25. Dezember 2020 / 10:02 Uhr

„Einen großen Schritt nach vorn gemacht“: BSG Chemie Leipzig zieht positive Bilanz

„Einen großen Schritt nach vorn gemacht“: BSG Chemie Leipzig zieht positive Bilanz

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Andy Müller-Papra kann zufrieden auf die sportliche Bilanz der BSG Chemie blicken.
Andy Müller-Papra kann zufrieden auf die sportliche Bilanz der BSG Chemie blicken. © Picture Point
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Für die BSG Chemie Leipzig kam die Corona-Zwangspause zur Unzeit. Denn die Leutzscher waren richtig gut drin im Geschehen der Regionalliga Nordost. Wir haben mit dem sportlichen Leiter Andy Müller-Papra über seine Bilanz des Jahres, aktuelle Aufgaben und Pläne für 2021 gesprochen.

Leipzig. Seit dem 3. November ruht in der Regionalliga Nordost der Ball. Was macht in dieser Zeit eigentlich ein Sportdirektor, dessen Mannschaft zuvor so einen guten Lauf hatte? Im SPORTBUZZER-Interview spricht Andy Müller-Papra, Sportdirektor der BSG Chemie Leipzig, über die aktuelle sowie die nächste Saison, den BSG-Nachwuchs und Fans als symbolisches Kapital in Vertragsverhandlungen.

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SPORTBUZZER: Wie sieht derzeit der Arbeitsalltag als Sportdirektor aus?

Andy Müller-Papra: Aufgrund der fehlenden Spiele ist es merklich ruhiger geworden. Trotz allem gibt es auch in diesen Zeiten Aufgaben, die gemeistert werden müssen. Ich genieße nun aber natürlich die Zeit mit meiner Familie, die oftmals etwas kurz kommt.

Existieren schon Pläne für die kommende Saison? Oder gilt die Konzentration der aktuellen Spielzeit?

Sowohl als auch. Wir sind bereits in den Planungen für die neue Saison, möchten jedoch den Fokus für diese Saison nicht verlieren. Die Mannschaft spielt bislang eine herausragende Saison, und wir sind bestrebt so früh wie möglich den Klassenerhalt zu sichern.

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Was hat ein Sportdirektor richtig gemacht, wenn sein Team als Überraschungsmannschaft der Liga gilt?


Wir als Verein haben in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht, was den handelnden Personen im sportlichen Bereich die Arbeit leichter macht. Es wurde in die Infrastruktur investiert, um für alle Mannschaften bessere Trainingsbedingungen zu schaffen. Die Fans spielen eine unheimlich große Rolle für die Außendarstellung des Vereins, und auch ich kann in den Vertragsgesprächen natürlich damit punkten. Wir haben neben den sportlichen Qualitäten unserer Spieler auch darauf geachtet, dass die Jungs charakterlich zueinander passen. Die Mannschaft ist ein eingeschworener Haufen, was man auch auf dem Platz sieht.

Wie schätzen Sie das Jahr 2020 für die BSG im Allgemeinen und für die Mannschaft im Speziellen ein?

Wenn ich nur das Sportliche bewerte, haben wir 2020 einen großen Schritt nach vorn gemacht. Gerade im Nachwuchsbereich haben wir uns weiterentwickelt. Was alle Trainer dort leisten ist einfach Klasse. Unser Nachwuchskoordinator, Marcel Sabatowski, macht einen sehr guten Job, und ich bin zuversichtlich, dass wir bald den ersten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in der 1. Männermannschaft, nicht nur im Testspiel, sondern auch im Punktspiel bestaunen können.

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Mit einem Erfolgserlebnis geht Chemie Leipzig in die Corona-Pause: Kirstein und Mvibudulu sorgen für den 2:0-Liga-Heimerfolg gegen den Chemnitzer FC - der erste Sieg der Grünen gegen die Himmelblauen seit 1966. © Christian Modla

Das Trainerteam der 1. Mannschaft ist sehr ehrgeizig und gibt den Jungs viel mit an die Hand. Für mich ist es schön mit anzusehen, dass Mannschaft und Trainer eine Einheit bilden. Leider ist aufgrund der Pandemie nicht alles so gelaufen, wie wir uns dies erwünscht hätten. Gerade für die Mannschaft tut es mir leid, dass die gezeigten Leistungen nicht von den Fans im Stadion honoriert werden können, und andersherum tun mir die Fans leid, dass sie die Truppe nicht im Stadion sehen können. Ich bin froh, dass sich der MDR bereit erklärte, unter anderem unsere Spiele live oder im Stream zu senden. So konnten unsere vielen Fans wenigstens dort die Spiele live sehen, wenn sie schon nicht im Stadion sein können.

Erfüllen die Neuzugänge Ihre Erwartungen?

Nicht nur die Neuzugänge erfüllen unsere Erwartungen, sondern die gesamte Mannschaft. Wie schon erwähnt, ist es für alle keine einfache Situation, aber jeder einzelne gibt Gas und haut alles raus.

Stephané Mvibudulu und Benjamin Bellot besitzen Verträge bis 2022, alle anderen Spielerverträge laufen im Sommer aus. Gibt es schon Vertragsgespräche?

Wir sind natürlich bestrebt, neben den erwähnten Spielern bei einem Großteil der Spieler die Verträge zu verlängern. Dies gehört aktuell zu meinen Aufgaben, und ich konnte auch schon die ersten Gespräche führen.