10. August 2022 / 16:13 Uhr

"Einer von uns – nur besser": Hamburg bereitet Uwe Seeler einen emotionalen Abschied

"Einer von uns – nur besser": Hamburg bereitet Uwe Seeler einen emotionalen Abschied

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hamburg hat am Mittwoch Abschied von Uwe Seeler genommen.
Hamburg hat am Mittwoch Abschied von Uwe Seeler genommen. © IMAGO/Oliver Ruhnke/Sven Simon (Montage)
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Hamburg und Fußball-Deutschland nehmen Abschied von Uwe Seeler. Bundeskanzler Olaf Scholz, Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und DFB-Präsident Bernd Neuendorf heben im Volksparkstadion die am 21. Juli gestorbene HSV-Legende als sportliches und menschliches Vorbild hervor.

An einem seiner liebsten Orte haben Hamburg und der deutsche Fußball die Legende Uwe Seeler in einer emotionalen Trauerfeier gewürdigt. Vor etwa 5000 Besuchern – darunter 1000 geladene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – hatten sich am Mittwoch im Volksparkstadion eingefunden, um im Beisein der Familie Seeler Abschied zu nehmen von einem der bekanntesten und beliebtesten deutschen Spieler.

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"Uwe Seeler brauchte keinen Titel, um zu einem Idol zu werden", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in seiner Trauerrede über den Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und einstigen Weltklasse-Stürmer des Hamburger SV. "Uwe Seeler ist dennoch einer der Größten, er hätte jede Trophäe verdient gehabt."

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hob vor allem Seelers Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit und karitatives Engagement hervor. "Uwe Seeler trug die Raute und seine Heimat im Herzen", sagte er. "Sein Name steht für Fairness und Teamgeist. Er verkörpert die besten menschlichen Werte, als Sportler und als Mensch." Hamburg verliere in "Uwe Seeler ein Stück von sich selbst". HSV-Sportvorstand Jonas Boldt meinte: "Er ist einer von uns - nur besser. Ein Vorbild, generationsübergreifend."

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Bundeskanzler Scholz würdigt Seeler

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz, der unter den Gästen war, zeigte sich vom Menschen Seeler beeindruckt. "Für mich ist das Tollste an Uwe Seeler, dass er so normal geblieben ist und so geerdet. Das 'Uns Uwe', das kommt nicht von ungefähr. Das ist tief aus ihm heraus gewachsen", sagte er im NDR-Fernsehen.

Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Er war am vergangenen Donnerstag auf dem Ohldorfer Friedhof im engsten Familienkreis beigesetzt worden. "Als ich von seinem Tod erfuhr, hatte ich für einen kurzen Moment wieder dieses Gefühl wie 2014, als meine Eltern kurz nacheinander verstorben waren", sagte Schauspieler und Seeler-Freund Olli Dittrich, der auf Wunsch von Ehefrau Ilka Seeler die Abschlussrede hielt. "Es war dieser Gedanke: Jetzt bist Du allein."

Noch einmal stand das Volksparkstadion ganz im Zeichen des "größten HSVer aller Zeiten" (Boldt). Neben zwei riesigen gesprühten Bildnissen Seelers auf dem Rasen des Volksparkstadions, die ihn als Torjäger in Aktion mit der Unterschrift "Uns Uwe" zeigten, war ein Podium für die Redner aufgebaut.

Seelers Lieblingsmelodien unterbrechen Trauerfeier

Unterbrochen wurden die Trauerreden von Musikstücken, die zu Seelers Lieblingsmelodien gehörten und von der Familie ausgesucht worden waren, darunter "La Paloma" von Hans Albers gesungen und "An de Eck steiht'n Jung mit Tüddelband" von Heidi Kabel. Am Flügel spielte der international bekannte Hamburger Jazz-Pianist Joja Wendt, unterstützt vom Seemannschor Hamburg. Gemeinsam spielten sie "Hammonia", die Hymne Hamburgs. Schon zuvor hatte sich Franz Beckenbauer in im Hamburger Abendblatt von seinem langjährigen Freund Seeler verabschiedet.

Die Feier endete die Feier mit dem Stück: "In Hamburg sagt man Tschüss." Und die Fans sangen: "Uwe Seeler, Uwe Seeler - du bist der beste Mann."

Bei Seelers großer Beliebtheit waren mehr Zuschauer in der 57.000 Plätze bietenden Arena erwartet worden. Doch die Ferien- und Urlaubszeit sowie die ungünstige Mittagszeit für die Trauerfeier sorgte für einen kleineren Rahmen. Zudem hatten zahlreiche Fans des HSV bereits drei Tage nach Seelers Tod Abschied genommen: Damals waren 54.500 Zuschauer zum Zweitliga-Spiel gegen den FC Hansa Rostock in die Arena gekommen. Mit einer Choreographie aus Spruchbändern und Signaltafeln hatten die Fans auf der Nordtribüne Seeler gedacht.