08. Mai 2020 / 18:37 Uhr

Ein bisschen wie Bernd Schneider: Kickers-Urgestein Tobias Krüger macht Schluss

Ein bisschen wie Bernd Schneider: Kickers-Urgestein Tobias Krüger macht Schluss

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
William Pollack (l. Michendorf), Tobias Krüger (r. Kickers), SG Michendorf - Potsdamer Kickers, Kreispokal Havelland, Achtelfinale, Michendorf, 09.02.2019, Foto: Benjamin Feller
Tobias Krüger wechselte 2001 als Nachwuchsspieler zu den Potsdamer Kickers und stieg mit der Mannschaft später im Männerbereich im Laufe der Jahre von der 1. Kreisklasse bis in die Landesliga auf. © Benjamin Feller
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Landesklasse West: Der 34 Jahre alte Tobias Krüger beendet nach fast 20 Jahren bei den Potsdamer Kickers seine fußballerische Laufbahn.

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"Das erfüllt einen natürlich mit Stolz“, sagt Tobias Krüger mit Blick auf seine Zeit bei den Potsdamer Kickers. Mit 334 Spielen steht er im Ranking der Rekordspieler für die erste Männermannschaft des 1994 gegründeten Vereins hinter Stefan Teichmann und Christof Harms auf dem dritten Platz – weitere Einsätze werden allerdings nicht mehr hinzukommen. Nach der aktuell noch unterbrochenen Saison macht Tobias Krüger Schluss. „Es passt zeitlich einfach nicht mehr wirklich zusammen und ich bin auch ein Typ, der ein schlechtes Gewissen hat, wenn er es nicht regelmäßig zum Training schafft. Zudem merkt man, dass man durch das fehlende Training nicht mehr die Leistung von früher abrufen kann und dann ist es besser so“, sagt der 34-Jährige, der vor zweieinhalb Jahren in Ferch ein Haus gebaut hat und mit seiner Frau in wenigen Tagen zum zweiten Mal Nachwuchs erwartet.

In der noch laufenden Saison kam der Rechtsfuß, der sich in der Vergangenheit immer öfter mit Verletzungen rumplagte, nur in zwei Spielen zum Einsatz und stand zuletzt am 20. September beim 1:0-Erfolg der Kickers bei Lok Potsdam 90 Minuten auf dem Platz.

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Beim Blick auf die vergangenen knapp zwei Jahrzehnte hat der Akteur mit der Rückennummer sieben, der beim SV Ferch mit dem Kicken begann und nach einem kurzen Intermezzo beim SV Babelsberg 03 2001 im zweiten B-Jugend-Jahr zu den Kickers kam, viele positive Erinnerungen. „Wir hatten über all die Jahre immer richtig coole Truppen“, sagt der als Controller in einem Forschungsinstitut arbeitende Krüger. „Ich habe viele kommen und gehen sehen. Über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden.“ Sportlich bleibt vor allem die Meisterschaft in der Landesklasse Mitte 2008/09 und der damit verbundene erstmalige Aufstieg der Vereinsgeschichte in die Landesliga. „Da waren wir an unserer Leistungsgrenze. Es hat richtig Spaß gemacht, sich auch mal in der Landesliga beweisen zu können – das war schon nochmal ein Unterschied zur Landesklasse“, sagt Krüger rückblickend.

Nachdem er mit seinen damaligen Teamkollegen um Maik Ullmann und Christoph Verleih in der ersten Saison noch den Klassenerhalt geschafft hatte, ging es 2011 zurück in die Landesklasse und nach der Kreisstruktur-Reform 2014 sogar in die Kreisoberliga – Tobias Krüger blieb dem inzwischen von Thomas Welskopf trainierten Team aber erhalten, übernahm später das Kapitänsamt und hatte 2015/16 seinen Anteil an der Rückkehr in die Landesklasse. „Es gab zwar mal lose Anfragen für einen Wechsel und man hat sich mal ein paar Gedanken gemacht, aber im Endeffekt hat es hier für mich immer gepasst. Die Kickers sind ein cooler Verein. Viel zu verdanken habe ich vor allem meinem langjährigen Trainer Stephan Ranz, der immer auf mich gesetzt hat“, sagt Krüger, der sich später vielleicht vorstellen könnte, nochmal in einer Ü32-Mannschaft zu kicken.

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„Als Spielertyp kann man ihn ein bisschen mit Bernd Schneider vergleichen. Toller Dribbler, schöne Finten, konnte direkte Freistöße schießen und hatte quasi keinen existenten Kopfball“, sagt Stephan Ranz über seinen ehemaligen Schützling mit einem Augenzwinkern und berichtet, dass dieser in der B-Jugend noch als Stürmer aktiv war und in seiner ersten Kickers-Saison direkt 53 Tore (43 in der Meisterschaft, zehn im Pokal) erzielte.

Den ersten gemeinsamen Aufstieg erlebten beide 2003/04. Als A-Jugendlicher kam Krüger, der bei seinen Spielen regelmäßig von seinen Eltern und Großeltern begleitet wurde, bei der ersten Männermannschaft zum Einsatz. Diese stieg am Ende der Saison mit 12 Punkten Vorsprung vor dem RSV Eintracht souverän in die Kreisliga auf. „Er blieb dem Verein im Laufe der Jahre immer treu und konnte bis auf Innenverteidiger und Torwart eigentlich wirklich alles spielen“, sagt Stephan Ranz abschließend über das Kickers-Urgestein.