13. April 2020 / 12:34 Uhr

Eine Staffelmedaille war das große Ziel für Nils Brüggemann

Eine Staffelmedaille war das große Ziel für Nils Brüggemann

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
Brüggemann, Nils
Aktuell trainiert Nils Brüggemann viel in den eigenen vier Wänden. In der Küche wird auch fleißig auf der Rolle gefahren. © Privat
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Triathlon: Der Rathenower wollte bei den Deutschen Meisterschaften in Roth ganz vorne mitmischen. Wettkämpfe bis Juli hat der 34-Jährige abgeschrieben.

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Eigentlich wollte der Rathenower Nils Brüggemann, der mittlerweile in der Nähe von München lebt, in diesem Jahr richtig angreifen. Der Triathlet hatte sich hohe Ziele gesetzt. So sollte bei der Challenge Roth, in dessen Rahmen 2020 auch die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden, eine Medaille her. „Wir hatten eine starke Staffel auf die Beine gestellt und wollten unbedingt auf das Podest kommen“, erklärt der 34-jährige Triathlet, der bei der LG Wassersuppe mit seinem Sport angefangen hat.

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„Das ist schon kurios, ich habe weder mit dem Laufen, noch beim Schwimmen angefangen, sondern direkt den Weg zum Triathlon gefunden“, verrät Nils Brüggemann, der auch immer noch zu vielen Wettkämpfen in seine Heimat zurückkehrt. „In Wassersuppe hat alles angefangen und bei diesem Wettkampf gehe ich auch in diesem Jahr wieder an den Start, sofern er stattfindet“, erzählt Brüggemann, der für ein Pharma-Unternehmen tätig ist.

Ostern wurde im Neopren-Anzug geschwommen

Ansonsten sind einige Wettkämpfe, an denen der gebürtige Rathenower teilnehmen wollte, bereits abgesagt. „Beim Rennsteig-Marathon wollte ich eine Zeit von 2.55 Stunden laufen und sah mich auch auf einem guten Weg“, so Brüggemann, der auch beim Triathlon im französischen Alpe d’Huez teilnehmen wollte. Dort muss der Anstieg in den legendären Bergort, der auch schon oft Zielort einer Tour de France-Etappe war, absolviert werden und im Anschluss wird auf 1900 Metern Höhe ein Halbmarathon gelaufen. „Ich denke aber, dass auch dieser Wettkampf abgesagt wird. Bis Juli habe ich alle Wettkämpfe abgeschrieben. Ich hoffe auf den August“, so Nils Brüggemann, der aber natürlich trotzdem sein Training fortsetzt.

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Das ist aber gar nicht so einfach, kann nicht in Gruppen trainiert werden. „Radfahren geht ja ganz normal. Da kann ich auch mal die Nähe zu den Alpen ausnutzen. Aber man muss immer allein trainieren, das nervt allmählich. Über Ostern war ich mit einem Neopren-Anzug aber das erste Mal Schwimmen“, so Brüggemann, der nebenberuflich auch als Triathlon-Trainer tätig ist. Auch diese Tätigkeit ist vorerst komplett auf Eis gelegt.

Training unter der spanischen Sonne war geplant

Dafür wird aktuell viel an der Athletik gearbeitet. Und auch Stabilisationsübungen sowie verschiedene Einheiten mit dem Terra-Band stehen auf dem Trainingsplan. „Damit kann ich aber maximal 15 Minuten trainieren, dann zwickt es in der Schulter und das ist ja nicht Sinn und Zweck der Sache“, so Brüggemann, der in diesem Jahr Wettkampf unspezifisch trainiert.

In Bildern: So lief der 22. Wassersupper Triathlon.

Bei idealen äußeren Bedingungen sind 80 Einzelstarter und 20 Staffeln beim Triathlon in Wassersuppe an den Start gegangen. Zur Galerie
Bei idealen äußeren Bedingungen sind 80 Einzelstarter und 20 Staffeln beim Triathlon in Wassersuppe an den Start gegangen. © Christoph Laak

„Wir Triathleten leben stark von einer Trainingspriorisierung. Das heißt, das was ich in den letzten Wochen aufgebaut habe, wird jetzt in den kommenden Wochen, aufgrund der fehlenden Wettkämpfe, fortgesetzt. Ich durchlebe die Trainingsphase jetzt also doppelt“, so Brüggemann, der eigentlich im Frühjahr auch einige Wochen immer unter spanischer Sonne trainiert. „Das war in diesem Jahr natürlich hinfällig“, so Brüggemann, der in Spitzenzeiten auf 20 bis 25 Stunden Training pro Woche kommt. „In der Nach-Saison wird dann aber auch deutlich runtergefahren“, erklärt der Triathlet, der zumindest darauf hofft, im Oktober beim Iron Man in Malaysia starten zu können. „Da ist aber aktuell die Anmeldung noch gar nicht offen“, weiß Brüggemann.

Für seinen Sport wünscht er sich weiterhin Zulauf junger Athleten. „Der Kinderwettkampf in Wassersuppe ist eine tolle Gelegenheit, um in einen Triathlon reinzuschnuppern. Vielleicht könnte das mit den Schwimm- oder Leichtathletik-Vereinen auch weiter ausgebaut werden, Triathlon ist so vielseitig“, findet Nils Brüggemann.