14. Juli 2021 / 08:57 Uhr

Ein Tag Zeit für die Genehmigungen: Flutlicht für BSG Chemie wird zur Zitterpartie

Ein Tag Zeit für die Genehmigungen: Flutlicht für BSG Chemie wird zur Zitterpartie

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Ein Englisches Unternehmen liefert Sonntag (28.10.2018) Flutlichtmasten im Alfred-Kunze-Sportpark Leipzig an. Die Beleuchtung wird temporär für das DFB-Pokal-Spiel am Dienstag aufgebaut.
Mobiles Flutlicht gab es in Leutzsch bereits 2018: für die Partie im DFB-Pokal gegen den SSV Jahn Regensburg. © Christian Modla
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Das Flutlicht für die BSG Chemie ist unterwegs. Am Mittwochmorgen machten sich die Masten, die im Alfred-Kunze-Sportpark eine Saison lang für die Beleuchtung sorgen sollen, von Liverpool aus auf den Weg nach Sachsen. Am Freitag wird der Schwerlasttransport in Leipzig erwartet. 

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Leipzig. Das Thema Flutlicht bewegt in Leutzsch jeden einzelnen Mitarbeiter, Spieler und Anhänger. Am 20. Juli läuft die Frist ab, die der Nordostdeutsche Fußballverband der BSG Chemie Leipzig gestellt hat, um ein für die Regionalliga taugliches Stadion vorzuweisen. Dann muss nicht nur das mobile Flutlicht stehen, sondern auch alle Genehmigungen vorhanden sein. Ansonsten heißt es wohl: Oberliga für Leutzsch.

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„Wir schaffen das!“, hatte Vorstandsvorsitzender Frank Kühne schon vor Tagen keine Zweifel zugelassen. Da war gerade bekannt geworden, dass über einen engagierten Chemie-Fan zumindest der Transport der Masten organisiert worden war. Inzwischen steht fest, dass am Freitagmorgen die Masten per Schwerlasttransport im Alfred-Kunze-Sportpark ankommen sollen. Die Spedition verlädt in Liverpool am Mittwochmorgen und nutzt dann die schnellere Fähre von Hull nach Rotterdam. Die liefernde Firma hatte in Manchester zu tun und konnte somit nicht wie gewünscht am Montagmorgen laden. Jetzt sind zwei Trucks aus Leipzig auf dem Weg auf die Insel und nehmen die Fracht am alten Liverpooler Trainingsgelände Melwood auf. Nach dem Umzug auf das knapp 60 Millionen Euro (!) teure neue Trainingsgelände nach Kirkby sind die Masten dort überflüssig geworden.

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Das temporäre Flutlicht wurde im englischen Bolton (zwischen Liverpool und Manchester gelegen) verladen und hat sich auf die Reise nach Leipzig-Leutzsch begeben. Vor seiner Einlagerung hatte es einen Trainingsplatz des FC Liverpool beleuchtet. Die Fahrer der CCS – CityCourier Sachsen GmbH nehmen am Mitwochabend die Fähre von Hull nach Rotterdam und erreichen voraussichtlich Freitagmorgen den Alfred-Kunze-Sportpark. Am Montagmorgen ab 6 Uhr soll dann ein 160-Tonnen-Kran in einer spektakulären Aktion die Masten aufstellen. Dafür bereiten die Mannen um Stadionmanager Thomas Westerburg derzeit die Flächen vor, auf denen die Masten stehen sollen. Dies wird innerhalb des Zaunes, der das Spielfeld umschließt, geschehen. Sorgen machen noch Betonreste vom Zaunbau in den 60er Jahren, die unter dem Grün lauern und nun teilweise mit Schlaghämmern entfernt werden müssen.

Falls das alles klappt, rücken andere Akteure ins Rampenlicht. Entscheidend wird sein, wie die Stadt Leipzig mit den entsprechenden Genehmigungen ins Benehmen kommt. Für deren Erteilungen bleiben dann schließlich nur 24 Stunden. Die städtischen Verantwortlichen samt Sportbürgermeister Heiko Rosenthal hatten betont, dass sie in der Pflicht stehen und alles Menschenmögliche tun werden. Es ist und bleibt ein Zitterspiel, ein Drahtseilakt. Erlösung in letzter Sekunde wäre wünschenswert, bleibt aber nervenaufreibend.