19. November 2020 / 18:02 Uhr

Anker-Kapitän Philipp Unversucht: „Eigene MV-Oberliga wäre eine tolle Idee“

Anker-Kapitän Philipp Unversucht: „Eigene MV-Oberliga wäre eine tolle Idee“

Andreas Kirsch
Ostsee-Zeitung
Philipp Unversucht (Anker Wismar) mit Trainer Christiano Dinalo Adigo
Philipp Unversucht (Anker Wismar) mit Trainer Christiano Dinalo Adigo © Andreas Kirsch
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Der Spieler und Geschäftsstellenleiter des Fußball-Verbandsligisten FC Anker Wismar schlägt eine eigene Oberliga für Mecklenburg-Vorpommern vor. Im Interview äußert er sich auch zu seinen Plänen als Trainer.

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Er ist Spieler beim Fußball-Verbandsligisten Anker Wismar, leitet die Geschäftsstelle des Vereins und arbeitet an seiner Trainerkarriere. Der SPORTBUZZER sprach mit Philipp Unversucht (34) in der erneuten Fußballpause.

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Was sagen Sie zum zweiten Lockdown?
Er ist für alle Sportler, ob Handballer, Fußballer oder auch Freizeitsportler, sehr belastend. Alle Mannschaften fahren die Trainingsbelastung vor Saisonbeginn hoch – dann dieses abrupte Ende. Ich glaube, es müssen individuelle Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, denn Sport im Freien birgt sicher das geringste Infektionsrisiko.

Das sind die Kapitäne in der Verbandsliga:

Philipp Unversucht beim Kopfball. Zur Galerie
Philipp Unversucht beim Kopfball. ©

Denken Sie, dass es im Dezember weitergeht oder erst 2021?
Ich würde mir wünschen, dass es im Dezember weitergehen kann. Aber ich befürchte, dass es wie in Schleswig-Holstein kommt, wo der Trainings-und Spielbetrieb bis Ende Dezember ruht. Dann hoffe ich aber, dass wir gleich Anfang Februar wieder mit den Punktspielen beginnen können, auch mit ein, zwei englischen Wochen.

Was macht Ihr als Team jetzt?
Wir hätten gerne noch eine teambildende Maßnahme wie unseren Paintballabend in Wöbbelin nach dem letzten Punktspiel gegen Penzlin (4:2) unternommen, das ist jetzt aber leider hinfällig. Einige von uns sind in ihrem Beruf in Kurzarbeit, andere sind Studenten, wieder andere müssen sich einen Minijob suchen. Wir leben ja nicht vom Fußball, sondern von der Arbeit.

Wie halten Sie sich fit?
Wir haben einen Trainingsplan erhalten, den wir abarbeiten müssen. Es ist nicht einfach, ohne Ball und ohne Team zu trainieren. Aber ich bin mir sicher, dass wir durch die Vorgaben von unserem Coach gut aus der Pause zurückkommen werden.

Anker Wismar ist nach acht Verbandsliga-Runden Dritter, drei Zähler hinter Spitzenreiter Mecklenburg Schwerin. Zufrieden mit der bisherigen Saison?
Wir sind als Verbandsliga-Sieger mit einer sehr jungen Mannschaft in die Saison gegangen, und wir sind immer die Gejagten. Zu Beginn stimmten die Ergebnisse nicht ganz, aber ein neuformiertes Team muss sich immer erst finden. Wir haben gute Spiele abgeliefert und sind in der Spitzengruppe. Da wollen wir uns nach dem Restart festsetzen.

Welche Ziele streben Sie und der FC Anker in dieser Saison an?
Nach dem Abstieg aus der Oberliga im Sommer 2019 mussten wir eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Aber das hat hervorragend geklappt. Trotz eines sehr kleinen Kaders wurden wir im Vorjahr Staffelsieger der Verbandsliga, haben aber die Chance auf den Aufstieg in die Oberliga nicht wahrgenommen. In den nächsten Jahren kann es aber eigentlich nur ein Ziel geben, so hoch wie möglich zu spielen. Eine tolle Idee wäre es, analog wie in Schleswig-Holstein mit einer eigenen Oberliga zu spielen. Eine solche MV-Liga mit Greifswald, Neustrelitz, Hansa II, Schwerin, Stralsund, dem Rostocker FC, dem MSV Pampow usw. wäre eine tolle Sache, auch, weil es dann wieder deutlich mehr Zuschauer geben würde.

Wie läuft Ihre Trainerkarriere?
So richtig angelaufen ist sie noch nicht. Denn so lange ich selbst noch als Spieler aktiv bin, gibt es nicht viele Möglichkeiten. Aber zwischendurch trainiere ich hin- und wieder mit den Nachwuchsspielern, und auch unseren Trainer Christiano Dinalo Adigo habe ich in der Oberliga schon einmal vertreten dürfen. Ich finde, mit ihm haben wir einen sehr guten Coach, bei dem ich mir viel abschauen und lernen kann. Außerdem habe ich mit meinem Vater, der Trainer bei Energie Cottbus war, noch einen weiteren guten Mentor.

Machen Sie noch den Fußballlehrer?
Ich habe mit der A-Lizenz jetzt die zweithöchste Lizenz in Deutschland. Darauf kann man aufbauen, aber ich bin nicht vermessen, denn diese Ausbildung ist sehr schwer und auch kostenintensiv. Wenn mir ein Verein die Möglichkeit gibt, werde ich diese auch sehr gerne wahrnehmen. Ich habe als Spieler immer das Maximale erreichen wollen, dass möchte ich dann in der Trainerkarriere auch.