17. September 2018 / 16:59 Uhr

Eine Dose, zwei Vereine: So ähnlich sind sich RB Leipzig und Red Bull Salzburg

Eine Dose, zwei Vereine: So ähnlich sind sich RB Leipzig und Red Bull Salzburg

Anne Grimm
Trainer mit einer ähnlichen Philosophie: Sowohl RB Leipzigs Ralf Rangnick als auch Salzburgs Marco Rose setze auf jungen, entwicklungsfähige Spieler. 
Trainer mit einer ähnlichen Philosophie: Sowohl RB Leipzigs Ralf Rangnick als auch Salzburgs Marco Rose setze auf jungen, entwicklungsfähige Spieler.  © 2018 Getty Images
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Das erste Pflichtspiel der beiden Red-Bull-Vereine steht vor der Tür und erhitzt die Gemüter. Ein Blick auf zwei Europa-League-Teilnehmer, die sich optisch und fußballerisch stark ähneln, sportlich aber vor allem Rivalität hegen.  

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Leipzig. Innerhalb von vier Jahren angelte sich Dietrich Mateschitz zwei Vereine, die international inzwischen für Furore sorgen. 2005 übernahm der Red-Bull-Mäzen den Traditionsklub Austria Salzburg und benannte ihn in Red Bull Salzburg um. 2009 gründete er den deutschen Ableger, indem er das Startrecht des SSV Markranstädt in der fünften Liga abkaufte. 2018 setzten sowohl RB Leipzig mit dem Viertelfinaleinzug, als auch der FC Salzburg mit dem Halbfinaleinzug in der Europa League, Ausrufezeichen. Beide schieden gegen Olympique Marseille aus.

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Das Training von RB Leipzig vom 17.September 2018 Zur Galerie
Das Training von RB Leipzig vom 17.September 2018 © Dirk Knofe
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In diesem Jahr gibt es die ersten internationalen Duelle gegeneinander. RB-Coach Ralf Rangnick sagt: „Da will jeder beweisen, dass er der Bessere ist. Um die Wettbewerbstauglichkeit dieser Partien braucht sich keiner Gedanken machen. Da wird so viel Brisanz und Feuer drin stecken, wie in kaum einem anderen Spiel“. Ein Blick auf Verbindungen und Unterschiede der Vereine vor dem Aufeinandertreffen am Donnerstag (21 Uhr).

Gemeinsamkeiten

Namensgebung

Die Abkürzung RB ist Bestandteil beider Vereinsnamen. Die Österreicher müssen das Kürzel zwar international weglassen, treten unter dem Namen FC Salzburg an, in der österreichischen Liga heißen sie aber weiterhin Red Bull Salzburg. RB Leipzig nennt sich offiziell und aufgrund der DFB-Statuten wettbewerbsübergreifend „RasenBallsport“ Leipzig. Doch auch neun Jahre nach der Gründung des Vereins sagen viele Fans und Fußballexperten „Red Bull Leipzig“ – der Marketinggedanke des Brauseherstellers funktioniert.

Vereinslogo

Obwohl beide Vereine ihre Logos ändern mussten, Salzburg aufgrund der Uefa-Regularien, Leipzig zweimal zwecks Auflagen der nationalen Verbände – ist die Ähnlichkeit noch immer verblüffend: derselbe Bulle, dieselbe Schriftart, derselbe Ball. Salzburg musste vergangenen Sommer für den internationalen Wettbewerb einen der zwei roten Bullen entfernen.

Peinlicher Fauxpas: Ein Profi der Österreicher lief 2016 in der Qualifikation für die Champions League mit einem Leipziger Trikot auf – in der Saison unterschied sich das Heimshirt des Bundesligisten vom Europapokal-Dress der Österreicher nur darin, dass statt Leipzig im Logo Salzburg stand.

Trainingsmethoden und Akademie

In beiden Städten stehen hochmoderne Trainingsakademien, die sich von ihrer Ausstattung kaum unterscheiden. Große Spielerporträts und Motivationssprüche in den Gängen, viel Lichtdurchlässigkeit, die Möbel sind zum Verwechseln ähnlich. Für die Trainingssteuerung wird jeden Tag Laktat gemessen. Per GPS-Weste checken die Athletiktrainer in Echtzeit auf dem I-Pad die Laufdaten bei den Einheiten am Ball – das dient der Verletzungsprophylaxe. Lange hatten beide Vereine elektronisch Zugang zu den sportlichen Daten des Ablegers im anderen Land – das ist inzwischen nicht mehr der Fall.

Philosophie

Ralf Rangnicks Zeit als gemeinsamer Sportdirektor der Vereine von 2012 bis 2015 hat Spuren hinterlassen. In beiden Klubs werden überwiegend junge Spieler verpflichtet, die weiterentwickelt werden sollen. Das aktuelle Durchschnittsalter: Die Leipziger gehören mit 23,5 Jahren erneut zu den unerfahrensten Teams der BundesligaSalzburgs Kader ist im Schnitt mit 23,9 Jahren ebenfalls extrem jung. Die Ausrichtung des Fußballs ist identisch: Hohes Tempo, frühes Pressing, schnelles Umschalten und viel Unterhaltung.

Transfers

Für Kritik sorgten die zahlreichen Wechsel zwischen beiden Vereinen. Mit Peter Gulacsi, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Kevin Kampl, Konrad Laimer und Marcel Sabitzer besitzen sechs aktuelle Leipziger eine Salzburger Vergangenheit. Insgesamt kamen schon 18 Fußballer aus Österreich an den Cottaweg. Zwischendurch wetterten die Verantwortlichen aus Salzburg, sie seien nur noch „Ausbildungsverein“.

Die zwei kuriosesten Wechsel: Bernardo kam im Sommer 2016 als Last-Minute-Transfer zum Bundesliga-Aufsteiger, obwohl die Ablösemodalitäten mit Salzburg noch nicht final geklärt waren. Marcel Sabitzer war 2014 Spieler von Rapid Wien und hatte eine Vertragsklausel, die ihm einen Transfer innerhalb Österreichs untersagte. RB Leipzig kaufte das Talent für zwei Millionen Euro und verlieh den Spieler sofort weiter an Red Bull Salzburg.

Unterschiede

Um sich langfristig für die gemeinsame Teilnahme in Europa vorzubereiten, legte Rangnick 2015 das Amt des Sportdirektors in Salzburg nieder. Auch Oliver Mintzlaff gab später seine Rolle als „Head of Global Soccer“ des gesamten Red-Bull-Fußballimperiums ab. Dass die beiden Vereine trotzdem mehr einte als unterschied, sah auch die Uefa im Sommer 2017 so. Der Chefermittler des europäischen Dachverbandes gab die Empfehlung, Leipzig nicht gemeinsam mit Salzburg international starten zu lassen.

Erst in einem mündlichen Uefa-Verfahren mit mehreren Anwälten, konnten sich die RB-Klubs durchsetzen. In der Begründung des Verbandes hieß es dann: „Nach gründlicher Prüfung und nachdem die beiden Vereine bedeutende Management- und strukturelle Änderungen (hinsichtlich Unternehmensfragen, Finanzen, Personal, Sponsoring usw.) vorgenommen haben, ist die Finanzkontrollkammer zu der Auffassung gelangt, dass keine natürliche oder juristische Person mehr entscheidenden Einfluss auf mehr als einen teilnehmenden Verein hat.“ Die RasenBallsport Leipzig GmbH ist zwar eine 99-prozentige Tochter der Red Bull GmbH. In Salzburg ist der Konzern inzwischen aber nur noch als Hauptsponsor aktiv und hat keine Entscheidungsgewalt mehr.

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