16. August 2021 / 15:02 Uhr

Eine starke Halbzeit reicht nicht: FC Eilenburg verliert gegen Carl Zeiss Jena

Eine starke Halbzeit reicht nicht: FC Eilenburg verliert gegen Carl Zeiss Jena

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
FC Eilenburg
Der Ausgleich für Jena: FCE-Torhüter Andreas Naumann ist machtlos. © Thomas Jentzsch
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Der FC Eilenburg bleibt weiter sieglos in der Regionalliga Nordost. Trotz Führung gegen Schwergewicht Carl Zeiss Jena, verlor die Mannschaft von Trainer Knaubel am Ende mit 1:3. 

Eilenburg. Eine starke Halbzeit reicht in der Regionalliga nicht: Das bekam der FC Eilenburg beim Flutlichtkick am Freitag gegen Liga-Schwergewicht Carl Zeiss Jena zu spüren. Der Aufsteiger ging zwar mit 1:0 in Führung, verlor am Ende vor mehr als 400 Fans aber noch mit 1:3. Wer im Stadion war und das Spiel gesehen hat, muss nicht studiert haben, um das Eilenburger Dilemma zu erkennen. Es fehlt schlicht und einfach an Personal.

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Mittwoch gegen Auerbach

Fünf verletzte Spieler waren es. Am Freitag gesellte sich ein Sechster dazu. Christoph Jackisch musste mit Rückenproblemen passen. Der nächste Rückschlag und das kurz vor dem Anpfiff. Wahrscheinlich hätte Nico Knaubel vor Wut platzen können. Doch das ist er nicht. Das ist nicht sein Charakter. Der Eilenburger A-Lizenz-Trainer bleibt auch in schwierigen Zeiten ruhig und überlegt. „Wir werden nicht jammern, dann haben wir eben in drei, vier Wochen eine Top-Mannschaft“, sagt der 41-Jährige fast ein wenig trotzig.

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Der FC Eilenburg gibt die Halbzeitführung her und verliert am Ende 1:3 gegen den FC Carl Zeiss Jena. Zur Galerie
Der FC Eilenburg gibt die Halbzeitführung her und verliert am Ende 1:3 gegen den FC Carl Zeiss Jena. ©

Zu gern hätte er sein Top-Team schon am Mittwoch beisammen. Dann reist der FCE zum VfB Auerbach. Die Vogtländer sind ein Konkurrent im Abstiegskampf. Knaubel erinnert sich noch gut an Duelle in der Vergangenheit, weiß, was seine Mannschaft erwartet und hofft, dass zumindest „ein, zwei Spieler“ zurückkommen. Nicht mitmachen darf Kevin Wadewitz, der ist zwar topfit und stand in allen fünf Spielen auf dem Platz, wird aber nach der Gelb-Roten-Karte gegen Jena gesperrt sein.

Die Landung in der Regionalliga war und ist für die Eilenburger brutal hart. Der Fußball-Gott macht (noch) einen großen Bogen um den Verein aus Nordsachsen. Dabei legen sich die verbliebenen Spieler ins Zeug, holen alles aus sich raus, pflügen den Platz um, geben keinen Ball verloren, „aber am Ende stehen nur zwei Punkte nach fünf Spielen zu Buche. Das ist zu wenig“, ärgert sich Torhüter Andreas Naumann. Der Schlussmann spielt bisher die Saison seines Lebens, brachte in der ersten Halbzeit auch die Profis von Carl Zeiss Jena zur Verzweiflung. „Mir wäre es lieber, ich würde schlecht spielen und wir gewinnen“, sagt der junge Familienpapa bescheiden.

Probespieler trainieren mit

Nach Punkten schnupperte es gegen Jena zumindest in der ersten Halbzeit. Nachdem Eilenburg seine Scheu abgelegt hatte, brachten Philipp Sauer und Co. den Favoriten ein ums andere Mal in Verlegenheit. Eine der guten Chancen nutzte Sauer mit einem mustergültigen Schuss ins kurze Eck zur Führung. Doch der Jubel verhallte rasch. Jena glich noch vor der Pause nach einem Eckball per Kopf aus. „Wir wussten, dass Eilenburg nicht die größten Spieler hat“, sagte Trainer Dirk Kunert, der ansonsten mit der ersten Halbzeit seiner Elf überhaupt nicht zufrieden war und zwei frische Offensivkräfte brachte.

Die stachen prompt und waren am 1:2 (Eisele/Kopfball) beteiligt. Als Wadewitz nach einem Foul an der Mittellinie Gelb-Rot sah, war der Drops gelutscht. Zudem musste Innenverteidiger Toni Majetschak wegen Hüftschmerzen (Einsatz am Mittwoch nicht gefährdet) vom Feld. Die Eilenburger mussten eine Angriffswelle nach der anderen abwehren und schafften keine Entlastung. Das dritte Gegentor war nur eine Frage der Zeit und fiel in der 79. Minute. „Der Wunsch, das erste Ziel, den ersten Dreier zu erreichen, treibt uns an. Auch wenn uns sechs Stammspieler fehlen, werden wir es in Auerbach wieder versuchen“, so Knaubel.


Personell könnte es Zuwachs geben. Zwei Spieler trainierten letzte Woche zur Probe mit. Namen wurden noch nicht verraten, aber dass es sich um Offensivkräfte handelt, ist augenscheinlich. Und so kann Teammanager Stephan Hofmann selbst im Urlaub nicht abschalten. Er kam eigens für das Spiel vom Darß nach Eilenburg, fuhr nach einer Motivationsrede direkt danach wieder zurück. Genau diese Leidenschaft braucht es, um in der Regionalliga zu bestehen. Es war schließlich erst der fünfte von 38 Spieltagen. Der Fußballgott hat noch ein bisschen Zeit, ein Eilenburger zu werden.

FC Eilenburg: Naumann – Ph. Sauer, dos Santos, Majetschak (65. Nathe), Vogel – Rücker (77. Moutsa), Wadewitz – Pa. Sauer (77. Meseberg), Baumann, Dimespyra (89. Pickroth) – Stelmak.