26. Juni 2019 / 13:43 Uhr

Ein Klassiker wird 20 Jahre jung: Beim Spitzstein-Drachenbootcup kocht die Mulde

Ein Klassiker wird 20 Jahre jung: Beim Spitzstein-Drachenbootcup kocht die Mulde

Manuela Engelmann
Leipziger Volkszeitung
Westewitz Döbeln 17. Spitzenstein-Drachenbootcup
Gute Laune gehört beim Drachenbootcup in Westewitz einfach dazu. © Sven Bartsch
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Am Spitzstein in Westewitz wird inzwischen seit zwei Jahrzehnten gepaddelt – in zwölfeinhalb Meter langen Booten, mit verrückten Kostümen, einen ganzen Tag lang. An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Das Drachenboot-Rennen des ESV Lok Döbeln feiert runden Geburtstag.

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Döbeln. Zwei Jahrzehnte, 20 Jahre, 20 Cups – das klingt gewaltig. Vor allem, wenn man bedenkt, wie es damals, im Jahr 2000, angefangen hat, dieses Ding mit den langen Booten. Udo Hundrieser, der Vater des Spitzstein-Drachenbootcups, hatte irgendwann einmal seiner Bootsmannschaft gegenüber den Gedanken geäußert, ob man denn in Westewitz nicht auch – wie in Riesa – so ein Rennen auf die Beine gestellt bekäme. Gesagt, getan. Naja, ganz so einfach war es dann doch nicht, denn der erste Spitzstein-Drachenbootcup drohte aufgrund von zu wenigen Teilnehmern ins Wasser zu fallen. Die DAZ als Medienpartner des feuchtfröhlichen Breitensportspektakels von Anbeginn rührte noch einmal kräftig die Werbetrommel und letztlich fanden sich 18 Mannschaften mit je 16 Paddlern zusammen. Der 9. September 2000 sollte der Auftakt einer unglaublichen Geschichte werden. Denn dieser Drachenbootcup in Westewitz, gestemmt von einer kleinen Abteilung Kanu des ESV Lok Döbeln, sucht noch heute in der Region und deutschlandweit seinesgleichen. Nirgendwo anders ist es so bunt, spielen die Kostümierungen der Teams neben dem sportlichen Wettbewerb eine so große Rolle.

DURCHKLICKEN: Der 17. Spitzstein-Drachenbootcup

Beim 17. Spitzstein-Drachenbootcup und dem 12. Jugenddrachenbootcup in Westewitz war jede Menge los. Zur Galerie
Beim 17. Spitzstein-Drachenbootcup und dem 12. Jugenddrachenbootcup in Westewitz war jede Menge los. © Sven Bartsch

Von Anfang an farbenfroh, verrückt, bunt, steigerten sich nicht nur die Teams, die in den Folgejahren übrigens Schlange für einen Startplatz standen, in Sachen Kostüme und Auftritt auf der Hafenmei-le. Auch die Gastgeber selbst übertrumpften sich Jahr für Jahr selbst zur großen Siegerehrungs-Abschlussparty im Festzelt.

Orga-Team wird langsam zu klein

Nach elf Spitzstein-Cups übergibt Udo Hundrieser das Paddel beziehungsweise die Regie an andere. Der Cup, bei dem es immer viele Sieger gibt, ist längt zum Kult in der Region geworden. Hans Lange hat nun den Hut auf, steuert das Team die nächsten fünf Jahre durch die Organisation der Mammutveranstaltung, bei der in Spitzenzeiten 37 Teams am Rennsamstag dabei sein durften. Solche Zahlen bleiben die Ausnahme – weil die Kapazitätsgrenze von Team und Rennplan damit mehr als ausgeschöpft ist. Und das auch, weil seit 16 Jahren am Vortag des Spitzstein-Drachenbootcups der Jugendcup als kleiner Bruder ebenso erfolgreich läuft. Souverän planen die beiden Rennleiter Martina Naumann und Matthias Lange von der ersten Stunde an beide Veranstaltungstage und lassen sich von keinem Zwischenfall aus der Ruhe bringen.

In den letzten Jahren sind es immer um die 30 Mannschaften, die den Rennsamstag gestalten. Das zwischenzeitlich noch dazu organisierte Nachtrennen für Damen am Freitagabend gibt es längst nicht mehr. Für die kleine Mannschaft des ESV Lok Döbeln ist es mit den Jahren immer schwerer geworden, genügend Mitstreiter für die Umsetzung der Großveranstaltung zu aktivieren. Die Aufgaben in der Organisationsleitung teilen sich seit vier Jahren Bianca Frenzel, Heiko Colditz und Uwe Franz, letzterer ist seit diesem Jahr nicht mehr dabei. Das gesamte Organisations-Team, sagt Bianca Frenzel, funktioniert immer noch gut. Allein, es ist mit einem Stamm von etwa zehn Personen ein wenig zu klein geworden. Für den 20. Cup an diesem Sonnabend hat dieses kleine Team dennoch wieder alles gut vorbereitet. Damit pünktlich 8.30 Uhr das erste „Attention! Go!“ über die Mulde am Spitzstein ertönen kann. Damit 26 Teams ihre Auftritte auf dem Wasser und auf der Hafenmeile bestreiten können. Damit der Spitzstein-Drachenbootcup einen würdigen 20. Geburtstag feiern kann.

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