07. März 2021 / 11:26 Uhr

"Ein Albtraum!" Wolfsburgs Otavio spricht über sein Dunkelrot-Foul

"Ein Albtraum!" Wolfsburgs Otavio spricht über sein Dunkelrot-Foul

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Zeigte Reue nach seinem Dunkelrot-Foul: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio.
Zeigte Reue nach seinem Dunkelrot-Foul: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio. © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Paulo Otavio wird dem VfL Wolfsburg mehrere Wochen fehlen. Sein Dunkelrot-Foul gegen Hoffenheims Munas Dabbur war eines der großen Themen dieses Bundesliga-Wochenendes. Nun hat sich der Übeltäter selbst geäußert.

Paulo Otavio, Linksverteidiger des VfL Wolfsburg, hat sich zu seiner Dunkelrot-Grätsche im Spiel bei 1899 Hoffenheim geäußert. Es sei "ein Albtraum", schrieb er auf Instagram. Lange habe er überlegt, ob er sich überhaupt äußern solle, sei aber dann "aus Respekt vor allen, die mich unterstützen" zu dem Schluss gekommen, es zu tun.

Anzeige

Beim 1:2 am Samstag hatte Otavio in der letzten Szene des Spiels Stürmer Munas Dabbur auf dessen Weg zum leeren VfL-Tor verfolgt (Koen Casteels war bei einer Ecke nach vorn gegangen) und ihn dann vorm Strafraum mit einer Art eingesprungener Beinschere ungewöhnlich brutal umgesenst. Eine Notbremse war's sowieso, aber auch das Foul an sich war eine glasklare Rote Karte. Otavio muss mit mindestens vier Wochen Sperre rechnen.

Mehr vom SPORTBUZZER

Der Brasilianer entschuldigte sich bei Dabbur und schrieb zudem: "Gott sei Dank habe ich meinen Kollegen nicht verletzt." Otavios Foul war am Wochenende ein großes Thema in Internetforen, sozialen Netzwerken und im TV. Tenor: Es war eine der klarsten Roten Karten aller Zeiten - und eine extrem unverständliche Aktion: "Das Foul war brutal. Da muss man sich fragen, was im Spielerkopf vorgeht", so Sky-Experte Didi Hamann. "Der Schaden, den er angerichtet hat, ist jetzt größer, als ein Tor zu verhindern."

VfL-Trainer Oliver Glasner wollte "mit Paulo nicht zu hart ins Gericht gehen. Er ist 60 bis 70 Mal die Linie hoch- und runtergelaufen" und habe am Ende "retten wollen, was nicht mehr zu retten war. Es ist gut, dass sich Dabbur nicht verletzt hat. Ich hoffe, dass die Sperre nicht allzu lang ausfällt."

Anzeige

Otavio hatte "zu sehr den Wunsch, das Tor zu verhindern", wie er selbst schreibt. Und er führt aus: "Als ich mit Fußball angefangen habe, habe ich nicht gedacht, dass ich es so weit bringen würde. Ich habe von glücklichen Momenten geträumt." Der Samstag aber sei nun ein "Albtraum" gewesen und es sei schlimm, sich daran zu erinnern. Das Foul war ein Fehler - aber "Menschen machen eben auch Fehler". Für ihn war es der erste Platzverweis seine Karriere. "Von mir kam vorher nie etwas Böses", schreibt er. Wer jetzt aber grundsätzlich negativ über ihn urteile, sei "boshaft" und vergesse, was vorher war.

<b>Koen Casteels</b>: Bei den Gegentoren machtlos, ansonsten gewohnt sicher, aber nicht stark beschäftigt. - Note 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Bei den Gegentoren machtlos, ansonsten gewohnt sicher, aber nicht stark beschäftigt. - Note 3 ©

Ähnlich sieht es auch Sportdirektor Marcel Schäfer: "Paulo ist einer der liebenswertesten Menschen, die es gibt - und eine Frohnatur sondergleichen. Das Foul war eine ganz klare Rote Karte, da wollen wir nichts schönreden. Es war eine totale Fehleinschätzung von ihm, er wird daraus lernen. Er hat sich entschuldigt, insofern sollte das erledigt sein. Man darf ihn jetzt nicht als großen Treter hinstellen, das ist er nicht."

Otavio hatte zuletzt einen Stammplatz im VfL-Team - auch weil Jerome Roussillon erst mit Corona-Infekt und dann mit Wadenproblemen ausgefallen war. Ob der Franzose schnell genug fit wird, um Otavio im Spiel am Samstag gegen Schalke zu ersetzen, ist offen. Trainer Glasner: "Er kann noch nicht trainieren. Da müssen wir abwarten, wie es sich die Woche über entwickelt." Zu allem Überfluss ist auch noch Renato Steffen, eine denkbare Notlösung für hinten links, angeschlagen, musste wegen Problemen mit dem Sprunggelenk ausgewechselt werden. Glasner: "Wie schwer es ist, müssen wir noch abklären." Sportdirektor und Ex-Linksverteidiger Schäfer, der selbst Gelb-Rot gesehen hatte, musste eine weitere Alternative schmunzelnd ausschließen: "Ich bin ja leider auch gesperrt..." Sollten Roussillon und Steffen passen müssen, kämen Ridle Baku und Yannick Gerhardt als weitere Alternativen in Betracht.

[Anzeige] Erlebe das Deutschland-Spiel gegen Costa Rica live und exklusiv in der Konferenz bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.