02. September 2020 / 15:31 Uhr

Ein DRC-Duo kommandiert: Osterkamp und Erfanian starten bei der U23-Ruder-EM

Ein DRC-Duo kommandiert: Osterkamp und Erfanian starten bei der U23-Ruder-EM

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hoffen auf Medaillen: Aaron Erfanian (von links), Trainer Thorsten Zimmer und Lena Osterkamp.
Hoffen auf Medaillen: Aaron Erfanian (von links), Trainer Thorsten Zimmer und Lena Osterkamp. © Peschel
Anzeige

Aaron Erfanian und Lena Osterkamp vom DRC Hannover starten ab Freitag bei der U23-EM der Ruderer in Duisburg. "So ein starkes Meldefeld hat es in der U23 noch nie gegeben", sagt Thorsten Zimmer, Trainer am Bundesstützpunkt in Hannover.

Anzeige

Im schlimmsten Fall hätte Thorsten Zimmer in Duisburg von morgens bis abends chinesisch gegessen. Das wäre der Geheimtipp gewesen, da die Regattastrecke für die U23-EM der Ruderer wohl vorsichtshalber komplett abgesperrt wird. Ein Restaurant gibt es an der Wedau jedoch, von dem die Strecke gut zu sehen ist. „Der Chinese hat aber wegen Corona leider geschlossen“, sagt Zimmer, der Trainer am Bundesstützpunkt in Hannover ist. So bleibt ihm wohl nur der Livestream, wenn Aaron Erfanian und Lena Osterkamp vom Deutschen Ruder-Club Hannover ab Freitag um Medaillen rudern.

Weil die WM abgesagt worden ist, ist die EM der finale Höhepunkt diesen Jahres, der Andrang ist enorm. „So ein starkes Meldefeld hat es in der U23 noch nie gegeben“, so Zimmer. 14 Boote sind es allein beim Doppelvierer, in dem Erfanian am Bug sitzt. Das Boot gut ausrichten und stabil zu halten, ist seine Aufgabe. Überdies gibt er die Kommandos. Als Dritter der Qualifikation und Schnellster in diesem Boot hat es der 19-Jährige in seinem ersten Jahr in der neuen Altersklasse zur EM geschafft. „Das Finale ist das Ziel, die Crew ist noch jung. Und die Konkurrenz ist mit den Teams aus Osteuropa sehr stark“, sagt Zimmer.

Mehr Berichte aus der Region

Risiko zahlt sich aus

Ein spezieller Fall ist Osterkamp, die in diesem Jahr vom Riemenrudern auf die Skulls umgestiegen ist. Ihre Partnerin im Zweier war zu Beginn des Jahres verletzt ausgefallen, dann kam Corona. Es fehlte eine Trainingspartnerin. Da beschlossen die 22-Jährige und ihr Coach, es mit den Skulls zu versuchen. „Das war ein gewisses Risiko, hat aber überraschend gut funktioniert“, lobt Zimmer. Osterkamp hat sich als vielseitig erwiesen. Auch sie fährt im Doppelvierer, sitzt ebenfalls am Bug. Eine Mitstreiterin im Boot war im Trainingslager kurzfristig erkrankt, Osterkamp stieg auf die Position am Schlag um. „Auch das hat geklappt, was ein gutes Zeichen ist“, sagt der Trainer.

Neun Boote sind es in dieser Konkurrenz, von den großen Rudernationen ist in Duisburg nur Großbritannien nicht mit dabei. „Dieser Vierer ist recht erfahren und hat eine echte Medaillenperspektive“, attestiert Zimmer. Am Sonntag steigen auf der Wedau die Halbfinals und die Endläufe.

Die Rennen sind im Livestream auf youtube.com/user/WorldRowingFISA/videos zu verfolgen.