19. Juni 2019 / 19:46 Uhr

Ein zweiter Brguljan für Waspo 98 - der neue Mann ist ein Abwehrspezialist

Ein zweiter Brguljan für Waspo 98 - der neue Mann ist ein Abwehrspezialist

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Spielen in Zukunft zusammen bei Waspo 98 Hannover: Darko und Matija Brguljan.
Spielen in Zukunft zusammen bei Waspo 98 Hannover: Darko und Matija Brguljan. © Florian Petrow
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Brguljan. Dieser Name steht in Montenegro inzwischen für allerfeinsten Wasserball. Und das ist ein Nationalsport in dem kleinen Land an der Adria. Nun hat sich Pokalsieger und Vizemeister Waspo 98 mit Matija Brguljan einen weiteren sehr starken Spieler vom Balkan geangelt.

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Bruder Darko ist der Mann für Waspos spektakulärste Tore, Matija ist ein Abwehrexperte und Center-Verteidiger. Darko (28) hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, sein jüngerer Bruder Matija (24) bleibt ebenfalls bis 2021. „Das passt wunderbar, Matija hat einen sehr guten Eindruck gemacht“, sagt Waspo-Trainer Karsten Seehafer.

"Du brauchst vier, das das können"

Ex-Weltmeister Predrag Jokic – ebenfalls aus Montenegro – lässt seine Karriere bei den White Sharks ausklingen, der Kroate Ma­rin Ban wechselt nach Split. Mit Julian Real und Reiko Zech hat Waspo zwar noch zwei Centerverteidiger, „das ist auf unserem Niveau aber nicht genug. Du brauchst vier, die das können“, betont Seehafer. Matija Brguljan ist der dritte, der 18-jährige Jan Rotermund von den Sharks mit Doppelstartrecht der vierte.

Insgesamt hat Waspo fünf Spieler verloren. „Es ist ein Umbruch und eine Verjüngung“, sagt der Coach. Mit dem Kroaten Petar Muslim (31) von AN Brescia unterschrieb ein Star schon während des Final-8-Turniers der Champions League. Dazu sollen fünf junge Talente der Sharks in der nächsten Saison (Trainingsauftakt ist der 19. August) zum Einsatz kommen. „Mit den Jungs haben wir einen Kader von 17 Spielern und ein Durchschnittsalter von 25 Jahren“, so Seehafer. Da nur 13 Mann pro Partie eingesetzt werden, sahen in der vergangenen Saison Routiniers oft nur zu. „Das wird anders. Für junge Spieler ist es leichter, mal draußen zu bleiben“, sagt Seehafer.

Bilder vom Champions-League-Spiel Waspo 98 gegen AN Brecia

Darko Brguljan setzt zum Torwurf an.  Zur Galerie
Darko Brguljan setzt zum Torwurf an.  ©
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"Vorzeigeathleten" für Waspo

Neuzugang Matija Brguljan kommt von VK Budva, er hat schon in Italien und Griechenland ge­spielt, zählt zum Kader des Auswahlteams und ist gut ausgebildet. „Es ist großartig. Auf unsere Montenegriner lasse ich nichts kommen, es sind Vorzeigeathleten“, lobt der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker. Bundesliga-Torschützenkönig Aleksandar Radovic, in der nächsten Saison Kapitän, ist ebenfalls ein Landsmann der Brguljans.

Der in der Nordstadt wohnende Darko hat seinem Bruder Hannover jüngst bei einer Radtour ge­zeigt. „Ich hab ihm viel Gutes über die Stadt erzählt, es gefällt ihm hier“, sagt der 28-jährige Weltklassemann und freut sich darauf, erstmals mit Matija in einer Mannschaft zu spielen.

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"Drei Brguljans, das wäre doch was"

Seehafer würde sich eine weiter gehende Zusammenführung der Familie Brgujlan wünschen: in der Nationalmannschaft. Da spielt auch Cousin Drasko (35). „Drei Brguljans, das wäre doch was“, sagt der Coach. Darko war nach Olympia 2016 im Streit mit Nationaltrainer Vladimir Gojkovic zurückgetreten, er fühlte sich respektlos behandelt. „Wer Darko beim Final 8 gesehen hat, war begeistert. Mit ihm kann man re­den. Es wäre gut für Montenegro und Waspo, wenn er in die Auswahl zurückkehrt“, sagt Seehafer, „das würde allen einen zusätzlichen Kick geben.“

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