11. Mai 2021 / 14:02 Uhr

Eine neue Ära beginnt: Die IceFighters Leipzig werden zur GmbH

Eine neue Ära beginnt: Die IceFighters Leipzig werden zur GmbH

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Sven Gerike ist in seiner Dreifach-Funktion als Gesellschafter, Geschäftsführer und Trainer nun der starke Mann bei den IceFighters Leipzig.
Sven Gerike ist in seiner Dreifach-Funktion als Gesellschafter, Geschäftsführer und Trainer nun der starke Mann bei den IceFighters Leipzig. © Christian Modla
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Ab dem 11. Mai sind die Exa IceFighters Leipzig eine GmbH mit drei Geschäftsführern. Die Hälfte des Teams soll nun ausgetauscht werden.

Leipzig. Die Rede ist von einer „neuen Ära“, die am Dienstag bei den Exa IceFighters angebrochen ist. Wieder mal eine neue Ära also bei Leipzigs Oberliga-Eishockeyklub. In der noch gar nicht so langen Vereinsgeschichte sind schon mehrere Ären abgebrochen: Die erste mit der Gründung natürlich (2010), dann der Umzug ins Zelt nach Taucha (2012), der Umzug in den Kohlrabizirkus (2018).

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Der 11. Mai 2021 geht in die Annalen als struktureller Neuanfang ein. Um 9 Uhr wurde bei einem Notar die Umwandlung der UG in eine GmbH beurkundet, einhergehend mit einer Kapitalerhöhung auf 250. 000 Euro. Der Plan zur Umwandlung in eine GmbH, die sieben Gesellschafter hat, war bereits im August 2020 verkündet worden. Nun also „Vollzug“. Neu sind drei Geschäftsführer: Trainer Sven Gerike, dazu Thomas Potrzebski (Inhaber eines Edeka-Marktes) und Thomas Frey (Unternehmer in der Baubranche). Der bisherige Geschäftsführer André Krüll steigt ganz aus, was er im August 2020 auf einer Pressekonferenz bereits angekündigt hatte.

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„Sven Gerike hat natürlich die sportliche Leitung und vertritt die Gesellschaft nach außen. Thomas Potrzebski ist für den kaufmännischen Bereich zuständig, er ist der Herr der Zahlen. Ich bin für all das verantwortlich, was in und um der Halle passiert“, beschreibt Thomas Frey die Aufgabenteilung der drei Geschäftsführer. Er sagt noch: „Wir sind sicher drei Alphatiere. Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl.“

Das hat auch Thomas Potrzebski, wie Frey dem Leipziger Eishockey seit über 20 Jahren verbunden. „Wir sind sicher unterschiedliche Charaktäre. Ich denke aber, wir ergänzen uns sehr gut“, sagt er. Und was sagen die Zahlen? Erstaunliche Antwort Potrzebskis: „Die IceFighters stehen aktuell wirtschaftlich besser da denn je.“ Kein Geheimnis ist, dass das auch mit den Corona-Hilfen zu tun hat.

Auch wenn alle beteuern, dass die Geschäftsführung gleichberechtigt agiert, ist nun sicher Sven Gerike in seiner Dreifach-Funktion als Gesellschafter, Geschäftsführer und Trainer der starke Mann im Verein. „Mir ist schon bewusst, dass es diese Konstellation nicht so oft gibt“, sagt der 44-Jährige. Aber es gebe eine klare Aufgabenteilung, außerdem sei geplant, noch einen hauptamtlichen Trainer einzustellen. Der bisherige Co-Trainer Roberto Pohle steht nicht zur Verfügung, der gibt seinen Job bei BMW nicht auf. Pohle soll aber weiter mitmachen.

„Ich habe zwei, drei Kandidaten im Kopf“, sagt Gerike und beschreibt das Anforderungsprofil des neuen Traienrs so: „Er sollte Spielerfahrung haben, in der Videoanalyse fit sein, mit den Skills sowieso, und auch eine Nachwuchs-Affinität haben.“ Hinzu kommt sicher noch: Er sollte mit Gerike klarkommen. Denn der Neue soll nicht Co-Trainer oder Headcoach sein, sondern Trainer-Partner. Die Weichen sind gestellt. Bis Ende Mai müssen die Lizenzunterlagen eingereicht werden. Gibt es Probleme mit der Halle? Gerike: „Wir spielen im Kohlrabizirkus.“ Mit welchem Team? „50 Prozent des Spielerkaders werden ausgetauscht.“


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Am 1. September will Sven Gerike mit seinen Jungs (und seinem neuen Trainerkollegen) auf dem Eis loslegen, der Saisonstart in der Oberliga ist für Mitte Oktober geplant. Das Saisonziel ist schon definiert. Gerike: „Wir wollen in den Playoffs das Heimrecht.“ Bedeutet Platz eins bis vier. Perspektivisch ist der Aufstieg in die DEL2 angepeilt. Dann würde wieder eine neuen Ära beginnen.