen“, so Grolla schmunzelnd.

Er konzentriert sich auf den Sprint – und zeigte bei den Erwachsenen schon tolle Leistungen. Bei der Para-WM in Dubai schaffte er es ins Finale, landete dort mit 11,11 Sekunden eine persönliche Bestzeit.

Phil Grolla
Phil Grolla © imago/Beautiful Sports

Aber es lief 2019 nicht alles nach Plan. „In der Sommersaison bin ich der Norm lange hinterhergelaufen“, erinnert sich Grolla. „Aber es ist nicht unbedingt ein Nachteil, wenn es Phasen gibt, in denen es nicht so gut läuft. Da muss man lernen, damit umzugehen.“

Grolla will in diesem Jahr angreifen, will zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Der Haken: Er muss die nationale Norm von 10,92 knacken. Das soll spätestens im Juni bei der EM in Polen gelingen. „Dann habe ich gute Chancen, mitgenommen zu werden. Das ist mein großes Ziel.“

Der Wolfsburger Sport: Die Top-Ten-Momente 2019

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Rückblick 2019: Der Wolfsburger Sport ©

Wolfsburgs Sportlerin des Jahres: Giovanna Scoccimarro

Tränen der Freude und der Erleichterung am vergangenen Samstag in Düsseldorf, am Freitag nur Freude im Schützenhaus Vorsfelde bei Giovanna Scoccimarro: „Ich bin glücklich, diesmal dabei sein zu können. Das ist etwas Besonderes für mich“, sagte sie im Vorfeld.

Zum dritten Mal in Folge wird sie als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet, im Vorjahr grüßte die 22-Jährige per Videobotschaft, weil sie in Düsseldorf kämpfen musste. Am Samstag holte sie dort Bronze, was den letzten Schritt zur Olympia-Quali bedeutete, die am Donnerstag erfolgte. 2019 war sie stark gewesen, hatte bei mehreren Grand Slams und Grand Prix’ Edelmetal gewonnen und Punkte für Olympia gesammelt.

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Giovanna Scoccimarro
Giovanna Scoccimarro ©

Nun kam die Lessienerin mal wieder in ihre Heimat zurück. Scoccimaro, U-21-Weltmeisterin 2017, lebt und arbeitet (bei VW) in Hannover, trainiert dort auch im Stützpunkt. Aber sie erzählt: „Ich komme immer noch regelmäßig heim zur Familie.“ Und auch den Kontakt zu ihrem Herzensverein MTV Vorsfelde, für den auch ihre Brüder kämpfen, lässt sie nicht abreißen. „Im Winter war ich bei der Weihnachtsfeier.“ Ein Highlight dabei: Fußball. Das gehört in Vorsfelde zum Judo-Aufwärmprogramm. Und da mischte die Top-Athletin, die in ihrer MTV-Zeit oft mit Männern trainierte, immer mit.

Am Sonntag fliegt die bescheidene Sportlerin mit dem Nationalteam nach Lanzarote, Trainingslager, Olympia-Vorbereitung, Fertigmachen für den großen Traum.

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Wolfsburgs Mannschaft des Jahres: Die VfL-Fußballerinnen

Der VfL-Slogan „Immer hungrig“ war nicht explizit für die Fußballerinnen gedacht, doch auf die erfolgreichste Wolfsburger Fußballmannschaft aller Zeiten passt er besonders gut. Seit 2013 gab es in jedem Jahr mindestens einen Titel – der Hunger lässt nicht nach.

Die fünfte deutsche Meisterschaft holte sich der VfL 2019 mit vier Punkten Vorsprung vor Bayern München, den sechsten DFB-Pokalsieg durch ein 1:0 im Finale gegen Freiburg. Im Halbfinale zuvor hatte es einen 4:0-Erfolg beim Rivalen FC Bayern gegeben, es war eines der beeindruckendsten VfL-Spiele des vergangenen Jahres.

Die VfL-Fußballerinnen
Die VfL-Fußballerinnen © Boris Baschin

Mit Nilla Fischer und Caroline Hansen verließen zwei herausragende Leistungsträgerinnen im Sommer den VfL, dennoch spielte das Team auf allerhöchstem Niveau weiter, führt die Liga wieder deutlich an und hat im Pokal schon wieder die Bayern rausgeworfen. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter, und Trainer Stephan Lerch profitieren dabei vom guten Ruf, den sich der VfL aufgebaut hat, und der Top-Talente aus dem Ausland ebenso anlockt wie deutsche Nationalspielerinnen – so bleibt die Mannschaft auf hohem Niveau leistungsfähig.

VfL-Frauen: Die Top-Ten-Momente 2019

VfL-Frauen: Die Top-Ten-Momente 2019 Zur Galerie
VfL-Frauen: Die Top-Ten-Momente 2019 ©

Dass es in der Champions League 2019 das Viertelfinal-Aus gegen Lyon gab, gehört ebenso zu den Enttäuschungen des Jahres wie das schwache WM-Abschneiden der DFB-Auswahl mit vier VfLerinnen. Aber so bleiben Ziele, für 2020 und für die Jahre danach. Und das beste Fußballteam Wolfsburgs bleibt hungrig