29. Mai 2021 / 16:56 Uhr

Ein Tor für die Geschichtsbücher: Lok Leipzig ist Sachsenpokal-Sieger

Ein Tor für die Geschichtsbücher: Lok Leipzig ist Sachsenpokal-Sieger

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Djamal Ziane ballert Lok Leipzig in den DFB-Pokal.
Djamal Ziane ballert Lok Leipzig in den DFB-Pokal. © Christian Modla
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Was für eine Leistung – trotz Unterzahl: Der FC Lokomotive Leipzig hat sich den Pott im Sachsenpokal und damit den ersten Titel seit der Neugründung des Vereins erkämpft. Das Team von Almedin Civa gewann das Duell gegen den elfmaligen Cup-Sieger Chemnitzer FC mit 1:0 (n.V.). Die Probstheidaer lösten damit das Ticket für den DFB-Pokal.

Leipzig. DFB-Lostopf, Sportschau, attraktiver (Bundesliga-)Gegner – der DFB-Pokal und eine historische Heimparty im Bruno-Plache-Stadion warten auf den 1. FC Lok Leipzig. In einem nerven- und kraftraubenden Sachsenpokalfinale gegen Titelverteidiger Chemnitzer FC schießt der gebürtige Leipziger und Loks dienstältester Profi Djamal Ziane durch ein Volley-Traumtor aus 25 Metern in der Verlängerung (112.) die Probstheidaer zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Landescup. Es ist der ganz normale Pokalwahnsinn: Großchancen, Platzverweis, Verlängerung und zum Schluss die jubelnden Probstheidaer, die nach 120 Minuten Finalschlacht erschöpft den zweiten Titel innerhalb zwei Saisons feiern.

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Knackige Zweikämpfe

Coach Almedin Civa möchte maximale Eingespieltheit im Finale, schickt die selbe Elf getreu dem Motto „Euretwegen sind wir hier“ wie im Halbfinale und dem bisher einzigen Pflichtspiel der letzten 7 Monate auf das Feld. Dass die vor der Pandemie selten zum Einsatz gekommene Dreierkette in Kurzarbeit- und Volltraining einstudiert wurde, ist deutlich erkennbar: Lauf- und Passwege sind definiert, die Probstheidaer arbeiten in den ersten 45 Minuten diszipliniert und kompakt. Einzig der Treffer soll trotz guter Möglichkeiten durch Djamal Ziane (34.) und Sascha Pfeffer (38.) nicht fallen.

DURCHKLICKEN: Das war das Finale zwischen Lok Leipzig und Chemnitz

Da ist das Ding! Lok Leipzig ist Sieger im Finale des Sachsenpokals. Zur Galerie
Da ist das Ding! Lok Leipzig ist Sieger im Finale des Sachsenpokals. © Christian Modla

Die hellblauen Chemnitzer warten ab und werden nur gefährlich, wenn den Leipzigern individuelle Ausrutscher passieren. Auf der anderen Seite kriegen Civas Männer, die insgesamt die spielbestimmende Mannschaft sind, zu spüren, was es heißt, gegen andere Herren im Wettkampfmodus zu spielen. Die Räume sind eng, die Zeit knapp und die Zweikämpfe knackig. Entsprechend oft wird der Ball zurück in die blau-gelbe Abwehrkette zurückgespielt – Vorsichtsmaßnahme.

Doch ab Wiederanpfiff ändert sich das Tempo. Der CFC erhöht den Druck und spielt den Leipziger damit in die Karten. Der neue Offensivdrang der Titelverteidiger zwingt Lok, schneller zu spielen, die neue Bewegung schafft neue Räume und wirbelt die offener stehenden Chemnitzer durcheinander. Dennoch über 120 Minuten erkennbar: Zu lange war die Matchpause für die Regionalligisten, die Spielpraxis und Einfachheit kostete.

Dienstältester Akteur knipst

Bitter ist Leon Heynkes gelb-rote Karte (72.. Sein Platzverweis durch zwei gelbe Karten innerhalb drei Minuten ist eine harte, aber vertretbare Entscheidung, dreht die Spielverhältnisse jedoch nicht. Civas Mannschaft bleibt auch zu zehnt das gefährlichere Team, Pfeffer hat nach feinem Dribbling die Riesenchance auf die Führung.

Die Verlängerung wird für die dezimierten Leipziger zu einem Kraftakt, bei dem nach hinten gepumpt und nach vorne beste Chancen vergeben werden. Immer souverän: Keeper Gies hält jeden Ball fest und entschärft Flanken, bevor sie gefährlich werden. Auch Pfeffers Technik gepaart mit der Ruhe eines 34-jährigen Routiniers helfen der Probstheidaer Mannschaft. Dann kommt die 112. Minute und die Einzelaktion von Ziane: Ein Tor für die Lok-Geschichtsbücher.