05. September 2020 / 13:33 Uhr

Ein Kapitänsduo führt Turbine Potsdam in die neue Saison

Ein Kapitänsduo führt Turbine Potsdam in die neue Saison

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Nina Ehegötz (I.) und Merle Barth sind unter Sofian Chahed in die Vorbereitung gestartet.
Trainer Sofian Chahed machte Neuzugang Merle Barth (r.) und Karoline Smidt Nielsen zu seinen Kapitäninnen. © Uta Zorn/Turbine Potsdam
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Frauen-Bundesliga: Novum beim 1. FFC Turbine Potsdam: Neuzugang Merle Barth und die Dänin Karoline Smidt Nielsen teilen sich künftig die Kapitänsrolle.

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Mit einem Kapitänsduo startet Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam am Sonntag in die neue Spielzeit. Neuzugang Merle Barth, die erst im Sommer von Bayer 04 Leverkusen an die Havel kam, und die Dänin Karoline Smidt Nielsen werden sich das Amt teilen. Das ist ein Novum beim sechsfachen Deutschen Meister, der im März kommenden Jahres sein 50-jähriges Bestehen feiert. Nach SPORTBUZZER-Informationen hat das Trainerteam um Chefcoach Sofian Chahed die Personalien bestimmt und gestern vor dem Training der Mannschaft mitgeteilt. Neben den beiden Spielführerinnen bilden Johanna Elsig, seit 2012 im Club und damit immerhin dienstälteste Turbine-Spielerin, Marie Höbinger und Vanessa Fischer den Mannschaftsrat.

Merle Barth, 26, die schon in Leverkusen Kapitänin war, hatte den Trainer schnell von ihren Anführerqualitäten überzeugt. „Ich sehe sie definitiv in einer Führungsrolle“, hatte Sofian Chahed seine neue Nummer 28 schon früh in der Vorbereitung in die Pflicht genommen. „Sie macht den Mund auf auf dem Platz, spielt mit der Sechs auch auf einer Position, auf der man viel regeln kann“, hatte der Coach betont. Die 1,66 Meter große Mittelfeldspielerin wird damit nicht nur auf dem Platz, wo sie wie ihre Vorgängerin im defensiven Mittelfeld zu Hause ist, sondern auch in der Kabine die Nachfolge von Sarah Zadrazil einnehmen, die vor der Saison zum FC Bayern gewechselt war. „Sie nimmt die jungen Spielerinnen mit und hilft ihnen viel“, erklärte Co-Trainer Dirk Heinrichs auf Nachfrage.

Die Trikots von Turbine Potsdam seit 2005

<b>Saison 2005/06 (Heimtrikot)</b> Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. Zur Galerie
Saison 2005/06 (Heimtrikot) Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. ©

Wer dann aber am Sonntag Turbines Kapitänsbinde tragen wird, wenn um 14 Uhr vor einer begrenzten Zuschauerkulisse – 1000 Personen dürfen inklusive Mannschaften und Personal ins Karl-Liebknecht-Stadion – das Auftaktmatch gegen den Vorjahresdritten TSG Hoffenheim angepfiffen wird, ist noch offen. „Die beiden sollen unter sich ausmachen, wie sie die Rolle aufteilen“, bemerkte Dirk Heinrichs.

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Ein vielversprechendes Modell ist die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern in jedem Fall. In der Frauen-Bundesliga hatte in der vergangenen Spielzeit bereits Serienmeister VfL Wolfsburg die Rollenteilung praktiziert. Dort waren Pernille Harder, Alexandra Popp und Almuth Schult gleichberechtigte Kapitäninnen.