05. Januar 2022 / 07:51 Uhr

Ein Leipziger Fußballkämpe wird 80: Der Trojaner musste gegen die Stärksten ran

Ein Leipziger Fußballkämpe wird 80: Der Trojaner musste gegen die Stärksten ran

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Prominente Leipziger Fußballer kamen zum 60. von Ex-Chemiker Volker Trojan am Sonnabend in die Gaststätte Gut Holz - v.l.n.r.: Volker Trojan, Heinz Herrmann und Bernd Herzog.
Volker Trojan (l.) zusammen mit Heinz Herrmann und Bernd Herzog 2002 bei der Feier seines 60. Geburtstags. © Klaus-Dieter Gloger
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Bei Chemie Leipzig wurde Volker Trojan direkt Stammspieler und zu einer festen Größe. An diesem Mittwoch feiert der ehemalige Kicker seinen 80. Geburtstag.

Leipzig. Er holte mit Chemie Leipzig keine Titel, er war kein Nationalspieler und trotzdem ist er eine Fußball-Größe Leipzigs, vor allem bei den Chemikern. An diesem Mittwoch feiert Volker Trojan seinen 80. Geburtstag.

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Von Motor Böhlitz-Ehrenberg kommend schaffte er 1961/62 den Sprung in die Oberliga-Mannschaft des im Bruno-Plache-Stadion angesiedelten SC Rotation Leipzig. Mit der Neuaufteilung der Leipziger Fußball-Elite blieb er in Probstheida beim SC Leipzig. Mit diesem wurde er als defensiver Mittelfeldspieler 1964 nicht nur Meisterschaftsdritter, sondern kam gegen Dosza Ujpest (Budapest) und den Wiener SC auch im Messecup zum Einsatz. Als er 1965/66 beim aus dem SCL ausgegliederten 1. FC Lok nicht mehr durchgängig spielte, wechselte er im Sommer 1966 zum frisch gebackenen DDR-Pokalsieger Chemie, mit dem er auch im Europapokal der Pokalsieger auflief.

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Bei den Grün-Weißen wurde er sofort Stammspieler und blieb die folgenden zehn Jahre eine absolut feste Größe. „Ein respektabler vierter und ein sechster Platz in der Oberliga waren sportlich die Höhepunkte dieser fast durchweg schönen Zeit“, erinnert er sich. „Es war prima, mit was für großartigen Spielern ich bei Chemie und zuvor schon bei Lok spielen durfte“, verweist er unter anderem auf Bernd Bauchspieß, Henning Frenzel, Manfred Geisler, Manfred Walter, Horst Weigang und andere Stars seiner Ära. „Aber auch an die starken Gegenspieler, die ich als Verteidiger oder im Mittelfeld bespielen durfte, habe ich beste Erinnerungen. Duelle mit Willy Tröger, Peter Ducke oder auch zum Beispiel gegen Achim Streich habe ich genossen. Ich musste/durfte oft gegen die Stärksten des Gegners ran.“


Wertschätzung von Wegbegleitern

Trojan war aber nicht nur ein starker Defensivmann, sondern auch torgefährlich. Vor allem seine Kopfballstärke war in der Abwehr wie im Angriff geschätzt und andererseits gefürchtet. Auf der Zielgeraden seiner Karriere gab der vielfach bewährte, echte Kämpe in Leutzsch auch noch einen guten Libero ab. „Das habe ich gern gespielt, weil ich da viel Verantwortung hatte“, erklärt der Jubilar.

Wegbegleiter wie Ralf Heine oder Wolfgang Andreßen schätzen ihn bis heute. „Ohne ihn hätte mir etwas in meiner Laufbahn gefehlt, er war nicht nur ein toller Spieler, sondern ist auch ein guter Freund“, sagt Heine. „Mit ihm zu spielen, war eine Offenbarung“, so der Torwart weiter, der bei Chemie mit ihm und zuvor mit dem Halleschen FC auch gegen ihn spielte. Andreßen erinnert sich so an seine Zeit bei Chemie mit Trojan: „Er war ein Superathlet, dazu spielerisch klasse. Damit sowie mit seiner ruhigen Art war er äußerst wertvoll für die Mannschaft.“

Karriereausklang bei Nordwest

Nachdem Trojan mit Chemie zweimal ab- und wieder aufgestiegen war, beendete er 1976 nach einem weiteren Abstieg 1976 mit insgesamt 253 Erstliga-Einsätzen und 9 Tore auf dem Konto 34-jährig seine Oberligazeit. Danach ließ er seine Laufbahn beim damals viertklassigen SV Nordwest in der Bezirksklasse ausklingen, stieg dabei in zwei Jahren zweimal, also bis in die DDR-Liga auf, ehe er endgültig aufhörte und danach einige Vereine als Trainer betreute. Beruflich qualifizierte er sich parallel zu seiner Leistungssport-Laufbahn zum Diplom-Ingenieur für Maschinenbau. Ein weiteres Indiz für die Willensstärke des „Trojaners“, wie ihn seine Kameraden und Fans auch nennen.

An diesem Mittwoch wird Volker Trojan seinen runden Geburtstag bedingt durch die Umstände nur im kleinen Familienkreis feiern. Am Telefon allerdings wird einen großen Kreis an Gratulanten empfangen.