26. September 2019 / 00:16 Uhr

Eine Play-Off-Serie blieb 999-Spiele-Mann Sebastian Furchner besonders haften

Eine Play-Off-Serie blieb 999-Spiele-Mann Sebastian Furchner besonders haften

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto: Boris Baschin, Eishockey, DEL, Viertelfinale, Play-Offs, EHC Wolfsburg, Adler Mannheim, 30.03.2013, 4:3,
Ein Karriere-Highlight von Sebastian Furchner (2. v. l.) - Mannheim wurde in den Play-Offs 2013 nach irrem Saisonverlauf rausgeworfen. © Boris Baschin
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Jetzt ist es auch in Wolfsburgs Eis-Arena unübersehbar: Sebastian Furchner macht die 1000 voll – 1000 DEL-Spiele. Das Jubiläum für den Rekordspieler der Grizzlys Wolfsburg ist am Freitag (19.30 Uhr) in der Partie in Köln, am Sonntag steigt dann in Wolfsburg eine Ehrung. Beim Heimspiel gegen Augsburg (16.30 Uhr). In der Arena gibt es dafür neue Bandenwerbung. Und der Jubilar berichtet von einem ganz besonderen Karriere-Highlight.

Die Karriere des Sebastian Furchner ist reich an Highlights, Geschichten und Anekdoten. Der Meistertitel in der DEL blieb ihm bislang verwehrt, doch es gab tolle Play-Off-Serien. Diese Saison wird er mit den Grizzlys mindestens noch spielen. Die Play-Offs will er mit ihnen noch einmal erreichen. Auch, weil eine Serie zu seinen Karriere-Highlights zählt. Furchner: „2012/13 gegen Mannheim, das war mit die schönste Serie.“ Wolfsburg gewann sie 4:2.
„Es gibt Spiele, die man nie vergisst“, so Furchner, aber hauptsächlich sind es Play-Off-Serie die haften bleiben.“ Und jene 12/13 – „da waren wir froh, dass wir sie überhaupt erreicht hatten.“ Weihnachten waren die Grizzlys Letzter gewesen. „Und wir hatten“, so Furchner, “was da für eine Dynamik in der Mannschaft war... Dienstags hieß es immer wieder in den Meetings, ,wir müssen die nächsten beiden Spiele gewinnen..., wir müssen vier der nächsten fünf Spiele gewinnen’. Du hast gemerkt, hier sind 22 in der Kabine und die Trainer, die es alle noch packen wollen. Da war so viel Energie, das kann ich gar nicht beschreiben, jeder wollte UN-BE-DINGT.“

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Was Furchner 2013 in den Play-Offs gegen Mannheim lernte

Es klappte. Am letzten Hauptrundenspieltag. Wolfsburg bekam es danach mit Nürnberg und dann mit dem Ersten und großen Titelaspiranten Mannheim zu tun. Furchner: „Das erste Spiel gegen die Adler haben wir nach Verlängerung gewonnen, es ging so emotionsgeladen los. Für uns war es wie ein Wunder. Wir waren losgefahren nach dem Motto: ,Mal gucken, was geht’. Und dann haben die uns provoziert und ich habe zum ersten Mal gemerkt, es kommt in den Play-Offs nicht nur darauf an, was auf dem Eis passiert. Sondern auf jedes Interview. Was da von der anderen Seite kam, das hat uns so motiviert, dass wir alle Reserven rausgeholt haben. Das war für mich mit die schönste Serie.“

Furchner
Für Furchners 1000er-Jubiläum gibt es eine spezielle Bande © Jürgen Braun (1) / Grizzlys Wolfsburg (1)

„1000 DEL-Spiele #17 Furchner“ steht derweil inzwischen auf beiden Längsseiten der Spielfläche. Die Liga stimmte der Bandenwerbung zu, Hauptsponsor VW ebenfalls – und gab den Raum frei. Furchner wird der fünfte Akteur im 1000er-Klub des Eishockey-Oberhauses.

Grizzlys Wolfsburg: Play-Offs gegen Mannheim, Spiel 6 im Jahr 2013, Wolfsburg beendet die Serie und gewinnt sie 4:2

Die Play-Off-Seroe 2013 gegen Mannheim Zur Galerie
Die Play-Off-Seroe 2013 gegen Mannheim © Boris Baschin

"Hätte ich es mir aussuchen können, hätte ich ein Heimspiel gewählt"

Furchners Mitspieler staunten beim Vormittagstraining nicht schlecht. „Sie haben sich drüber lustig gemacht“, sagte Furchner. „Man merkt, dass die Jungs sich auch freuen.“ Jubiläum in Köln – „hätte ich es mir aussuchen können, hätte ich ein Heimspiel gewählt, aber in Köln, das passt“, befand er. Schließlich habe er dort auch 350 Spiele gemacht – bei seinem einzigen anderen DEL-Klub.

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Seine Frau und seine Kinder werden dort sein, „auch das ist besonders, das gab es auswärts sonst früher höchstens mal, wenn wir mit Köln bei der DEG gespielt haben.“ Moritz Müller, mit dem er einst für die Haie spielte, ist immer noch da, manch anderer auch, darunter Stadionsprecher Oliver Frühauf. Der hatte Furchner schon bei dessen frühen DEL-Jahren angesagt. Auch das Puckkind wird ein spezielles sein – es ist der Sohn seines Freundes und früheren Kölners Alexander Sulzer (jetzt Düsseldorf), der für Kölns Nachwuchs spielt.
Die 60 Minuten auf dem Eis, die werden ein ganz normales Spiel, „vorher und nachher wird es anders sein“, glaubt Furchner. Heißlaufen, um im Jubiläum sein erstes Saisontor zu schießen, werde er nicht. „Das führt zu nichts“, sagt der Kapitän, „und ich schieße sowieso immer, wenn es geht.“ Er fügt aber hinzu: „Wenn man mich fragt, ob ich in Köln ein Tor schießen will, sage ich ,Ja!’“

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Das Jubiläum könnte fürs Spiel hilfreich sein

Jubiläum für das Grizzlys-Urgestein, Coach Pat Cortina findet es „amazing“. So wie er es am Mittwoch sagte, übersetzt man das am besten mit „sensationell“. Cortina: „Ich habe früher gegen ihn gecoacht, ich weiß wie er spielt., unglaublich, dass er es immer noch so kann.“
Furchner und sein Jubiläum stehen im Mittelpunkt, der Angreifer lässt stets durchblicken, dass es um drei Punkte geht, und der Coach ist sich sicher, dass auch die Mannschaft nicht abgelenkt sein wird, denn: „Mit seiner Art, so wie er arbeitet und trainiert, lenkt er die Aufmerksamkeit seiner Mitspieler auf das Spiel.“ Denkbar hingegen, so der Trainer, sei, dass das Jubiläum helfen könnte. Denn Furchner solle das Spiel genießen. Das wolle sicher auch die Mannschaft „und der beste Weg dahin ist eine gute Leistung.“ Die Mannschaft hatte schon bei jüngsten Spezialanlässen stark gewirkt. „Auf ähnlichem,. wenn auch kleineren Level, beim Comebackspiel von Felix Brückmann und auch beim Sieg zuvor in Nürnberg“, erklärt Cortina. In Nürnberg hatte Gerrit Fauser 500 DEl-Spiele erreicht.
In Köln rechnet Furchner mit 15 Freunden und Verwandten die zuschauen werden, für den Sonntag in Wolfsburg erwarb er 40 Tickets. Mit seinen Gästen und dem Team will er anschließend noch feiern.

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