29. März 2021 / 16:48 Uhr

Ein 1:5 schreckte ihn einst nicht ab! Heute ist Lars Falke sogar Kapitän

Ein 1:5 schreckte ihn einst nicht ab! Heute ist Lars Falke sogar Kapitän

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neuer Mitbewohner: Zu Lars Falke, seiner Freundin Sina und Paddy hat sich nun mit Willy noch ein Hundewelpe dazugesellt.
Neuer Mitbewohner: Zu Lars Falke, seiner Freundin Sina und Paddy hat sich nun mit Willy noch ein Hundewelpe dazugesellt. © Privat/Sebastian Preuss
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

Dieser Kapitän hat seinen Weg gefunden: Ursprünglich kommt Lars Falke aus Nordrhein-Westfalen, seit 2018 ist der 27-Jährige aber nun schon Spielführer beim Gifhorner Fußball-Kreisligisten TSV Hillerse II.  Verwandtschaft und die Liebe spielten dabei wichtige Rollen beim Innenverteidiger, der Fan des VfL Wolfsburg ist.

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Des Kapitäns Heimat heißt Lippstadt und liegt zwischen Hamm und Paderborn - obwohl die Bundesliga-Standorte Dortmund und Bielefeld nicht fern sind, ist Falke nicht etwa BVB-Fan oder Arminia-Anhänger, sondern seit jeher Fan des VfL. "Die Familie meines Vaters kommt aus Wolfsburg. Ich war wohl der einzige VfL-Fan in der Nähe des Ruhrgebiets, da musste ich mir früher ganz schön was anhören", sagt Falke und lacht.

Für sein Studium zog Falke später nach Braunschweig, "der Liebe wegen bin ich dann in Gifhorn gelandet", so Falke. Dort lebt er nun mit Freundin Sina, die ihrerseits Verbindungen nach Hillerse hat und Falke auf den TSV brachte. "Über den Fußball findet man Anschluss, also habe ich es mir mal angesehen - das erste Spiel, was ich geschaut habe, ist gleich 1:5 verloren gegangen, ein toller erster Eindruck", so Falke mit einem Schmunzeln.

Die Gespräche mit dem damaligen Coach Florian Hildebrandt seien aber gut gewesen, ab 2016 lief Falke deshalb für die TSV-Reserve auf, mit der er 2018 bereits als Kapitän den Sprung in die Kreisliga schaffte. Denn schon in seiner zweiten Saison bekam der Abwehrspieler die Binde. "Hilde hat es vorgeschlagen, es gab keine große Gegenwehr. Das neue Trainer-Duo André Brömel und Julian Wildemann hat es bestätigt", freut sich Falke, der als strategischer Einkäufer für Software bei Volkswagen arbeitet.

Der Job fordert den 27-Jährigen, auch deshalb ist das virtuelle Training mit den Teamkollegen eine willkommene Abwechslung. "Wir machen das zweimal die Woche, unsere Trainer haben es initiiert. Sie halten uns auch an, nicht nur Kraft zu pumpen, sondern auch mal laufen zu gehen", so Falke. "Beim Training versuche ich gern, für ein bisschen Lockerheit zu sorgen, bin meist der erste, der einen blöden Spruch bringt."

Auch sonst findet die Kommunikation mit den Teamkollegen virtuell statt, beispielsweise an der Konsole: "Wir zocken recht exzessiv mit ein paar Leuten aus der Mannschaft Call of Duty Warzone", erzählt Falke. Sonderlich begabt sei er in dem Shooter zwar nicht, "aber ich habe schon besser getroffen als unsere Stürmer in dieser Saison", so der Kapitän mit einem Augenzwinkern. In sieben Spielen in der Kreisliga-Staffel B gelangen der TSV-Reserve bisher fünf Treffer.


Neben dem Fußball hat Falke zuletzt wieder Gefallen an Tennis gefunden, "das habe ich früher auch schon gespielt, bin aber erschreckend schlecht geworden", so der Kapitän. Zudem hält Falke und seine Freundin seit kurzem ein zweiter pelziger Mitbewohner auf Trab: Schweizer-Sennen-Welpe Willy ist bei dem Paar eingezogen, "der wird später ein ganz schönes Kaliber und will natürlich bewegt werden", so Falke. "Er wird unser Leben erstmal ein bisschen bestimmen."

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit

Videospiel-Tipp: "Call of Duty Warzone, um mal den Kopf freizukriegen und ein bisschen mit Freunden zu quatschen."

Podcast-Tipp: "Gemischtes Hack, auch wenn ich damit wohl niemandem etwas neues erzähle. Ich bin Fan der ersten Stunde."

Film-Tipp: "Der unsichtbare Gast auf Netflix. Der Film hat unvorhersehbare Wendungen und ein spannendes Ende."