25. April 2018 / 23:41 Uhr

Ein Trainer mit Weitsicht

Ein Trainer mit Weitsicht

Louis Lambert
SPORTBUZZER-Nutzer
Diamantis Cholevas stets mit Notizblock dabei USER-BEITRAG
Diamantis Cholevas stets mit Notizblock © Diamantis Cholevas
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Für Cholevas steht nicht der schnelle Aufschwung im Vordergrund, sondern der langfristige, kontinuierliche Erfolg!

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Sportbuzzer: Herr Cholevas, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Trainer zu werden?

 

Diamantis Cholevas: Ich spielte seit meinem siebten Lebensjahr Fußball, das war mein Leben. Nach meinem Umzug von der griechischen Stadt Volos (liegt ungefähr auf halber Strecke der Luftlinie zwischen Thessaloniki im Norden und Athen im Süden Griechenlands; d. Red.) nach Deutschland, im Alter von 20 Jahren, verschoben sich meine Prioritäten. Ich konzentrierte mich auf die Sprache und den Job, um erst einmal in Deutschland Fuß zu fassen.

Parallel spielte ich in jeder freien Minute Fußball. Dort lernte ich Torsten Fröhling (ehemaliger Trainer von Wehen Wiesbaden und 1860 München; d. Red.) kennen. Ihm habe ich es am Meisten zu verdanken, dass ich Trainer geworden bin.

 

Welche Stationen haben Sie als Trainer bereits absolviert?

 

Meine erste Station im Trainerbusiness war der Posten des Co-Trainers bei der C-Jugend Mannschaft des FC St. Pauli. Dann wurde ich Cheftrainer der C-Junioren, die in der Regionalliga spielten. In den sieben Jahren in denen ich beim St. Pauli als Trainer angestellt war, trainierte ich die B-Jugendlichen in der Regionalliga und Bundesliga sowie dasselbe auch mit der A-Jugend Mannschaft.

 

Nach dem Engagement beim FC St. Pauli wechselte ich zu Eintracht Norderstedt  und trainierte dort die C-Junioren. Unter meiner Leitung schafften sie den Aufstieg aus der Landesliga in die Regionalliga. Auch bei Eintracht Norderstedt wurden mir nach und nach die „älteren“ Jugendmannschaften anvertraut, sodass ich auch die B-Jugendlichen coachen durfte. Auch mit ihnen habe ich den Aufstieg von der Landesliga in die Regionalliga geschafft. Ein Jahr später wurde die B-Jugend sogar Pokalsieger. Aber das schönste und bis heute das erste Mal in der Vereinsgeschichte war der weitere Aufstieg der B-Jugendlichen in die Junioren-Bundesliga. Meine Handschrift von 6 ½ Jahren prägte den Nachwuchs der Eintracht Norderstedt sehr.

 

Die zwei Stationen, beim FC St. Pauli und der Eintracht Norderstedt, in den Jugendmannschaften waren für meine dritte Station verantwortlich. Ich war davon überzeugt, dass ich durch diese Erfahrungen den nächsten Schritt, den Herrenfußball, wagen konnte. Deshalb habe ich mich sowohl bei Landesliga als auch Oberliga Vereinen aus Hamburg beworben. 

Der damalige Landesligist SC Concordia Hamburg gab mir die Chance und stellte mich ein. Der Anfang in den Herrenfußball war getan und es sollte ein erfolgreicher werden.

Nach nur 1 ½ Saisons bin ich mit der Herren-Mannschaft des SC Concordia Hamburg in die Oberliga aufgestiegen. In dem darauffolgenden Jahr konnten wir die Liga erfolgreich halten und schlossen mit einem souveränen 10. Platz ab. 

Im zweiten Jahr in der Oberliga führte der SC Concordia Hamburg bis zum Ende meines Engagements im März 2017 die Tabelle der Oberliga Hamburg an. 

 

Sie haben sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen gearbeitet, was sind dort die wesentlichen Unterschiede, aber auch der besondere Reiz?

 

Bei den Jugendlichen, gehen wir mal von einem Alter zwischen 16 und 17 Jahren aus, steht der Mensch viel mehr im Fokus als der Fußball. Der besondere Reiz liegt darin, ein Vorbild für die pubertierenden Jugendlichen  zu sein und gleichzeitig dürfen die fußballerischen Ergebnisse nicht vernachlässigt werden.

 

Im Herrenbereich, hier rede ich vom leistungsbezogenen Amateur-Fußball, ist es enorm wichtig, den Trainingstag und die dazugehörige Belastung mit Rücksicht auf den Beruf und die Familie zu gestalten. Der Fußball steht dort nämlich an zweiter Stelle.

Als Trainer muss man es schaffen, dass der Sportler sowohl seinen Job und seine Familie, aber auch den Fußball unter einen Hut bekommt. 

 

Was haben Sie nach mittlerweile 16 Jahren Trainertätigkeit gelernt?

 

Sechzehn Jahre Trainertätigkeit sind eine echte Hausnummer. Und eben all diese Erfahrungen, die ich den Jahren gesammelt habe, helfen mir in diesem Job sehr. 

Spielsituationen oder auch Geschehnisse neben dem Platz wiederholen sich und mit Hilfe meines Erfahrungsschatzes kann ich für diese Situationen jetzt schneller Lösungen finden und präsentieren. Da hilft einem auch nicht die Ausbildung, sondern die Erfahrung an der Außenlinie beziehungsweise in der Coaching-Zone. Du trägst allein die Verantwortung und musst in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen treffen. Alle meine Stationen haben mich sehr geprägt, sodass ich mich jetzt als selbstbewussten Trainer beschreibe, der weiß was zu tun ist. Daher bin ich breit für jede Art der Herausforderung.

 

Was ist Ihnen bei all den Trainer-Stationen besonders gut in Erinnerung geblieben?

 

Der Aufstieg mit dem SC Concordia Hamburg von der Landesliga in die Oberliga ist mir besonders gut in Erinnerung geblieben. Das liegt aber auch daran, dass dort die persönliche Komponente mitwirkt. Denn diesen Aufstieg habe ich zusammen mit meinen beiden Söhnen, die damals Spieler des SC Concordia Hamburg waren, geschafft. 

Des Weiteren denke ich auch gerne an das Derby in meinem zweiten Juniorenpokalfinale zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli zurück. Als Trainer des FC St. Paulis war es einfach ein riesen Gefühl gegen den Stadtrivalen zu gewinnen und dann auch noch im Finale.

 

Welche Erinnerungen/ Ereignisse haben Sie besonders beeinflusst? 

 

Wir (1. Herren des SC Concordia Hamburg; d. Red.) waren in der zweiten Saison vom zweiten Spieltag an bis zum Ende meines Engagements im März Tabellenführer in der Oberliga Hamburg. Mir hat das Präsidium in Form des Präsidenten zugesichert, dass der SC Concordia Hamburg für die Regionalliga Nord meldet. Im Februar wurde dieses Zugeständnis allerdings widerrufen. 

Dieses Vorgehen hat mich sehr getroffen, da mir die Motivation beziehungsweise der Anreiz für meine Spieler kurz vor Ende der Saison genommen wurde. Mir wurde sozusagen der Boden unter den Füßen weggerissen. All meine Spieler haben voller Hoffnung und Hingabe dieses Ziel verfolgt und am Ende war es auch eine Art Ohrfeige für ihre tolle Arbeit. Mir waren die Hände gebunden und ich war machtlos.

Da das Zugeständnis nur mündlich erfolgte und ich keine schriftliche Absicherung hatte, weiß ich heute, dass alles vertraglich abgesichert sein muss. 

 

Nach dem Engagement beim SC Concordia Hamburg haben Sie bis heute keinen Verein mehr trainiert. Wie haben Sie es überhaupt ein Jahr lang ohne Trainertätigkeit ausgehalten? 

 

Nach diesen negativen Erfahrungen brauchte ich erst einmal Zeit zum Nachdenken. Deshalb bin ich beim HSV Barmbek-Uhlenhorst als Seniorenspieler aktiv geworden. Des Weiteren beobachte ich die Lage von Oberliga und Regionalligavereinen und schaue jedes Wochenende Fußballspiele aus diesen Ligen, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

 

Ich kann es aber kaum mehr erwarten wieder an der Seitenlinie zu stehen, sodass ich mich nach potenziellen neuen Arbeitgebern umschaue. Außerdem habe ich mich beim DFB angemeldet, um vom 05. Mai – 13. Juni meine B-Lizenz mit dem Erwerb der B-Junioren Elite-Lizenz zu untermauern beziehungsweise zu aktualisieren.

Um geistig und körperlich fit zu bleiben, gehe ich zum Laufen, Tauchen und Jagen.

 

Was sind Ihre weiteren Ziele im Trainer-Business?

 

Ich wünsche mir so schnell wie möglich wieder ein Team zu finden, dass ich mit der Zeit aufbauen kann. Weil ich sehr ehrgeizig bin aber auch akribisch arbeite würde ich gerne eine Mannschaft übernehmen, die in ein bis zwei Jahren den Aufstieg, am Liebsten in die Regionalliga, forciert. Parallel dazu möchte ich weiter an meiner DFB-Ausbildung arbeiten, da sie meiner Meinung nach das Fundament für meine Erfolge als Trainer darstellt. 

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