21. November 2021 / 18:56 Uhr

Einigkeit unter den Trainern von Lok und Chemie Leipzig: "War ein geiles Spiel"

Einigkeit unter den Trainern von Lok und Chemie Leipzig: "War ein geiles Spiel"

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
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Die beiden Trainer Almedin Civa und Miroslav Jagatic klatschen freundschaftlich ab. © Christian Modla
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Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat das Stadt-Duell gegen die BSG Chemie gewonnen. Nach dem Abpfiff freuten sich beide Trainer über eine gesunde Rivalität und ein faires Derby. Auch wenn es wieder einige "Pappenheimer" gab, die für Ärger sorgten.

Leipzig. Nur zwei Gelbe Karten – das Derby war ein friedliches Fußballspiel. Auch nach Abpfiff folgten die Beteiligten dem in Woche angesprochenen Mantra: Am Ende sollen sich alle in die Augen schauen können.

Die Trainer Almedin Civa (Lok) und Miro Jagatic (Chemie) kennen sich schon lange und haben laut Civa eine „normale Beziehung unter Berlinern“. Auf der Pressekonferenz, die aufgrund vergangener Zwischenfälle (Stichwort: Bierüberschüttung) statt im VIP-Raum des Plache-Stadions in kleiner Runde abgehalten wurde, betonten beide den angenehmen Ablauf des Duells sowie die neu aufgebauten Beziehungen zwischen Probstheida und Leutzsch.

DURCHKLICKEN: Das sagen die Beteiligten

Thomas Löwe (Präsident Lok Leipzig): Es war ein schweres Spiel mit wenig Torraumszenen. Am Ende haben wir durch einen schönen Spielzug gewonnen. Wir sind überglücklich! Zur Galerie
Thomas Löwe (Präsident Lok Leipzig): "Es war ein schweres Spiel mit wenig Torraumszenen. Am Ende haben wir durch einen schönen Spielzug gewonnen. Wir sind überglücklich!" ©

„Es war ein faires Derby, ein geiles Spiel. Auf den Rängen ist es ruhig geblieben. Jeder hat auf dem Platz alles für seinen Verein gegeben, so muss es auch sein“, sagte Jagatic und nutzt die Gelegenheit, um sich zu bedanken. „Dafür, als ich hier war für Spielbeobachtungen. Nicht jeder empfängt so einfach jemanden und bringt ihn zum Platz, damit man den Gegner analysieren kann. Das war mit sehr viel Respekt.“

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Vereinzelte Pfiffe

Fakt ist aber auch: Auf den Rängen herrscht nicht immer diese Meinung. „Es gibt immer so ein paar Pappenheimer, die denken anders“, weiß auch Jagatic: „Das Wichtigste ist, wie wir Offiziellen es vorleben, dass wir uns mit Respekt begegnen.“

Lok-Sportdirektor und -Trainer ärgerte sich über „die Pappenheimer“ und sprach sie direkt an: „Dass es welche gibt, die unter der Gürtellinie was zu sagen haben, ist eben in unserer Gesellschaft so.“ Während der zweiten Hälfte wurden die Lok-Anhänger unruhiger, vereinzelte Pfiffe waren zu hören. „Man hat bei dem ein oder anderen Spieler gesehen, dass er sich von dem ein oder anderen von der Tribüne hat verunsichern lassen. Die waren der Meinung, dass wir einen anderen Fußball spielen sollten, als der Trainer, das Team und der Verein will“, sagte Civa.

Geschmeckt hat ihm das gar nicht – in eben jener unruhigen Phase legte sich der Coach sogar verbal mit einigen Anhängern hinter seiner Trainerbank an und rief: „Geht nach Hause.“