30. Dezember 2020 / 17:29 Uhr

Ein Jahr nach der Grizzlys-Rückkehr: Pfohl genießt seine "Wohl­fühl­oa­se" Wolfsburg

Ein Jahr nach der Grizzlys-Rückkehr: Pfohl genießt seine "Wohl­fühl­oa­se" Wolfsburg

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fühlt sich in Wolfsburg pudelwohl: Grizzlys-Stürmer Fabio Pfohl.
Fühlt sich in Wolfsburg pudelwohl: Grizzlys-Stürmer Fabio Pfohl. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH
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Etwas über ein Jahr ist Fabio Pfohls Rückkehr zu den Grizzlys Wolfsburg nun her. Der Eishockey-Profi fühlt sich wohl, versuchte zuletzt außerdem etwas Neues.

Es war eine Nachricht, die die Fans der Grizzlys Wolfsburg im vergangenen November überraschte: Stürmer Fabio Pfohl, der 2018 zu den Kölner Haien gewechselt war, kam zurück an den Allersee! Seit etwas über einem Jahr ist der Eishockey-Profi nun zurück, fühlt sich pudelwohl in Wolfsburg und versuchte sich zuletzt auch an etwas Neuem.

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Normalerweise ist der 25-Jährige im Grizzlys-Dress via Magentasport online zu sehen, wenn es in der DEL um Punkte geht, jüngst war Pfohl aber auch mit dem Controller in der Hand im Netz sichtbar: Auf der Plattform Twitch.tv streamte er Multiplayer-Partien beim Spiel Call of Duty auf der Playstation. "Ich wollte das schon immer mal machen, zwei Kumpels haben mich dann angeheizt - und meine Frau hat dann auch irgendwann gesagt, 'jetzt mach's doch mal'", erzählt der Stürmer.

Als Streamer unterwegs: Grizzly Fabio Pfohl (kl. B.) kann auch in der virtuellen Welt scharf schießen.
Als Streamer unterwegs: Grizzly Fabio Pfohl (kl. B.) kann auch in der virtuellen Welt scharf schießen. © Screenshot/Twitch

Pfohl machte - "und relativ schnell waren 20 oder 30 Zuschauer dabei. Es hat Spaß gemacht", freut sich der Linksschütze, der bei Twitch als "junio9595" zu finden ist und seine Matches gern öfter streamen möchte. "Eigentlich hätte ich gern feste Zeiten dafür gehabt, mit den DEL-Spielen ist es aber schwierig", erklärt Pfohl. Ungefähr 40 Zuschauer seien bisher das Maximum gewesen - gut möglich, dass es mit der Zeit ein paar mehr werden. Auf NHL-Partien, wie sie die Teamkollegen Phil Hungerecker und Jan Nijenhuis öfter mal bestreiten, wird man bei Pfohl aber vergebens warten: "NHL spiele ich nicht - ich habe so schon genug Eishockey um mich herum."

Das echte Eis schlägt also das virtuelle. Pfohl ist froh, dass die Profis wieder spielen können, "wer weiß, ob es sonst nach einem Jahr Pause überhaupt noch Eishockey gegeben hätte?" Man müsse also nehmen, was kommt - auch wenn das bedeutet, noch eine Weile vor leeren Rängen zu spielen. "Das ist schrecklich. Bei uns ist immer eine gute Stimmung, immer was los. Deshalb ist es ein ganz komisches Gefühl", so Pfohl angesichts der fehlenden Fans.

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Trotzdem will der Angreifer mit den Grizzlys durchstarten. "Wir haben sehr viel Potenzial in der Mannschaft, es kommt darauf an, was wir daraus machen", sagt Pfohl. "Wenn wir eine Einheit daraus formen, sehe ich den Rest der Saison sehr positiv." Dazu will der Stürmer seine Leistung bringen, hofft auch darauf, dass der aktuell dezimierte Kader bald wieder über mehr Personal verfügt. Zwei Grizzlys weilen bei der U20-WM in Kanada, Steven Raabe und Nijenhuis spielen dort für Deutschland - "da habe ich auch mal rübergeschaut, aber um halb 2 doch den Fernseher ausgemacht", so Pfohl. "Durch die Zeitverschiebung ist es schwierig, die Spiele zu sehen."

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Weit weniger schwierig sei es aber gewesen, sich wieder in Wolfsburg einzufinden. "Die Stadt ist seit Längerem mein Zuhause. Ich habe nicht lange gebraucht, um das Gefühl wiederzubekommen, wieder in meiner Wohlfühloase zu sein", sagt der Stürmer. Kein Wunder: Frau Victoria, Kater Louis und Mini-Australian Shepherd Lola ließen Pfohl schnell wieder ankommen. Außerdem "habe ich in Wolfsburg viele Freunde gefunden und Kontakte geknüpft", so der DEL-Rookie des Jahres 2015/16. "Die Leute machen es in Wolfsburg aus."

Cortina sah auch Positives in Köln-Niederlage

Der erhoffte Sieg zum Jahresabschluss ist es nicht geworden, einen Punkt holten die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg beim 4:5 nach Penalty-Schießen gegen die Kölner Haie aber immerhin. Coach Pat Cortina sah auch viel Positives.

Taten sich die Grizzlys am Sonntag beim 3:5 bei den Iserlohn Roosters noch schwer, so war das Heimspiel gegen die Haie "ein guter Schritt in die richtige Richtung", fand Cortina. "Am Sonntag war unser Kampfgeist nicht so gut. Gegen Köln haben wir viel Charakter gezeigt, sind nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurückgekommen", lobte der Coach.

Auffällig: Sechs der acht Treffer, die aus dem Spiel heraus gefallen sind, wurden im Powerplay erzielt, beide Teams hatten jeweils dreimal zugeschlagen. In Überzahl hatte es bei den Grizzlys zuletzt gehakt, allerdings fingen sich die Wolfsburger in Unterzahl eben auch drei Gegentreffer. Trotzdem: "Wir haben es geschafft, auszugleichen und die Verlängerung zu erzwingen", so Cortina.

Nach dem folgenden Shootout-Krimi, den Kölns Frederik Tiffels erst im siebten Durchgang entscheiden konnte, gab's dann nur einen statt der erhofften drei Zähler. Aber, so Cortina: "Es war wichtig, dass wir einen Punkt gegen ein Top-Team geholt haben. Die Jungs haben in letzter Zeit viel investiert, wir haben mit zehn Stürmern und sechs Verteidigern gut gekämpft und uns den Punkt verdient."

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