10. März 2020 / 17:32 Uhr

Einlaufkinder bei den Füchsen Berlin: "Gigantisches" Erlebnis für die Jugend von Grün-Weiß Werder (mit Galerie)

Einlaufkinder bei den Füchsen Berlin: "Gigantisches" Erlebnis für die Jugend von Grün-Weiß Werder (mit Galerie)

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Einlaufkinder des HV Grün-Weiß Werder mit ihrer Trainerin Madeleine Rouvel (2. Reihe, l.) und ihrem Sohn Philipp (2. Reihe, r.).
Die Einlaufkinder des HV Grün-Weiß Werder mit ihrer Trainerin Madeleine Rouvel (2. Reihe, l.) und ihrem Sohn Philipp (2. Reihe, r.). © Julius Frick
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Beim Spitzenspiel der Handball-Bundesliga zwischen den Füchse Berlin gegen die SG Flensburg-Handewitt (33:35) durften die E-Jugend-Handballer von Grün-Weiß Werder als Einlaufkinder in die ausverkaufte Halle rennen.

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Vor dem großen Moment hatte Füchse-Berlin-Torhüter Silvio Heinevetter noch einen Tipp für Nele. „Bevor wir eingelaufen sind, hat er mir noch gesagt, dass ich mich nicht erschrecken soll, weil es gleich laut wird und knallt“, erzählt die zehn Jahre alte Handballerin von Grün-Weiß Werder. Sekunden später lief sie am Sonntag Hand in Hand mit dem Nationaltorhüter, den übrigen Bundesliga-Spielern der Füchse und ihren Teamkollegen aus der Werderaner E-Jugend in die Berliner Max-Schmeling-Halle mit ihren 9000 Zuschauern ein.

Nicht nur für Werders Torhüterin war es ein besonderes Erlebnis, mit den Füchsen vor dem Spiel gegen den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt einzulaufen. „Ein Kind hat gesagt, es war der glücklichste Tag meines Lebens. Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut“, erzählt Madeleine Rouvel. Die Trainerin der E-Jugend-Handballer hatte mit ihrer Hartnäckigkeit das Event überhaupt erst möglich gemacht. „Wir haben uns zwei Jahre lang Woche für Woche beworben. Für jedes Spiel musste man das Formular neu ausfüllen“, erzählt die 40-Jährige, die das Team mit ihrem Sohn Philipp (18) trainiert.

In Bildern: Grün-Weiß Werder stellt Einlaufkinder bei den Füchsen Berlin.

Die Kids aus der Blütenstadt erlebten trotz der 33:35-Niederlage der Füchse gegen Flensburg-Handewitt einen unvergesslichen Tag. Zur Galerie
Die Kids aus der Blütenstadt erlebten trotz der 33:35-Niederlage der Füchse gegen Flensburg-Handewitt einen unvergesslichen Tag. © Julius Frick

Vor drei Wochen kam die lang ersehnte Zusage. „Dann hatten wir noch eine Woche Zeit, um hundertprozentig zuzusagen, dass wir genügend Kinder haben“, erzählt Madeleine Rouvel. Außerdem verkauften sie im Verein sogenannte Fantickets. Wenn mehr als 100 Karten verkauft werden, kommt zusätzlich auch noch ein Füchse-Spieler zum Training – die Werderaner verkauften 147, demnächst wird also auch noch ein Berliner Handballer beim Training vorbeischauen. „Wir sind total gespannt, wer kommt“, sagt Madeleine Rouvel, die sich Silvio Heinevetter, Fabian Wiede oder Paul Drux wünscht.

Der Verein mietete Busse, um zum Spiel nach Berlin zu fahren. Nach der Ankunft durften die Kinder durch den Presseeingang in die Einlaufkinder-Kabine, wo sie ihre Trikots bekamen. Nach einem Quiz, bei dem getestet wurde, ob sie verstanden haben, wann sie rauslaufen müssen und wie sie sich verhalten sollen, hieß es erst einmal warten. Schließlich kam die Füchse-Betreuerin rein und sagte: „Jetzt nicht ausrasten, aber ihr lauft mit den Füchsen ein“, erzählt Madeleine Rouvel. „Bei so einem Spitzenspiel wäre natürlich auch Flensburg gut gewesen. Aber dann durch den Fuchskopf mit der Feuershow in die ausverkaufte Halle einzulaufen, das war total gigantisch, ein einmaliges Erlebnis“, sagt die Trainerin. Wobei es für das ein oder andere Kind gar nicht so einfach war. „Die Spieler sind echt schnell eingelaufen, das hätte ich gar nicht gedacht. Manche wurden fast hinterhergezogen, weil sie gar nicht so schnell rennen konnten“, erzählt Madeleine Rouvel.

Nele läuft mit Silvio Heinevetter ein

Nach der Partie nahmen sich die Spieler trotz der 33:35-Niederlage noch Zeit, um den Kindern Autogrammwünsche zu erfüllen. „Silvio Heinevetter und Hans Lindberg haben wirklich bei allen unterschrieben. Auch das Maskottchen Fuchsi hat bei jedem signiert, auch das war ein Highlight. Sie haben sich trotz der Niederlage echt viel Zeit genommen“, sagt die Trainerin.

Torhüterin Nele hatte für den großen Tag sogar extra ein Foto von sich im Tor ausgedruckt und von Heinevetter unterschreiben lassen. „Ich fand es super, weil es mein größter Wunsch war, mit Silvio Heinevetter einzulaufen“, sagt Nele, die einen Tag zuvor auch noch Geburtstag hatte.