21. Oktober 2018 / 19:52 Uhr

Eichede schlägt VfB Lübeck II - Aufatmen bei Jürss

Eichede schlägt VfB Lübeck II - Aufatmen bei Jürss

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Hendrik Wurr bejubelt das 2:0.
Hendrik Wurr bejubelt das 2:0. © Agentur 54°
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Bei dem Sieg der Stormarner, der vor allem für Coach Jürss Zukunft enorm wichtig gewesen sein dürfte, hatte der Übungsleiter vor allem für zwei Spieler am Ende ein Sonderlob parat

Nachdem beide Oberliga-Teams zuletzt empfindliche Niederlagen kassierten (Eichede 1:5 in Schilksee und die Lübecker U23-Elf 0:4 gegen Eutin 08) stellten beide Trainer ihre Mannschaft gleich auf mehreren Positionen um. Bei den Gästen wurde sogar ein Torwartwechsel (Christian Spolert für Jonas Neumeister) vorgenommen.

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Kathmann trifft und muss runter

Im ersten Durchgang bekamen die 245 Zuschauer im Ernst-Wagener-Stadion eher Magerkost geboten. Die 1:0-Pausenführung für die Gastgeber erzielte Tim Kathmann (27.) mit einem Flachschuss ins rechte Eck nach einem Steilpass von Fynn Rathjen. Der Jung-Stürmer musste kurz nach dem Seitenwechsel ausgewechselt werden. Bei einem Laufduell mit VfB-Verteidiger Hendrik Bombek zog sich Kathmann eine Oberschenkelzerrung zu. Für Mitspieler Tim Günther (Pferdekuss)n war die Begegnung schon nach einer Viertelstunde vorzeitig beendet.

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Serkan Rinal bemängelt Einstellung

Die Lübecker versuchten es in erster Linie mit langen Bällen, die aber von den großgewachsenen SVE-Verteidigern Gerrit Schubring, Fyn Claasen und Hendrik Wurr konsequent geklärt wurden. Torchancen waren indes auf beiden Seiten zunächst überschaubar. Bei den Gästen vergaben Til Weidemann (34., Außennetz) und Alessandro Gottschalk (45.) mit einem 20-Meter-Schuss. Gar nicht einverstanden war VfB-Trainer Serkan Rinal mit dem kämpferischen Einsatz seiner jungen Mannschaft. „Es geht nur über den Kampf beziehungsweise mit Kampfgeist. Der hat bei uns erneut gefehlt. Den Vorwurf muss ich meiner Mannschaft machen. Eichede hat das dagegen über 90 Minuten definitiv gezeigt“, sagte er. „Wahrscheinlich bedingt durch ihre Tabellensituation.“

Platzverweis für Kjär als Knackpunkt

Die zweite Halbzeit bot mehr Unterhaltung. Erst scheiterte Gottschalk (50.), ehe der Eicheder Niko Hasselbusch (59.) nach Vorlage vom eingewechselten Angreifer Kastriot Alija links vorbeischoss – vorausgegangen war ein Fehler von Bombek. In der Folge bekamen beide Teams jeweils einen Strafstoß zugesprochen. Nach einem Foulspiel von Lübecks Spieler-Co-Trainer Nils Kjär (sah dafür die Gelb-Rote Karte) an Alija erhöhte Wurr sicher flach links unten auf 2:0 (65.). Hoffnung keimte bei den Gäste auf, als sich Enes Dagli ebenfalls als souveräner Elfmeterschütze (68., nach einem Foul von Tom Wittig an Til Weidemann) zeigte. Doch die Stormarner schlugen in Überzahl zurück. Nachdem Evgenij Bieche an Spolert scheiterte (80.), staubte Alija in der Mitte zum 3:1 (88.) ab – nach einer Linksflanke des guten Ex-Güsteraners Wurr.

Sonderlob für Wurr und Bremser

Dementsprechend zufrieden war Eichedes Trainer Christian Jürss. „Nach dem katastrophalen Auftritt in Schilksee ging es für uns darum, eine Reaktion zu zeigen. Das haben die Jungs von Anfang bis Ende gemacht. Einzig haben wir es versäumt, früher ein Tor nachzulegen“, resümierte der 32-Jährige und lobte die „geschlossene Leistung“ von Wurr & Co. „Wir haben uns in den entscheidenden Phasen belohnt, was sonst oft gefehlt hat.“ Für Stabilität sorgte die Rückkehr des wiedergenesenen Ersatzkapitän Yannick Bremser. „Seine Präsenz war wichtig“, betonte Jürss. Aber auch Torschütze Hendrik Wurr, der auf ungewohnter Position (links in der Abwehr-Vierrerkette) spielte, erhielt ein Sonderlob. „Es muss jeder im Team begreifen, dass es nur so aus dem Tabellenkeller geht. Demut muss sich langsam bei uns einstellen“, sagte der SVE-Coach.  

Während der VfB Lübeck II den Sprung auf den zweiten Platz verpasste, verbesserte sich Eichede auf den zehnten Platz.



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SV Eichede: Gevert – Wittig (85. Peters), Schubring, Claasen, H. Wurr – Y. Bremser – Bieche, Rathjen, Günther (15. Stoever), Hasselbusch – Kathmann (48. Alija).

VfB Lübeck II: Spolert – Demircan, Bombek, Kjär, Svirca – Dagli – Todt (69. Will), Bock (69. Kara), Kalfa – Weidemann, Gottschalk (58. Acer).