27. März 2019 / 08:00 Uhr

Eigene Ausstellung, Buch und hoher Besuch zum 125. Geburtstag des VfB Leipzig

Eigene Ausstellung, Buch und hoher Besuch zum 125. Geburtstag des VfB Leipzig

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Im Bruno-Plache-Stadion wird wichtiger Besuch erwartet.
Im Bruno-Plache-Stadion wird wichtiger Besuch erwartet. © André Kempner / Montage
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Eine Ausstellung im Alten Rathaus würdigt ab Freitag das Jubiläum des Lok-Vorgängers VfB Leipzig. Zu den Feierlichkeiten wird auch DFB-Präsident Grindel erwartet. Unterdessen rückt die geplante Fusion von Lok und VfB näher.

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Leipzig. Nach der großen Gala zum 125-jährigen Bestehen des Lok-Vorgängers VfB Leipzig im Herbst in der Kongreßhalle ist die Party längst noch nicht zu Ende. Ein Jahr lang wird dieses Jubiläum gefeiert. Nächster Höhepunkt: An diesem Freitag wird im Alten Rathaus in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum die Ausstellung „125 Jahre VfB Leipzig“ eröffnet.

DURCHKLICKEN: Bilder der Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag

Thomas Löwe, Präsident des 1. FC Lokomotive Leipzig, hält die Eröffnungsrede zur Festveranstaltung 125 Jahre VfB Leipzig in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. Zur Galerie
Thomas Löwe, Präsident des 1. FC Lokomotive Leipzig, hält die Eröffnungsrede zur Festveranstaltung 125 Jahre VfB Leipzig in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. ©
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Zu dieser nicht öffentlichen Feierstunde im Festsaal des Alten Rathauses werden DFB-Präsident Reinhard Grindel, der Sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU), Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Lok-Sponsor Franz-Josef Wernze (ETL) sowie altgediente und aktuelle Spieler, Trainer und Funktionäre des 1. FC Lok sowie des VfB erwartet. Highlight der Ausstellung ist in den Augen von Lok-Präsident Thomas Löwe das Meistertrikot Adalbert Friedrichs aus dem Jahr 1913. Laut Vereinshistoriker André Göhre ist es das älteste erhaltene Fußballtrikot Deutschlands.

DFB-Chef kommt nach Probstheida

Der Besuch des höchsten deutschen Fußballfunktionärs freut die Verantwortlichen besonders. „Es ist eine große Ehre, dass der DFB-Präsident zu uns kommt“, sagt VfB-Präsident Dirk Sander.

Grindel wird vor der Feierstunde das Bruno-Plache-Stadion besichtigen und dort auf Funktionäre und die Mannschaft des Regionalliga-Siebten treffen. „Geschichtsonkel“ Göhre möchte ihm einen kleinen Exkurs zum Fußball in Probstheida geben.

DURCHKLICKEN: Sechs Zeitzeugen erinnern sich

<b>Frank Edmond</b> war fester Bestandteil der  Bundesliga-Elf und lief fast 35-mal für die Probstheidaer Teams auf. Schon sein Geburtsjahr war ein Fingerzeig: Als Frank Edmond 1966 geboren wurde, war der 1. FC Lokomotive Leipzig erst wenige Monate alt. Und als er mit 13 ehrfürchtig auf dem Klubgelände stand und an der Wand von Liebe, Ehre und Treue zum Verein las, schwenkte das Schicksal endgültig auf die Gleise der Lokschen ein. „Ich hatte das große Glück, zwischen ehemaligen Topspielern heranzureifen – wie Henning Frenzel, Werner Gase oder Wolfram Löwe“, sagt Frank Edmond. Der 51-Jährige lief 34-mal für Lok und VfB auf, stand 1987 im Finale des Europapokals der Pokalsieger und war Teil der legendären Bundesliga-Elf 1993/94. „Großartige Erinnerungen habe ich natürlich an unsere gemeinsamen Erfolge, wie die beiden gewonnenen FDGB-Pokalendspiele in Berlin, die großen Europacup-Abende im Zentralstadion – die unvergessen sind, sich auf die Festplatte vieler Leipziger eingebrannt haben und nicht getoppt werden können. Lok ist im wundervollen Sinne einzigartig“, sagt Edmond. Und: „Lok ist Kult!“ Zur Galerie
Frank Edmond war fester Bestandteil der Bundesliga-Elf und lief fast 35-mal für die Probstheidaer Teams auf. Schon sein Geburtsjahr war ein Fingerzeig: Als Frank Edmond 1966 geboren wurde, war der 1. FC Lokomotive Leipzig erst wenige Monate alt. Und als er mit 13 ehrfürchtig auf dem Klubgelände stand und an der Wand von Liebe, Ehre und Treue zum Verein las, schwenkte das Schicksal endgültig auf die Gleise der Lokschen ein. „Ich hatte das große Glück, zwischen ehemaligen Topspielern heranzureifen – wie Henning Frenzel, Werner Gase oder Wolfram Löwe“, sagt Frank Edmond. Der 51-Jährige lief 34-mal für Lok und VfB auf, stand 1987 im Finale des Europapokals der Pokalsieger und war Teil der legendären Bundesliga-Elf 1993/94. „Großartige Erinnerungen habe ich natürlich an unsere gemeinsamen Erfolge, wie die beiden gewonnenen FDGB-Pokalendspiele in Berlin, die großen Europacup-Abende im Zentralstadion – die unvergessen sind, sich auf die Festplatte vieler Leipziger eingebrannt haben und nicht getoppt werden können. Lok ist im wundervollen Sinne einzigartig“, sagt Edmond. Und: „Lok ist Kult!“ ©

Ein Geschenk im Form eines Meistersterns wird Grindel übrigens (noch) nicht im Gepäck haben. Zwar ist das VfB-Insolvenzverfahren nach Informationen des SPORTBUZZER inzwischen abgeschlossen – und auch die Insolvenzquote wurde laut Thomas Löwe inzwischen an die Gläubiger ausgeschüttet. Doch um beim DFB einen Stern für die drei VfB-Titel zu beantragen, müsste Lok auch in Rechtsnachfolge seines historischen Vorgängers stehen.

500 Seiten Details und Fotos

Die dafür notwendige Fusion der Vereine soll in den Wochen nach der Feierstunde beschleunigt werden. Lok- und VfB-Mitglieder müssten dem Zusammenschluss in getrennten außerordentlichen Mitgliederversammlungen zustimmen. „Ich würde die Lok-Mitglieder gern auf der Tribüne im Bruno abstimmen lassen“, sagt Löwe. „Das wird eine sehr emotionale Geschichte.“ Löwe hofft, dass der Stern in der kommenden Saison auf dem Trikot der Blau-Gelben blitzen kann. Die bisherigen Zeitprognosen hatten sich als zu voreilig erwiesen.

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Unterdessen kommt (fast) pünktlich zur Ausstellungseröffnung ein neues Buch zur Geschichte des ersten deutschen Fußballmeisters auf den Markt. Thomas Franke, Marko Hofmann und Matthias Löffler haben auf über 500 Seiten neue Details und großartige historische Fotos zusammengetragen, darunter bisher in Deutschland unveröffentlichte Europacup-Schnappschüsse der französischen Fußballzeitschrift „France Football“.

„Das Buch ist was fürs Auge“, freut sich Thomas Franke, der mit seinem Team gerade den Endspurt für die Fertigstellung des Mammut-Werkes eingeläutet hat. Die Veröffentlichung des Buches ist Ende April geplant.

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