09. Februar 2021 / 15:31 Uhr

Einfrieren und auftauen: Wurzen macht sich Gedanken um Saison-Fortsetzung

Einfrieren und auftauen: Wurzen macht sich Gedanken um Saison-Fortsetzung

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
Wann rollt im Frisch-Auf-Stadion zu Wurzen der Ball wieder?
Wann rollt im Frisch-Auf-Stadion zu Wurzen der Ball wieder? © Bettina Finke
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In Wurzen ist man der Auffassung, dass die Hinrunde zwar noch ausgespielt, aber die Saison ohne Auf- und Absteiger beendet werden sollte. Wann es allerdings beim Landesklassisten weitergehen wird, steht wie in vielen anderen Ligen auch, noch nicht fest. Die durch den Lockdown entstehenden finanziellen Einbußen werden die Wurzener nicht alleine stemmen können.

Wurzen. Sollte irgendwann einmal das runde Leder auch in der Fußball-Landesklasse wieder rollen, dann werden die Kicker des ATSV „Frisch Auf“ Wurzen nach Lage der Dinge den Umständen entsprechend vorbereitet sein. Davon zumindest ist Rolf Handau überzeugt, der beim Traditions-Club von der Mulde für den Herrenbereich verantwortlich zeichnet. „Alle Spieler haben individuelle Trainingspläne vom Trainer an die Hand bekommen, und ich gehe fest davon aus, dass sie auch weitestgehend umgesetzt werden“, so Handau.

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Sehr gering ist demgegenüber sein Glaube daran, dass in der zur Verfügung stehenden knapp bemessenen Zeit nach dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen in der 7. Liga ein Meister sowie Ab- und Aufsteiger ermittelt werden können. „Solange über eine weitere Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen gesprochen wird, so lange müssen wir uns eigentlich keine ernsthaften Gedanken über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes machen.“ Was nicht heißt, dass sich Rolf Handau überhaupt keine Gedanken machen würde. „Ich sehe im allerbesten Fall die Möglichkeit, die begonnene Hinrunde sportlich zu einem Abschluss zu bringen, ohne dabei Auf- und Absteiger zu ermitteln“, so Handau. „Sprich die Staffeln werden eingefroren und zur neuen Saison wieder aufgetaut.“

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Dass in dieser neuen Saison nicht alle Sponsoren des Wurzener Traditionsclubs mit an Bord sein werden, liegt klar auf der Hand. Denn die Pandemie ist Rolf Handau zufolge diesbezüglich auf keinen Fall spurlos am Landesklassisten vorüber gegangen.

Unterstützung von Verbänden notwenig

„Auch wir haben einige Sponsorenabgänge zu verschmerzen. Aber uns kommt in dieser schwierigen Situation unser über all die Jahre hinweg verfolgter Ansatz zugute, möglichst nicht auf nur einige wenige Großsponsoren zu setzen, bei denen ein Ausfall oder gar mehrere Ausfälle viel schwerer ins Gewicht fallen würden.“ Darüber allerdings, im Bereich des Sponsoring schnell wieder das Niveau von vor Ausbruch der Pandemie zu erreichen, gibt sich Handau keinen Illusionen hin. „Wenn ich derzeit zu einem potenziellen Sponsor gehen würde, dann liefe ich große Gefahr, vom Hof gejagt zu werden.“

Was naturgemäß die finanziellen Rahmenbedingungen für die neue Saison und nach Lage der Dinge weit darüber hinaus nicht stabiler macht. „Ich erwarte, dass die Verbände den Vereinen in dieser schwierigen Situation unter die Arme greifen“, so Handau. „Zumal unsere Fixkosten ja weiterlaufen.“

Vorstand stehen 2021 an

Und die Zuschauereinnahmen würden schon in Zeiten, in denen die Stadiontore der Öffentlichkeit offenstehen, die Schiedsrichterkosten kaum decken. „Falls keine finanzielle Unterstützung kommt, dann werden wir in der neuen Saison sicherlich Abstriche machen müssen.“ Davon in der Landesklasse allerdings nicht betroffen seien die Spieler, und auch die Mitgliedsbeiträge seien diesbezüglich eigentlich tabu.


„Ist die Situation insgesamt ziemlich unsicher, so erscheint es mir demgegenüber als sehr sicher, dass wir in dieser Spielzeit nicht noch einmal Zuschauer in den Sportstätten sehen werden“, so Rolf Handau. Dieser wäre schon froh darüber, wenn sich die Frisch Auf-Mitglieder Ende des Jahres im Rahmen einer Präsenz-Runde wieder zu Gesicht bekämen, um einen neuen Vorstand zu wählen. „Auch diesbezüglich ruht derzeit der See, irgendwelche Absprachen lässt die Pandemie nicht zu.“