09. September 2021 / 11:28 Uhr

Eilenburgs Teammanager überzeugt: "Untere Ligen werden für Manipulationen immer interessanter“

Eilenburgs Teammanager überzeugt: "Untere Ligen werden für Manipulationen immer interessanter“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Eilenburgs Teammanager Stephan Hofmann
Stephan Hofmann ist schockiert über die sich häufenden Spielmanipulationsversuche in der Regionalliga Nordost. © Thomas Jentzsch
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Stephan Hofmann mahnt zur Aufmerksamkeit in Hinsicht auf Manipulationsversuche, man dürfe dabei nicht nachlässig werden. Von einem Konzentrationsproblem im Spiel gegen die VSG Altglienicke geht der Teammanager des FC Eilenburg trotz der Schlagzeilen in dieser Woche nicht aus.

Eilenburg. Erst Cottbus, dann der FC Eilenburg, zuletzt Carl Zeiss Jena. Immer mehr Mannschaften aus der Fußball-Regionalliga Nordost machen versuchte Spielmanipulationen öffentlich. Offenbar ging an mehrere Spieler ein und dieselbe Nachricht in fragwürdigem Deutsch mit einem unmoralischen Angebot über 100.000 Euro. Eilenburgs Teammanager Stephan Hofmann sagt im Interview: „Egal wie absurd die Nachricht erscheint, (…) kann trotzdem eine konkrete Absicht dahinterstecken.“

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SPORTBUZZER: Herr Hofmann, wie haben Sie reagiert, als Sie von der versuchten Manipulation erfahren haben?

Stephan Hofmann: Ich war betroffen und schockiert. So etwas kennt man sonst ja nur aus anderen Ligen. Nun als FC Eilenburg betroffen zu sein, stimmt mich nachdenklich. Wir sind froh, dass unser Spieler sofort auf uns zugekommen ist und beobachten das Thema sehr aufmerksam.

Und wie hat die Mannschaft reagiert?

Sie war auch überrascht, dass uns so etwas erreicht. Die Jungs haben das sachlich zur Kenntnis genommen. Ich kenne die Charaktere und kann zu 100 Prozent ausschließen, dass einer unserer Spieler auf solche Angebote eingeht.

Die Manipulations-Nachricht kommt in sehr brüchigem Deutsch daher, landet vielleicht eher im Spam-Ordner. Fanden Sie das nicht komisch?


Nein, auch das haben wir gegenüber der Mannschaft klar kommuniziert. Egal wie absurd die Nachricht erscheint, nicht löschen, an uns weiterreichen, damit wir den Verband unterrichten können. Denn wenn die Nachricht aus dem Ausland kommt, kann trotzdem eine konkrete Absicht dahinterstecken.

NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs hat den Wahrheitsgehalt der Nachricht als „sehr, sehr fragwürdig“ bezeichnet. Was halten Sie davon?

Dazu möchte ich mir kein Urteil erlauben. Im Verband sind Leute aktiv, die das über Jahrzehnte machen, die können das vielleicht anders einordnen. Wir sind unserer Pflicht nachgekommen, nun müssen die anderen Stellen reagieren.

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Es stehen 100.000 Euro im Raum – macht Sie diese Summe stutzig?

Die Summe ist mir völlig egal. Es geht um die Manipulation selber. Ob 100 oder 100.000 Euro spielt da keine Rolle. Das gehört einfach nicht in unseren Sport hinein. Wenn sich das vermehrt, müssen die Handlungsträger schauen, wie sie damit umgehen.

Haben Sie sich selbst schon einmal mit dem Thema Sportwetten beschäftigt?

Von früher kenne ich noch die Elfer-Wette. Aber heutzutage setzt man ja meist nicht auf Sieg oder Niederlage, das wird schon ein Stück weit intelligenter angestellt. Es gibt die abstrusesten Wetten, damit lassen sich auch diese gewaltigen Summen einspielen. Die unteren Ligen werden immer interessanter, weil sie eben nicht so unter Beobachtung stehen wie die oberen Ligen.

Wie schwer fällt die Konzentration auf das Spiel in Altglienicke am Freitagabend?

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Wir versuchen die Sache abzuhaken. Wir konzentrieren uns natürlich viel lieber auf das Sportliche und wollen so schnell wie möglich unseren ersten Saisonsieg holen.