23. Juni 2020 / 08:05 Uhr

"Ein starkes Stück": Erich Kissing widmet Pferderennen im Scheibenholz ein Gemälde

"Ein starkes Stück": Erich Kissing widmet Pferderennen im Scheibenholz ein Gemälde

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erich Kissing trug Ei-Tempera und Öl auf eine Leinwand auf, um dieses großformatige Gemälde „Ein starkes Stück“ zu kreieren.
Erich Kissing trug Ei-Tempera und Öl auf eine Leinwand auf, um dieses großformatige Gemälde „Ein starkes Stück“ zu kreieren.
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Der Leipziger Künstler Erich Kissing malt häufig Kentauren, mythologische Zwitter von Pferd und Mensch. Doch dieses Mal wollte der Werner-Tübke-Schüler eine Hommage an die traditionsreiche Galopprennbahn der Stadt im Scheibenholz erschaffen. Zwei Jahre lang arbeitete er an dem Kunstwerk.

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Leipzig. Es ist vollbracht. Schon vor gut zwei Jahren stand im heimischen Atelier des Leipziger Malers Erich Kissing (77) sein Bild zum Thema Pferderennen im Scheibenholz auf der Staffelei. Nun ist es mit dem Titel „Ein starkes Stück“ endlich fertig. Die lange Schaffensphase ist vor allem der aufwändigen altmeisterlichen Malweise des Künstlers geschuldet. In akribischer Weißhöhung auf Untermalung mit Ei-Tempera werden mit spitzem Pinsel die Figuren herausgearbeitet. Kissing lernte die Technik bei seinem Hochschul-Professor Werner Tübke so gut, dass der viel später bei Betrachtung von Kissings Gemälden meinte: „Respekt, Respekt, alles gestrichelt, gestrichelt …“

Galerie Schwind stellt Gemälde aus

Nun also Kissings Hommage an die traditionsreiche Galopprennbahn der Stadt im Scheibenholz. Nicht als Zocker besucht(e) der Maler dieses Areal, sondern wegen „des Fluidums, wegen der Menschen, der Atmosphäre“. Anstoß, auch mal nach den edlen Vierbeinern zu schauen, gaben Kissing aber letztlich die Kentauren, jene mythologischen Zwitter von Pferd und Mensch (Pferdeleib und menschlicher Oberkörper). Sie waren und sind Wesen, die häufig auf seinen Bildern zu sehen und zu ergründen sind. Als der Maler wieder mal auf der Rennbahn war und mit der Kamera nach Motiven für ein späteres Bild suchte, gab es die im neuen Gemälde dargestellte Situation. Einer der Galopper wollte partout nicht am Rennen teilnehmen, Helfer bemühten sich, versuchten, den Vierbeiner in die Box zu schieben. Kissing fand das „ziemlich kurios“ – und machte ein Bild daraus, auf dem zwar nicht deutlich wird, um welches Rennpferd es sich handelt, zumindest ist Starter Schmidt (helles Jackett) verewigt.

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Das großformatige Gemälde (Ei-Tempera und Öl auf Leinwand, 160x230 cm) ist Teil der aktuellen Sommerausstellung der Galerie Schwind und kann zu sicher nicht unerheblichem Preis erworben werden.

Im Scheibenholz wird am 27. Juni endlich der erste Jahresrenntag stattfinden. Die bisherigen Renntage auf den deutschen Galoppbahnen, ob nun in Dresden, Hoppegarten oder Köln zeigen, fanden ohne Publikum statt. In Leipzig sind erstmals wieder Zuschauer dabei – 700 dürfen unter strengen Hygienevorschriften die Rennen verfolgen. Und wer keine Karte hat, kann über www.deutscher-galopp.de die Rennen im Livestream verfolgen und, falls Inhaber eines entsprechenden Kontos, auch bewetten.

Sein neues Gemälde widmet er übrigens nicht dem Rennpferd, sondern wieder dem Kentaur. Der wird vom Maler in eine einstige winterliche Abraumlandschaft gestellt. Titel: „Am Stadtrand von Leipzig“.

Thomas Mayer