14. Januar 2022 / 20:11 Uhr

Ein Luckenwalder Co-Trainer sagt Adieu

Ein Luckenwalder Co-Trainer sagt Adieu

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Lehrerjob geht vor: Severin Mihm  ist nicht mehr Co-Trainer beim FSV 63 Luckenwalde.
Lehrerjob geht vor: Severin Mihm ist nicht mehr Co-Trainer beim FSV 63 Luckenwalde. © Frank Neßler
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Regionalliga Nordost: Severin Mihm legt sein Amt beim FSV 63 Luckenwalde nieder, um sich auf seine Lehrerausbildung fokussieren zu können.

Die Entscheidung ist Severin Mihm nicht leicht gefallen. Der 30-Jährige legt sein Amt als Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde nieder. Er wird sich in den nächsten Monaten verstärkt auf seine Lehrerausbildung konzentrieren.

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„Mein Studium geht jetzt in die letzte Phase“, erklärt Mihm, „ich muss die Masterarbeit schreiben und verschiedene Kurse belegen.“ Die Monate bis zum Sommer werden deshalb für ihn sehr intensiv. „Man soll ja eine Sache ganz oder gar nicht machen“, begründet Mihm seine Entscheidung, „durch den hohen Zeitaufwand könnte ich für den Fußball nur noch halbherzig da sein und das möchte ich nicht. Außerdem denke ich, dass mir eine Pause vom Fußball nach meiner langen Kniegeschichte ganz gut tut.“

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Beim FSV 63 bedauert man den Weggang des 30-Jährigen. „Das erfolgreiche Trainerteam der diesjährigen Saison wird leider ab sofort einen wichtigen Baustein verlieren“, teilte der Verein in dieser Woche mit. Für die Entscheidung äußert der Kreisstadtclub Verständnis. „Wir können sie natürlich nachvollziehen, denn auch als Co-Trainer geht viel Zeit und Arbeit am Tag für die Trainingsvor- und nachbereitung sowie den Spieltag selbst drauf. Trotzdem schmerzt sein Abgang nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Ihn adäquat zu ersetzen, wird nicht einfach werden“, wird Vereinspräsident Dirk Heinze zitiert.


Severin Mihm wechselte als gebürtiger Berliner nach Stationen bei Energie Cottbus II, beim SV Babelsberg 03 und Viktoria Berlin im September 2018 als Spieler zum FSV 63 Luckenwalde. Durch eine schwere Knieverletzung musste er allerdings bald seine Fußballerlaufbahn beenden. Er wechselte daraufhin in den Trainerstab der Nuthestädter. Hier konnte er nicht nur seine Erfahrungen als ehemaliger Spieler in den Trainingsalltag mit einfließen lassen, sondern brachte auch immer wieder innovative Ideen ein. Diese werteten das Training nicht nur auf, sondern ließen es auch abwechslungsreich werden. Dabei verlor Mihm nie den Blick auf den kommenden Gegner. Unter dem ehemaligen FSV-Chefcoach Jan Kistenmacher wurde er dann zum Co-Trainer. Unter ihm bestritt Mihm 52 Spiele. Auch Kistenmachers Nachfolger Michael Braune legte viel Wert auf die Expertise des erfahrenen Fußballfachmanns Severin Mihm. Zusammen saßen beide 24-mal auf der Trainerbank.

FSV-Trainingslager in der Türkei

„Ich bedanke mich für die tolle Zeit in Luckenwalde“, so der scheidende Co-Trainer, „und vor allem für das große Vertrauen des Vereins sowohl als Spieler als auch als Trainer. In der schwierigen Zeit meiner Knieverletzung hat man mich beim FSV 63 aufgefangen und mir die Möglichkeit gegeben, weiter im Fußball tätig zu sein. Hier arbeiten tolle Menschen. Es ist ein sehr familiärer Verein. So etwas gibt es in der Regionalliga wohl nicht. Das ist kein Lebewohl, sondern ein auf Wiedersehen.“

Ein Nachfolger für Mihm als Co-Trainer im Team von Chefcoach Michael Braune ist noch nicht gefunden. Derzeit läuft die Suche auf Hochtouren. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Michael Braune gemeinsam mit seinem anderen Assitent Steve Müller und Torwarttrainer Robert Petereit die Regionalligafußballer des FSV 63 Luckenwalde führen. Das Team startete in dieser Woche in die Vorbereitung auf das Saison-Restprogramm. Am Freitagabend flog eine 35-köpfige Delegation des FSV 63 in die Türkei. Dort werden sich die Luckenwalder Fußballer und die Vereinsverantwortlichen intensiv auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten.

Anders als geplant gehört Severin Mihm nicht der FSV-Abordnung in der Türkei an. Er ist in Corona-Quarantäne und musste zu Hause bleiben. Seinen offiziellen Ausstand wird der 30-Jährige deshalb etwas später geben.