16. Oktober 2021 / 09:27 Uhr

Ein Jahr ohne Sieg: Klappt es für den FC Eilenburg am Sonntag gegen Halberstadt?

Ein Jahr ohne Sieg: Klappt es für den FC Eilenburg am Sonntag gegen Halberstadt?

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Fussball Regionalliga Nordost; FC Eilenburg - Berliner Athletik Klub 07
Trainer Nico Knaubel (mi.) und der FC Eilenburg wollen endlich wieder siegen. © Alexander Prautzsch
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Kann der FCE seine Krise endlich eindämmen? Nach dem Pokalaus wurden viele Gespräche geführt, nun fordert der Präsident "Einstellung und Wille".

Eilenburg. Auf den Tag genau vor einem Jahr hat der FC Eilenburg zum letzten Mal ein Punktspiel gewonnen. Damals hieß der Gegner Rudolstadt und der FCE spielte in der Oberliga. Seit 365 Tagen wartet die Elf von Nico Knaubel nun schon auf ein Erfolgserlebnis in der Liga. Endet der Negativfluch am Sonntag gegen Germania Halberstadt? Das Spiel beginnt um 13 Uhr im Ilburg-Stadion.

Dann ist die Mannschaft erstmals so richtig in der Pflicht, denn während Niederlagen in der Regionalliga von allen Seiten verziehen werden, wehte den Spielern nach dem peinlichen Pokalaus gegen Sachsenligist Markranstädt schon mehr Gegenwind ins Gesicht. „Wie wir in Markranstädt nach den Toren agiert haben, konnte niemandem gefallen. In derartigen Situationen muss mehr kommen und angesichts der vielen jungen und neuen Spieler im Kader müssen die verbliebenen Leistungsträger die Verantwortung einfach noch mehr tragen“, machte Eilenburgs Präsident Steffen Tänzer klar. Man habe dazu in der letzten Woche viele Gespräche geführt. „Jetzt sind Einstellung und Wille aller Mannschaftsmitglieder gefragt, um tatsächlich auch sichtbare Verbesserungen im Auftreten und natürlich bei den Ergebnissen zu erzielen“, so Tänzer.

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In Markranstädt ließen die Eilenburg nach der ersten Halbzeit vieles vermissen und schieden im Endeffekt nicht mal unverdient, wenn auch unglücklich, aus. Nun kommt Halberstadt. Die Germania ist auch kein Profiteam, arbeitet unter Amateurbedingungen, wenn auch mit profihafteren Strukturen als in Eilenburg. Als Glücksgriff erwies sich Trainer Benjamin Duda, der erst kurz vor Saisonbeginn verpflichtet wurde und aus einem „Haufen Talente“ eine schlagkräftige Mannschaft formte, die kurzzeitig sogar ganz oben in der Regionalliga mitmischte und mit Elias Löder einen Top-Torjäger hatte, der kurz vor Transferschluss Ende August vom Halleschen FC „gekauft“ wurde. Danach fiel Germania nicht in ein Loch, stattdessen treffen Tim Heike und Stefan Korsch beständig und zusammen öfter als das gesamte Eilenburger Team insgesamt. Trotzdem warnt Duda vor dem FCE: „Eilenburg ist spielerisch viel besser, als es tabellarische Ist-Zustand aussagt. Wir werden die bestmögliche Version von uns liefern müssen, um etwas Zählbares mitzunehmen.“

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Kann Eilenburg an die Leistung des letzten Heimspiels gegen Lok Leipzig (1:1) anknüpfen, könnte der Negativfluch wirklich enden. Personell wird sich nicht viel ändern. Der FCE fährt seit Monaten auf der letzten Rille, die vielen Niederlagen tragen gefühlt nicht unbedingt zum schnellen Heilungsprozess bei. „Wir bleiben lösungsorientiert, diszipliniert und kommunikativ. Wir können diese Phase weiter gut einschätzen und versuchen, mit all unseren gemeinsamen Mitteln diese zu meistern“, so Knaubel, der aktuell sehe, auf wen man sich in solchen Situationen verlassen könne. Als Trainerteam versuche man der Mannschaft den Rücken zu stärken. „Wir müssen alle geduldig, fleißig und zuversichtlich bleiben“, so der Coach. Noch ist das erste Saisonziel – ein gewonnenes Ligaspiel – noch nicht erreicht. Morgen gibt’s die nächste Chance – vielleicht die größte. Denn Halberstadt ist auch so etwas wie ein Lieblingsgegner der Eilenburger. In den Spielzeiten von 2004 bis 2009 trafen beide Mannschaften in der damaligen NOFV-Oberliga Süd aufeinander. In zehn Spielen gab es sechs Unentschieden, drei Siege und nur eine Niederlage für die Eilenburger.