17. Oktober 2020 / 16:04 Uhr

Ein hartes Stück Arbeit: Dynamo Dresden gewinnt mit 1:0 beim VfB Lübeck

Ein hartes Stück Arbeit: Dynamo Dresden gewinnt mit 1:0 beim VfB Lübeck

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Lübeck, 17.10.2020, Fussball, Stadion an der Lohmühle, 3.Liga, 1.Spieltag , VfB Lübeck vs. SG Dynamo Dresden , 
Im Bild von links; Osarenren Okungbowa (20, Luebeck), Chris Löwe / Loewe (15, Dresden) und Ryan Malone (16, Luebeck). , 
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Foto: PICTURE POINT / S. Sonntag , 
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Der Schuss von Dynamo Dresdens Chris Löwe wird von Lübecks Osarenren Okungbowa abgeblockt. © PICTURE POINT / Sven Sonntag
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Den Treffer des Tages für das Team von Trainer Markus Kauczinksi erzielte Philipp Hosiner zwanzig Minuten vor Spielende. Die Schwarz-Gelben hatten gegen die früh mit einer roten Karten belegten Hausherren viel Mühe und mussten in den letzten Minuten noch einmal ordentlich zittern. 

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Lübeck. Erfolgreicher Einstieg in die englische Woche: Dynamo Dresden hat am fünften Spieltag den dritten Saisonsieg gefeiert. Beim 1:0 gegen den VfB Lübeck traf vor 1860 Zuschauern im Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle am Sonnabendnachmittag Philipp Hosiner (68.) für Dresden. Nach zwei erfolglosen Versuchen war das der erste Dresdner Sieg an der Trave, die von dem frühen Platzverweis gegen Lübecks Ryan Malone (7.) profitierten. Mit diesen drei Punkten haben sich die Schwarz-Gelben in der Spitzengruppe der 3. Fußball-Liga etabliert und rücken auf Rang 2 vor.

SGD-Chefcoach Markus Kauczinski hatte aus der gegen den 1. FC Magdeburg mit 1:0 siegreichen Startelf lediglich Kevin Ehlers zurück auf die Bank beordert, weil Tim Knipping nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung stand. Bei den Gastgebern saß Soufian Benyamina, der 2013 für Dynamo spielte, zunächst auf der Ersatzbank. Die Gäste liefen diesmal in ihrer weinrot-weißen Auswärtskluft auf. Einzig Kevin Broll war trug ausnahmsweise schwarz-gelb. Sein grünes Torwarttrikot kam nicht in Frage, weil Lübeck in dieser Farbe spielte.

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Dynamo Dresden hat den Aufwärtstrend fortgesetzt und sich mit einem 1:0-Erfolg bei Aufsteiger VfB Lübeck im oberen Tabellendrittel der Liga etabliert. Zur Galerie
Dynamo Dresden hat den Aufwärtstrend fortgesetzt und sich mit einem 1:0-Erfolg bei Aufsteiger VfB Lübeck im oberen Tabellendrittel der Liga etabliert. ©

Die Anfangsphase war hektisch. Schon in der vierten Minute geriet Paul Will, nachdem er gefoult wurde, kurz mit Martin Röser aneinander, dem Bruder von Ex-Dynamo Lucas. Schiedsrichter Dr. Max Burda ging schnell dazwischen. In der nächsten brenzligen Situation gegen Will zückte er dagegen sofort die rote Karte: Ryan Malone traf bei einem Schussversuch aus der Drehung im Strafraum Dynamos Sechser mit dem Schuh im Gesicht – gefährliches Spiel und Platzverweis gegen die Heimelf schon nach sieben Minuten.

Dynamos Paul Will kann weiterspielen

Eine harte, aber vertretbare Entscheidung, die es so auch schon in vergleichbaren Situationen gab. Und ausgerechnet Will, der sich schon im Vorbereitungsspiel gegen die Dänen von Köge durch hohes Bein des Gegners einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte! Zum Glück ging es für ihn nach kurzer Behandlungspause weiter. Die Zuschauer – Gästefans waren auch an der Trave nicht zugelassen – gerieten in Rage und auch die Lübecker Spieler trugen teils wütende Angriffe vor. Nach einer Dresdner Überzahl sah die Begegnung vorerst keineswegs aus. Allerdings ließen sich die Gastgeber natürlich etwas mehr fallen als zunächst wohl eigentlich geplant.

Auch Zehir holte sich eine recht frühe gelbe Karte ab, als er sich gegen Yannick Stark nach Ballverlust einen Bodycheck leistete. Dynamo tat sich schwer gegen die aggressiven Gastgeber, fand zunächst nicht ins Spiel. Der VfB mauerte keineswegs nur, sondern war sehr lauffreudig und setzte nach eigenen Balleroberungen immer wieder Nadelstiche, ohne jedoch vorerst Kevin Brolls Kasten ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das gelang den Dresdnern auf der Gegenseite vor Lukas Raeders Tor allerdings auch so gut wie gar nicht. Aus ihrer Überzahl machten sie eindeutig zu wenig, agierten auf der Suche nach der Lücke phasenweise zu umständlich. Weihrauchs Schuss (32.) wurde geblockt, Hosiners Heber fischte Raeder herunter (34.).

Lattentreffer - Glück für Dynamo

In der 38. Minute waren die Gäste im Glück: Bei Steinwenders scharfem Schuss, der nach einer durchgerutschten Flanke sträflich frei stand, rettete die Latte, bevor sie den Ball klären konnten. Nun übernahm wieder Dresden das Kommando und wenigstens einmal wurde es vorn richtig gefährlich: Patrick Weihrauch schoss aus spitzem Winkel, doch Raeder klärte auf der Linie mit tollem Reflex per Fuß (45.). So also blieb es bis zum Pausenpfiff torlos.

Zum Seitenwechsel beließ Markus Kauczinski die gleiche Elf auf dem Rasen. Und seine Schützlinge blieben am Drücker. Der VfB machte hinten die Räume eng, empfing Dynamo in der Regel erst weit in der eigenen Hälfte. Die erste SGD-Chance des zweiten Durchgangs hatte Hosiner, doch sein Schuss nach Eckball flog weit am Tor vorbei. Bei Löwes Flanke (57.) verpasste er den Ball um einen halben Schritt. Nach 59 Minuten erstmals eine gelbe Karte für Dynamo, als Stark Deichmann an der Mittellinie von den Beinen holte.

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(1) Kevin Broll: Kann sich wie bereits im letzten Spiel gegen Magdeburg zunächst kaum auszeichnen, da Lübeck in der ersten Halbzeit bis zur 38. Spielminute keine Abschlüsse aufs Tor bringt. Hat in dieser Situation Glück, dass Steinwenders Schuss nur die Latte trifft. Wenn der Ball kommt, ist er jedoch da. Bewahrt seine Schwarz-Gelben in der 75. Minute mit einer bärenstarken Rettungsaktion vorm Dynamo-Kasten vor dem Ausgleich. In der Schlussphase nach der Dynamo-Führung mehr im Fokus, da Lübeck drückt. Allerdings wie gehabt nur wenig unmittelbar gefordert, da die Hansestädter zum Teil einhundertprozentige Chancen liegen lassen (85., Deichmann nebens Tor). Note: 2 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Kann sich wie bereits im letzten Spiel gegen Magdeburg zunächst kaum auszeichnen, da Lübeck in der ersten Halbzeit bis zur 38. Spielminute keine Abschlüsse aufs Tor bringt. Hat in dieser Situation Glück, dass Steinwenders Schuss nur die Latte trifft. Wenn der Ball kommt, ist er jedoch da. Bewahrt seine Schwarz-Gelben in der 75. Minute mit einer bärenstarken Rettungsaktion vorm Dynamo-Kasten vor dem Ausgleich. In der Schlussphase nach der Dynamo-Führung mehr im Fokus, da Lübeck drückt. Allerdings wie gehabt nur wenig unmittelbar gefordert, da die Hansestädter zum Teil einhundertprozentige Chancen liegen lassen (85., Deichmann nebens Tor). Note: 2 ©

Nach einer gespielten Stunde reagierte Markus Kauczinski mit einem Doppelwechsel. Er brachte in Christoph Daferner eine zweite echte Spitze neben Hosiner, Diawusie musste dafür vom Platz. Zudem kam Marvin Stefaniak zu seinem ersten Einsatz nach seiner Rückkehr zu Dynamo (63.). Er ersetzte Patrick Weihrauch. Und mit zwei Stürmern hatten die Lübecker sofort ihre Schwierigkeiten. Nach Balleroberung an der Mittellinie schickte Yannick Stark Daferner auf der rechten Bahn, dessen Flanke bei Hosiner landete. Der Österreicher rutschte in den Ball, Raeder konnte ihn nicht entscheidend abwehren und auch sein Hechter zurück ins Tor brachte nichts: Dynamo ging mit 1:0 in Führung (68.). Hosiners erstes Pflichtspieltor für die SGD war Dynamos erster Treffer an der Lohmühle überhaupt!

Lübeck verpasst die Großchance zum Ausgleich

Beim nächsten Versuch entschied Schiedsrichter Burda auf Abseits, als Hosiner am Fünfmeterraum auf Daferner querlegte, der aus kurzer Distanz einschoss (67.). Eine Minute später wurde es auf der Gegenseite brandgefährlich, doch Broll war bei Steinwenders Schuss auf dem Posten (75.). Davon, dass die Sportgemeinschaft in Überzahl und in Führung liegend die Zeit locker runterspielte, konnte keine Rede sein. Stattdessen warfen die Hausherren nun alles nach vorn und brachten ihre Gäste zunehmend in Bedrängnis. In der 84. Minute hätten sie fast den Ausgleich erzielt, doch Deichmann drosch am zweiten Pfosten völlig freistehend den Ball am Gehäuse vorbei.

In der 85. Minute war dann Feierabend für den Torschützen Hosiner, Kade kam in die Partie. Danach gab es noch eine richtige Abwehrschlacht, doch die SGD hielt hinten dicht. Der VfB Lübeck findet sich nach seiner Niederlage nun am Tabellenende der 3. Liga wieder, die Sportgemeinschaft klettert hingegen auf Platz zwei. Für die Dresdner geht es nun Schlag auf Schlag in der englischen Woche: Bereits am Dienstag empfangen sie den FSV Zwickau zum Sachsenderby im Rudolf-Harbig-Stadion, bevor es am nächsten Sonnabend an die Donau zum FC Ingolstadt geht.