03. März 2021 / 23:36 Uhr

"Ein Riesenkrater danach": Wolfsburger nehmen Elfer-Pechvogel Weghorst in Schutz

"Ein Riesenkrater danach": Wolfsburger nehmen Elfer-Pechvogel Weghorst in Schutz

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nahm Elfer-Pechvogel Wout Weghorst in Schutz: VfL-Profi Maximilian Arnold (r.).
Nahm Elfer-Pechvogel Wout Weghorst in Schutz: VfL-Profi Maximilian Arnold (r.). © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Nach dem 0:2 des VfL Wolfsburg im Pokal-Viertelfinale bei RB Leipzig waren die VfL-Profis natürlich enttäuscht - vor allem Top-Torjäger Wout Weghorst, der die Führung auf dem Fuß hatte...

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Wieder mal Leipzig und wieder mal raus aus dem DFB-Pokal: Einmal hatte der VfL in diesem Wettbewerb gegen RB gewonnen, danach wurde er Pokalsieger. Gestern kam das vierte Aus hinzu. Maximilian Arnold, VfL-Mittelfeld-Kämpfer, war enttäuscht, erkannte aber den Leipziger 2:0-Erfolg auch neidlos an.

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Arnold, in der Nähe von Riesa geboren, war in Sachsen der einzige Sachse auf dem Feld. In seinem 300. Pflichtspiel für den einzigen Klub, für den er im Herrenbereich spielte, zu verlieren – das tat weh. Man habe alles gegeben, meinte er, aber: „Alles war nicht genug. Es ist brutal hier zu spielen, Leipzig hat viel Druck gemacht, wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren, hätten mehr Ruhe gebraucht. Somit sind wir verdient ausgeschieden. Es ist bitter für uns, natürlich wollten wir weiterkommen. Aber wir haben auch das schwerste Los bekommen. Man hat in der zweiten Halbzeit die Qualität von RB gesehen.“

<b>Koen Casteels</b>: Überragende Tat in der 12. Minute, als er einen Kopfball von Nkunku aus Nahdistanz mit einer Weltklasse-Parade hielt, ebenfalls stark war seine Rettungstat nach der Pause gegen Poulsen, chancenlos bei den Gegentoren. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Überragende Tat in der 12. Minute, als er einen Kopfball von Nkunku aus Nahdistanz mit einer Weltklasse-Parade hielt, ebenfalls stark war seine Rettungstat nach der Pause gegen Poulsen, chancenlos bei den Gegentoren. Note: 2 ©

Dass Wout Weghorst mit dem Elfmeter gescheitert war, tat Arnold leid: „Wenn Wout den Elfmeter reinmacht, läuft das Spiel vielleicht anders, aber sowas passiert nun mal.“ Der Platz sei rutschig gewesen, „da ist ein Riesenkrater danach. Da kann man Wout keine Schuld geben.“ Dass am Torjäger jetzt vielleicht Schuldgefühle nagen, sei denkbar, aber: „Wout muss mit der Situation allein klarkommen, das wird er auch. Er tut alles für die Mannschaft, wir stehen hinter ihm. Gott sei Dank spielen wir am Samstag schon wieder. Es gibt keine Zeit, Zweifel aufkommen zu lassen. Wir müssen wieder einen couragierten Auftritt zeigen.“

Für Keeper Koen Casteels riss die Gegentorlos-Serie. Er meinte: „Bei der offensiven Qualität von Leipzig weißt du, dass da auch was aufs Tor kommen wird. Sie haben es besser genutzt.“ Der Keeper sagte zum verschossenen Elfmeter: „Wout kann das allein verkraften, er hat genug Erfahrung. Sowas passiert nun mal, das macht keiner absichtlich.“ Das erste Gegentor wurmte ihn, denn: „Er war gar nicht so gefährlich. Aber wenn der Ball so abgefälscht wird, ist es schwer zu reagieren. Das ist bitter, sonst wäre er wohl mittig aufs Tor gekommen.“ Maxence Lacroix hatte den Fuß noch beim Versuch, den Schuss zu blocken, dazwischen bekommen. Pech. Mit einer Glanzparade hatte Casteels in der Anfangsphase gegen Christopher Nkunku das 0:1 verhindert. „Ich habe versucht, mich so groß wie möglich zu machen und geahnt, wo er hin köpft. Viel kann man da eigentlich nicht machen, das ist nur Instinkt.“ Aber es half nicht. Die Null hielt nicht.

Coach Oliver Glasner: „Über die 90 Minuten war es verdient, in der zweiten Halbzeit konnten wir uns nicht mehr so durchsetzen. Aber Kompliment an die Jungs, sie haben alles in die Waagschale geworfen, was sie hatten. Wir hatten unsere Möglichkeiten, wenn du hier gewinnen willst musst du sie verwerten.“ Den nächsten Elfer würde er wieder Weghorst schießen lassen.