08. Mai 2022 / 17:34 Uhr

Eilenburgs Coach Knaubel zur 2:3-Niederlage in Lichtenberg: "Ein Lotteriespiel"

Eilenburgs Coach Knaubel zur 2:3-Niederlage in Lichtenberg: "Ein Lotteriespiel"

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Während der Trainer Nico Knaubel und der FC Eilenburg daheim trainieren, zieht es einige Regionalligisten gen Sonne.
Nico Knaubel verliert mit dem FC Eilenburg erneut in Berlin. © Christian Modla
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Zu wenig Nachspielzeit, zu viele Abseits-Entscheidungen: Im Lager des FCE ist man nach dem 2:3 wenig amüsiert über das Schiedsrichter-Gespann. Dennoch wäre ein Punkt drin gewesen.

Berlin. Ganz ruhig im Ton, aber dennoch ungehalten. So gab sich Nico Knaubel nach der 2:3-Niederlage seines FC Eilenburg beim SV Lichtenberg. Kern der Kritik des Übungsleiters war die Nachspielzeit. „Es fallen vier Tore in der zweiten Halbzeit, beide Mannschaften schöpfen ihr Wechselkontingent aus und trotzdem gibt es nur drei Minuten mehr. Ich frage mich manchmal, ob das ein Lotteriespiel ist.“ Zumal es vergangene Woche beim 1:0 gegen Babelsberg gleich fünf Minuten extra gab.

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FCE legt los

Und dann war da an diesem Sonntagnachmittag noch die Sache mit den Abseitsstellungen. Reihenweise waren die Eilenburger in der ersten Halbzeit einen Schritt zu schnell. Das Ganze nahm teilweise slapstickhafte Züge an. Knaubel fand einige Entscheidungen freilich alles andere als lustig: „Unser Timing stimmte sicher nicht immer, aber das, was da alles abgewunken wurde, konnte ich auch nicht immer nachvollziehen. Wir müssen in dieser Saison schon mit einigen Widrigkeiten zurechtkommen.“ Und es bleibt gleichzeitig beim gespaltenen Verhältnis des FCE zu Gastspielen in der Hauptstadt.

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Dabei wäre der Berlin-Fluch der Muldestädter beinahe spät und endgültig (ergänzt durch das 2:1 bei Tasmania vor zwei Wochen) beigelegt worden. Wenn, ja wenn Benjamin Luis in der Nachspielzeit die Nerven behalten hätte. Doch er scheiterte aus wenigen Metern an Lichtenbergs Schlussmann Niklas Wollert. Sekunden zuvor war Hannes Graf nach einem groben Foul mit Rot vom Platz gestellt worden.

Doch der Reihe nach: Der FCE legte los wie ein Sondereinsatzkommando. Eine Welle nach der anderen rollte auf die Bude der Hausherren zu. Aber Zaubermaus Adam Fiedler übersah den besser postierten Tim Bunge in der Mitte und Alexander Vogel scheiterte per Kopf an Wollert. Als Bunge den Ball dann tatsächlich über die Linie drückte, gaben die Unparteiischen, man ahnt es, Abseits.

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„Sehr knifflig“

Und was man ebenfalls ahnt: Das Tor fiel plötzlich auf der anderen Seite. Tzonatan Moutsa ging einigermaßen ungeschickt in den Zweikampf mit Philipp Grüneberg. Es gab Elfmeter, den Grüneberg selbst humorlos versenkte. „Trotzdem sind wir ruhig geblieben“, sagte Knaubel. Es folgten weitere gute Chancen auf beiden Seiten. Nach der Pause schlug dann endlich Eilenburg zu. Bei einer Ecke schraubte sich Luis in die Luft und köpfte den Ausgleich (53.). Der FCE wollte mehr und verlor bei einem Konter den Ball. Oliver Maric kam an die Kugel und jagte ein Geschoss aus 20 Metern in den Winkel (57.).

Anschließend wurde es unübersichtlich. Den Gästen flatterten die Nerven. Bunge wollte den Ball per Kopf auf Keeper Andreas Naumann zurückspielen. Sebastian Reiniger ging dazwischen und beförderte den Ball fast von der Mittellinie über den aufgerückten Schlussmann ins Gehäuse (81.). Anschließend musste Naumann zweimal in höchster Not retten, ehe Adam Fiedler in der Schlussminute verkürzte. Zu mehr reichte es nicht, weil Luis die Nerven nicht im Griff hatte und der Schiedsrichter nur 180 Sekunden Nachschlag servierte.

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Gleichzeitig gewann Rathenow das Duell der Eilenburger Verfolger gegen Union Fürstenwalde mit 2:0. Ein Punkt noch und das Team hat Platz 16 sicher, der unter Umständen zum Klassenerhalt reicht. Wenn denn der BFC Dynamo den Aufstieg in die 3. Liga schafft. Das wiederum steht erst nach dem Ende der regulären Saison fest. Fußball, was bist du für ein einfaches und manchmal verdammt schweres Spiel.

Nächste Woche geht es für Eilenburg im letzten Spiel gegen Hertha BSC II. Dann hat der FCE den 16. Rang selbst in der Hand. Was der letztlich wert sein wird, entscheidet sich andernorts. „Sehr knifflig“, nennt Knaubel die Ausgangslage.

FC Eilenburg: Naumann; Moutsa (81. Kummer), Majetschak, Vogel, Michael (68. Möbius), Baumann, Wadewitz (64. Kim), Luis, Fiedler, Pa. Sauer (64. Ph. Sauer), Bunge (81. Stelmak).

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