11. Februar 2019 / 14:29 Uhr

Eilenburgs B-Junioren sind nach schwachem Start auf einem guten Weg

Eilenburgs B-Junioren sind nach schwachem Start auf einem guten Weg

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Torschütze Justin Walther (Nr. 19) wird beim Landesliga-Spiel gegen die SG Dresden-Striesen von seinen Teamkameraden beglückwünscht. Noah Held umarmt ihn.
Torschütze Justin Walther (Nr. 19) wird beim Landesliga-Spiel gegen die SG Dresden-Striesen von seinen Teamkameraden beglückwünscht. Noah Held umarmt ihn. © Thomas Jentzsch
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Die von Benjamin Fraunholz trainierten Nachwuchskicker finden sich nach schwerem Neubeginn im Sommer immer besser.

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Eilenburg. Sie sind schon eine Weile das inoffizielle „Fraunholzer Institut“ Nordsachsens: Die B-Junioren gehören zu den Aushängeschildern der Nachwuchs-Forschungseinrichtung des FC Eilenburg für kommende Fußball-Generationen. Betreut wird die Mannschaft von keinem Geringeren als Benjamin Fraunholz, einst Torjäger, Publikumsliebling und Zauberfuß im Trikot des FC Eilenburg. Nicht ohne Stolz blickt der Trainer auf die Landesliga-Hinrunde seines Teams zurück, das nach heftigen Eingewöhnungsschwierigkeiten nun den Pfad der Tugend beschreitet – und dort bleiben soll.

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Die nackte Tatsache zur Winterpause lautet: Platz zwölf, Tabellenkeller. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, schließlich war der Neubeginn im Sommer kein leichter. „Die Spieler, die aus der C-Jugend hochgekommen sind, haben ein bis zwei Monate gebraucht, um in mein System reinzukommen und wir mussten als Mannschaft zusammenzuwachsen. Das hat Ende der Rückrunde funktioniert. Wir mussten auch erst Disziplin und Ordnung reinbringen“, berichtet Fraunholz.

Dazu gehört auch, dass der 33-Jährige den guten alten Telefonanruf wertschätzt, Whatsapp-Nachrichten stehen auf dem Index. „Ich habe Augen, Ohren und einen Mund, aber lesen kann ich nicht“, erzählt Fraunholz verschmitzt. Jene Mischung aus Spaß am Sport, frechen Sprüchen und Erfolgshunger ist seit jeher so eine Art Markenzeichen. Das kommt bei der Jugend offenbar bravourös an.

Fraunholz: "Mir ist ein 4:3 lieber als ein 1:0"

Doch wie sieht es nun eigentlich aus, das System Fraunholz? Natürlich offensiv, wie es sich für einen ehemaligen Vollblutmittelstürmer gehört. „Mir ist ein 4:3 lieber als ein 1:0. Es macht doch den meisten Sinn, den jungen Leuten Freiräume zu geben, sie früh attackieren zu lassen und die Bälle weit vorm eigenen Tor zu erobern.“

Leicht gesagt, um einiges schwerer umzusetzen. Zumal die Leistungsunterschiede innerhalb der Mannschaft doch teilweise frappierend sind. „Wir müssen viele erst an das Niveau heranführen. Dabei ist es wichtig, dass die guten Spieler den schlechteren helfen und ihnen Orientierung geben.“ Gerade die sich mit dem Alter steigernde körperlich härtere Gangart macht einigen schwer zu schaffen. „Zweikämpfe sind ein Riesenthema. Manche wissen gar nicht, wie man Zweikämpfe führt.” Sie wissen ja sicher um das Verhältnis von Lehrjahren und Herrenjahren ...

Die Liga ist derweil extrem ausgeglichen. Die sieben Mannschaften des unteren Tabellenmittelfelds trennen gerade einmal sechs Punkte. „Deswegen kommt es in den Spielen oft darauf an, wie die Jungs an dem Tag drauf sind und ob die Einstellung stimmt“, sagt Fraunholz und ergänzt: „Sinnbild war für mich das Spiel in Neugersdorf. Da sind wir früh um 6.10 Uhr losgefahren, machen ein super Spiel und kriegen dann zwei Minuten vor Schluss den Ausgleich. Aber wir wissen jetzt: Die sind schlagbar.“ Und schon hat das Team wieder eine Aufgabe für die Rückrunde.

Reichstein stößt aus Schenkenberg dazu

Neben den reinen Ergebnissen zählen für den Übungsleiter aber auch andere Teile zum großen Ganzen, die wenig überraschend vor allem spielerischer Natur sind. „Wir haben die gesamte Hinserie gebraucht, um uns defensiv zu stabilisieren, jetzt müssen wir offensiv mehr Optionen schaffen, mehr in die Tiefe spielen und Tore schießen. Und dazu brauchen wir mehr Ideen.“

Vielleicht kann einer der beiden Winter-Zugänge da behilflich sein. Aus Schenkenberg kommt Lorenz Reichstein, der in der Nordsachsenliga in neun Spielen zehn Tore erzielt hat. Freilich ist der Sprung zwei Ligen weiter nach oben kein leichter. Da dürfte es Torwart Kevin Hornauer vom Liga-Konkurrenten 1. FC Lokomotive Leipzig schon etwas leichter fallen, sich beim FC Eilenburg zu akklimatisieren.

18 Spieler durchschnittlich im Trainingsbetrieb

Quantitativ sieht es damit noch besser aus als ohnehin. Im Schnitt begrüßt Coach Benjamin Fraunholz 18 Spieler zum Training. Logisch, dass da nicht jeder regelmäßig Spielzeit bekommen kann. „Ich sage den Jungs, die aus der C-Jugend gekommen sind, dass sie dann nächstes Jahr mehr Einsätze bekommen. Ansonsten versuche ich natürlich auch immer, das Wechselkontingent auszuschöpfen, um alle bei Laune zu halten.“

Ende Januar hat die Vorbereitung begonnen, die neben diversen Trainingseinheiten Testspiele gegen Borna, Delitzsch und Doberschütz-Mockrehna umfasst. „Ich will die Jungs weiterbringen, aber keinen Druck aufbauen. Deswegen sollen sie sich selbst Ziele setzen“, lautet das Credo des Fraunholzer Instituts. Der Klassenerhalt gehört da selbstverständlich dazu.