29. Dezember 2021 / 20:01 Uhr

Eine Mannschaft, zwei Gesichter: Die Hinrunden-Bilanz der Leipziger DHfK-Handballer

Eine Mannschaft, zwei Gesichter: Die Hinrunden-Bilanz der Leipziger DHfK-Handballer

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Eine Hinrunde wie eine Achterbahnfahrt für den SC DHfK Leipzig.
Eine Hinrunde wie eine Achterbahnfahrt für den SC DHfK Leipzig. © Christian Modla/Klaus Trotter/SPORTBUZZER-Montage
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Der SC DHfK Leipzig geht nach einer chaotischen Hinrunde auf Rang acht in die Winterpause. Zu wenig für die Ambitionen der Messestädter. Derweil hat Julius Meyer-Siebert seinen Vertrag bis 2025 verlängert, wird aber zunächst an die Eulen ausgeliehen.

Leipzig. So richtig zufrieden ist bei den Grün-Weißen aktuell niemand. Zu chaotisch waren die ersten 17 Spieltage, zu unbeständig war die Leistung des SC DHfK Leipzig in der Hinrunde der Handball-Bundesliga. „Es hätte auf jeden Fall besser laufen können“, moniert auch Abwehrchef Marko Mamic. Der achte Tabellenrang (18:18 Punkte) zur Winterpause genügt den Ansprüchen des Kroaten nicht, zu viele Punkte habe die Mannschaft liegen lassen. „Wir müssen noch lernen, mehr Ruhe in unser Spiel zu bekommen. Besonders wenn wir im Rückstand sind, müssen wir Charakter zeigen“, resümiert Mamic.

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Weniger technische Fehler, eine höhere Trefferquote und voller Einsatz seien die Ansätze für die Rückrunde, in der die Sachsen noch ein paar Plätze gut machen wollen. Keine leichte Aufgabe in der umkämpften Bundesliga. „Das ist die stärkste Liga der Welt. Hier ist immer alles möglich. Erlangen hatte mit zehn Toren gegen die Löwen gewonnen und hier fast mit zehn verloren“, so der Abwehrspezialist.

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Auch Manager Karsten Günther erhofft sich von seiner Mannschaft in der Rückrunde eine Leistungssteigerung. „Sowohl Wetzlar als auch Göppingen stehen in der Tabelle noch vor uns. Beide Teams haben wir in den direkten Duellen geschlagen, aber insgesamt einfach zu viele Punkte liegen lassen, um auch in der Tabelle vor ihnen zu stehen. Das ist aber unser Anspruch“, so der Geschäftsführer über die Ziele der Grün-Weißen.


Nur Leipzig ohne Heimfans

Dafür werden die Leipziger ganz besonders an ihrer Fehleranzahl arbeiten müssen. Zu oft hatten sie im Spielaufbau oder bei komplexen Kreuzungen den Ball abgegeben und so immer wieder Konter kassiert. Eine undankbare Situation für die DHfK-Torhüter, die bislang die beständigste Leistung des Kaders abrufen. Vor allem der norwegische Nationalspieler Kristian Saeveras hat einen Sprung nach vorn gemacht und sich mehr und mehr Einsatzzeiten verdient. Dass sein Positionskollege Joel Birlehm im Sommer 2023 zu den Rhein-Neckar Löwen wechselt, habe darauf keinen Einfluss, so Cheftrainer André Haber. „In Ungnade kannst du bei uns nicht fallen, wenn du ganz normal mit der Mannschaft und deinem Vertrag umgehst. Das ist das Geschäft“, erklärt der 35-Jährige, der zusammen mit seinem Co- und Torwart-Trainer Milos Putera ausschließlich auf die Leistung der beiden achte. „Kristian hat einen unbändigen Ehrgeiz, investiert unglaublich viel. Auch Joel arbeitet sehr hart an sich, aber unterm Strich ist Kristian aktuell derjenige, der die Paraden liefert. Deshalb steht er öfter im Tor.“

Ein weiterer Unruhefaktor war für die Leipziger auch in dieser Saison die Stille in ihrer Heimstätte. Als einziger Bundesligist durften die Sachsen ab Anfang Dezember keine Fans mehr in der Arena empfangen. Eine Situation, auf die sich die Spieler nur sehr ungern erneut einstellen wollten. „Es ist wichtig, dass wir uns mental darauf einstellen, damit wir uns als Team selber pushen können“, so Saeveras vor dem ersten Geisterspiel gegen Balingen. „Wir vermissen unsere Fans sehr. Ein Heimspiel ist mit ihnen etwas ganz anderes“, so der Keeper nach der dritten Partie ohne Zuschauer gegen Erlangen.

Etwas chaotisch ist auch die bisherige Saison für DHfK-Youngster Julius Meyer-Siebert gelaufen. Die ersten Spiele hatte der 21-Jährige noch für die Grün-Weißen bestritten, dann wurde er spontan zur SG Flensburg-Handewitt ausgeliehen und durfte Champions-League-Luft schnuppern. Perspektivisch möchten die Messestädter weiter mit dem Rückraumspieler zusammenarbeiten und haben seinen Vertrag nun bis 2025 verlängert. Da der linke Rückraum in der Messestadt aber gut besetzt ist, soll Meyer-Siebert zunächst bis 2023 bei den Eulen Ludwigshafen im Handball Unterhaus Spielerfahrung sammeln – und könnte zu einem der Stars der zweiten Liga avancieren.