14. Januar 2020 / 18:57 Uhr

Eine Ära geht zu Ende: Stephan Lux hört nach elf Jahren als HSV-Trainer auf

Eine Ära geht zu Ende: Stephan Lux hört nach elf Jahren als HSV-Trainer auf

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Stephan Lux verlässt den HSV nach elf Jahren und schließt sich dem MTV Großenheidorn an.
Trainer Stephan Lux verlässt den HSV nach elf Jahren und schließt sich dem MTV Großenheidorn an. © Thomas Bork
Anzeige

Beim Handball-Drittligisten HSV geht am Saisonende eine Ära zu Ende. Nach elf Jahren wird Trainer Stephan Lux seinen Vertrag nicht verlängern und zum MTV Großenheidorn zurückkehren, von dem er 2009 an den Eisteichweg kam. „Es ist ein Verlust. Wir sind gefordert, einen Nachfolger zu finden, der zur Philosophie unseres Vereins passt“, betont Geschäftsführer Friedhelm Brandes.

Anzeige
Anzeige

Lux stand in seiner HSV-Zeit dafür, junge Spieler zu entwickeln und zu Leistungsträgern zu machen. Mit großem Erfolg. „Wir haben immer vertrauensvoll zusammengearbeitet. Elf Jahre sind eine ungewöhnlich lange Zeit. Das spricht für die Arbeit von Stephan und für unseren Verein“, sagt Brandes. Trotz begrenzter finanzieller Mittel etablierte Lux den HSV als feste Größe in der 3. Liga.

„Ich bin froh, dass ich selbst entscheiden konnte, wann ich gehe“, sagt Lux. „Ich denke, man hat sich gegenseitig viel zu verdanken. Ich wünsche mir, dass es in Anderten weitergeht.“ Als Nachfolger des legendären Klaus Graafmann arbeitete er von 1999 bis 2003 zum ersten Mal am Eisteichweg und führte die Mannschaft zurück in die 3. Liga. Unter dem heutigen Bundestrainer Christian Prokop spielte der HSV ab 2007 sogar in Liga 2.

Als Prokop nach Magdeburg wechselte, kehrte Lux zurück und übernahm mit Partner Alfred Thienel. Die Spielzeit 2009/2010 war die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte, nach dem Verlust des Hauptsponsors ging es zurück in Liga 3. Für den Trainer kein Problem: „Ich habe gemerkt, dass Profihandball nichts für mich ist“, sagt er rückblickend.

Mehr Handball aus Hannover

„Ich bin jede Woche fast 400 Kilometer gefahren.“

Viel Geld und besondere sportliche Meriten gab es für den 50-Jährigen in Anderten nicht, „aber es hat mir großen Spaß gemacht. Das ist meine Mannschaft und es sind meine Jungs.“ Doch der Zeitaufwand wurde angesichts der Entfernung zu Lux’ Wohnort Bordenau einfach zu groß. „Ich bin jede Woche fast 400 Kilometer gefahren.“ Wehmut empfindet Lux deshalb trotz des bevorstehenden Abschieds nicht. „Es ist das falsche Wort. Es ist viel mehr Spannung, ob es die richtige Entscheidung war.“

Lux reizt Projekt Großenheidorn

Weil Lux ein Trainer ist, der klare Vorstellung hat, wie Handball funktionieren muss, sagte er vor einigen Jahren: „In die Oberliga gehe ich nicht wieder zurück.“ Trotzdem folgte er jetzt dem Großenheidorner Werben. Eine große Rolle spielt das enge Verhältnis zu Bertrand Salzwedel, Sprecher des Arbeitskreises Handball im MTV. Darüber hinaus reizt Lux das Projekt. Nach dem einjährigen Ausflug in die 3. Liga will der Traditionsverein vom Steinhuder Meer so schnell wie möglich dorthin zurück.

Für die Verantwortlichen in Anderten gilt es jetzt, die Lux-Lücke zu schließen. Die Fußstapfen für den Nachfolger sind groß, aber: „Wir hoffen, so schnell wie möglich eine Lösung zu präsentieren“, sagt Brandes. „Wir wollen uns aber nicht unter Druck setzen.“